Donnerhall(en)

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“Feiern kannst du aber fei”

Es war kurz vor Mitternacht, als ich mir endlich einen Moment nahm, um mich einfach nur umzuschauen und diesen Moment möglichst exakt festzuhalten. Ein ganzer Haufen Menschen, gut angezogen, lächelnd, sich amüsierend und, tatsächlich, meinetwegen da. Ganz in echt. Wirklich passiert. Dämonen hin, Schatten her, ich hatte es irgendwie durchgezogen. Das sollte ich mir merken.

It was a mess of good years

“It was a very good year” Frank Sinatra

Die Idee dazu meinen Schnapszahl-Geburtstag zu feiern, den hatte ich noch bevor Ende letzen Jahres die Dinge äußerlich wie innerlich zu bröckeln und zu stürzen begannen. Vielleicht der einzige Grund, warum ich die Sache stur wie ich bin, angekündigt und eingehalten habe. Projekt #Donn33rbella was a go.

Und natürlich, es ist ein Drahtseilakt. Im Frühjahr, als ich zwischenzeitlich dachte es wäre unmöglich mit nur 6 Monaten Vorlaufzeit in München eine bezahlbare, buchbare Location zu finden. (Ich fand sie.) Oder danach, als ich mich zum ersten Mal mit so etwas wie einer Gästeliste und einem möglichst unkomplizierten Einladungs-Mechanismus auseinandersetzen musste. Schon da wurde mir wieder klar, warum ich über 20 Jahre keinen Geburtstag gefeiert hatte, im Gegenteil.

Oder in den letzten Wochen vor der Feier, als plötzlich doch noch einige Absagen eintrudelten.  Ich merkte, wie empfindlich ich immer noch bei solchen Sachen bin, gerade momentan. Wie persönlich ich alles nehme, gleichermaßen verstehend, dass ich den Aufwand nicht wert bin und andererseits empört weil einige Begründungen…nun, lassen wir das. Umso fantastischer waren die Zusagen, die Vorfreude, die Frage nach dem Dress-Code. (Ich kann das nur empfehlen. Menschen nahezulegen, dass sie sich bitte in den feinen Zwirn werfen führt zu spannenden Ergebnissen und verleiht dem Abend ein gewisses Flair. So gut sahen die alle aus! So gut, ich hab sogar über ein Eagles-Trikot hinweg gesehen.)

Mir wurde klar was für eine eklektische, faszinierende Gruppe von Menschen ich in meinem Leben gefunden hatte. Das bewahrheitete sich spätestens in den unerwarteten Gesprächsrunden und ausgetauschten Telefonnummern. Manche hatte ich lange nicht mehr gesehen, einige hatten weite Wege auf sich genommen. 

Jeder einzelne ein Schlag ins Kontor des schwarzen Schlamms von dem ich so oft umzingelt bin. Das vielleicht beste Geschenk, das ich mir machen konnte. 

Eines mit Nachwirkung. Mit Tage später ausgepackten Geschenken, (Books and Booze – Titel meiner Autobiographie.) hinreißenden Glückwunschkarten und dem Zitat, das in der Überschrift steht. Weil wenn es einen Satz gibt, mit dem ich nicht gerechnet habe, dann mit dem. 

Wobei, die Familie findet ja, dass das Gastgeberinnen-Dasein in glamouröser Umgebung vollständig dem Erbgut einer gewissen Seite der Familie entspricht. Abendkleid tragen, Klunker aussuchen, Hof halten. (Wer hier länger mitliest, weiß, dass man mir mal wieder großmütterliche Tendenzen unterstellt.)

Wofür so eine Feier auch gut ist: Die übliche Nabelschau rund ums Wiegenfest abzuwürgen. Darum an dieser Stelle keine tieferen Erkenntnisse zum vor einer Woche erreichten Lebensalter oder ein erneutes Wiederkäuen des verkorksten letzten Jahres. Stattdessen: Mehr Albernheit, mehr Glitzer, mehr Gelegenheiten. Ich war ein todtrauriger Teenager und habe meine 20er damit verbracht ganz langsam aus einer selbstgegrabenen Höhle herauszuwachsen. Zurückrudern gilt nicht, da müssen wir jetzt alle durch. Dress Code and all. 

P.S.: Pro-Tipp für Menschen, die nun eventuell auch feiern wollen und dabei gegebenenfalls alkoholbedingt den Überblick verlieren könnten – pick a designated gift-person. Ernsthaft, das Transportieren, spätere Zuordnen und entsprechende Freuen wird sonst… kompliziert. Und sei es, weil sie immer noch nicht so ganz sicher wissen, von wem der 1200 Seiten Paul Auster Roman nun stammt. Nächstes Mal habe ich Klebepunkte und meine Etikettiermaschine dabei. 

Fragen 126-150 (von hier)

126. Was kaufst du für deine letzten zehn Euro

Ein Notizbuch und ein Stück Schokolade.

127. Verliebst du dich schnell?

Leider nein.

128. Woran denkst du, bevor du einschläfst?

An alles was mir fehlt.

129. Welcher Tag der Woche ist dein Lieblingstag?

Sonntag. Alles ist ein bisschen leerer, ein bisschen langsamer, weil es nichts zu kaufen, zu erledigen gibt.

130. Was würdest du als deinen grössten Erfolg bezeichnen?

Ich bin immer noch da.

131. Mit welcher berühmten Person würdest du gerne einmal einen Tag verbringen?

Tot oder lebendig? Tot: Dorothy Parker, gern auch zu ihrer Zeit. Im Algonquin sitzen, trinken, debattieren, uns die Pointen zuwerfen. (gefolgt von Roger Willemsen und Prince) Lebendig: Christine Lagarde. Wahnsinns-Frau, unfassbarer Job. Die war mal Synchronschwimmerin! (Danach Benjamin von Stuckrad-Barre und Niko Kovac. )

132. Warst du schon einmal in eine (unerreichbare) berühmte Person verliebt?

Ich kann ins Schwärmen geraten (siehe Willemsen, Stuckrad-Barre), aber verlieben, nein.

133. Was ist dein Traumberuf?

Ich glaube langsam, dass ich jemand bin dem es nicht unbedingt in erster Linie darum geht was er tut, sondern wie. Etwas mit viel Freiheit, dann darf es auch sehr viel Arbeit sein. Ein Unternehmen bauen, einen Laden führen, Schreiben – im Zweifel auch technische Dokumentationen. Lasst mich einfach nur machen. 

134. Fällt es dir leicht, um Hilfe zu bitten?

Um was?

135. Was kannst du nicht wegwerfen?

Bücher, Geschenke, bestimmte Erinnerungsstücke.

136. Welche Seite im Internet besuchst du täglich?

Mit oder ohne App? Wenn Apps nicht zählen, gibt es keine tägliche. Ansonsten: Twitter, Gmail, Inoreader.

137. Sind die besten Dinge im Leben gratis?

Dinge? Nein. Momente, ja.

138. Hast du schon mal was gestohlen?

Vermutlich? Aber tendenziell war ich da sehr sehr jung.

139. Was kochst du, wenn du Gäste hast?

Gegrillte Feigen mit Mascarpone gefüllt und Speck umwickelt, Risotto mit Trauben und Walnüssen, vielleicht geschmortes Lamm dazu  und dann entweder französischer Schokoladenkuchen oder Tiramisu oder Erbeertörtchen. Natürlich eine Käseplatte, mit Oliven und eingelegten Zwiebeln, spanischer Schinken, fluffiges Weißbrot. 

Es finden sich bestimmt noch Cookies oder Pralinen, zusammen mit gutem Schnaps als Absacker. Mist, jetzt Appetit. 

140. In welchem Laden möchtest du am liebsten einmal eine Minute lang gratis einkaufen?

Die Parfümerie bei mir um’s Eck. (Einmal quer durch’s Amouage Regal greifen, fertig.)

141. In welche Länder möchtest du noch reisen?

Portugal, Irland, Estland, Indien, Neuseeland, Kanada, Argentinien, Namibia

142. Welche übernatürliche Kraft hättest du gern?

Apparieren und Disapparieren a la Harry Potter wäre natürlich unsagbar praktisch. In diesen Tagen hätte ich manchmal gern die Fähigkeit andere spüren zu lassen, was ich spüre, in all seiner kaputten Logik. Würde vermutlich viel Schaden anrichten, aber vielleicht wäre da auch ein bisschen mehr verstehen. Empathie by Proxy quasi.

143. Wann wärst du am liebsten im Erdboden versunken?

Spontan fällt mir eine Überschrift ein, die so nie hätte online gehen dürfen, ein Kommunikations-Missverständnis mit einem Dienstleister das viel Geld gekostet hat und wie ich als Praktikantin mal den Oberober-Chef in einer Email völlig falsch adressiert habe. Ich befürchte ich bin im Job mutiger als privat und laufe darum da eher ins Verderben.

Grade fällt mir noch die Schulstunde ein, als eine verzweifelte Lehrerin versucht hat zwischen der mich mobbenden Klasse und mir zu vermitteln, nur, dass sie nicht dazwischen ging als aufgezählt wurde warum ich so seltsam und demzufolge selber schuld bin. Ich glaube an dem Tag hab ich ein bisschen mit der Menschheit abgeschlossen.

144. Welches Lied macht dir immer gute Laune?

145. Wie flexibel bist du?

Was soll das heißen ES GIBT EINE PLANÄNDERUNG?

146. Gibt es eine ungewöhnliche Kombination beim Essen, die du richtig gern magst?

Richtig gutes Nußöl und sehr dickflüssiger Balsamico gehen ja prinzipiell zu allem, auch süß.

147. Was tust du, wenn du in einer Schlange warten musst?

Leute beobachten, Twitter checken, im Kopf eine Liste machen was es noch zu erledigen gibt.

148. Wo siehst du besser aus: im Spiegel oder auf Fotos?

Im Dunkeln.

149. Entscheidest du dich eher für weniger Kalorien oder mehr Sport?

Ich versteh die Frage nicht. Ich bin pro Nahrung.

150. Führst du oft Selbstgespräche?

Eventuell mehr als Gespräche mit echten Menschen. Was mich mehr beunruhigen sollte als es tut.

September, endlich.

Endlich gleicht sich die äußere Wetterlage der inneren an.

Die Heulkrämpfe sind weniger geworden, aber die Haut ist immer noch nicht dick genug.

Eine Erkältung bremst alle Pläne aus und anstatt die tatenlose Woche zum Nachdenken zu nutzen, bin ich einfach nur indigniert.

Wie soll man denn das alles nicht persönlich nehmen? All die versäumten Dinge, die Absagen und nie passierten Momente. Das Universum steht in meiner verdammten Schuld. 

Regen und Tee, Wollsocken und Schokolade. Kerzenlicht und leere Seiten, die beschrieben werden wollen.

September.

Ein Teil von mir kann kaum erwarten, dass dieses Jahr zu Ende ist.Der Rest hat sich noch ein paar Dinge vorgenommen und hofft nicht allzu enttäuscht zu werden.

Ganze Abende mit einzelnen Sätzen von Styron.

“There he must, despite the anguish devouring his brain, present a face approximating the one that is associated with ordinary events and companionship. He must try to utter small talk, and be responsive to questions, and knowingly nod and frown and, God help him, even smile. But it is a fierce trial attempting to speak a few simple words.”

Darkness visible ; William Styron

Ich verlerne das Erzählen, überhaut das mit dem Nutzen der Sprache in all ihrer Länge und Breite. Ich dachte so lange ich müsse beweisen, dass ich  mehr kann als Worte aneinanderreihen und jetzt merke ich, dass ich kein Stück besser schreibe als vor einigen Jahren. Flucht nach vorn, ab in die Bücher, in die Schreibübungen in das gefährlichste aber auch mir bekannteste Gebiet, das ich kenne: meinen Kopf.

Wo die Selbstzweifel-Schatten und die Geister der verlorenen Menschen wohnen, wo die dunklen, zähen Flüsse meine Energie davon tragen und listige Raben meine Pläne sabotieren. Aber nur hier stehen auch die Ruinen der Geschichten, die Rohbauten einer Zukunft, das Baumaterial für alles was sein kann. Verleimt mit der Sehnsucht nach falschen Erinnerungen. Nur wenn ich hier Schlösser baue und die Flüsse vom Schlamm befreie, die Raben auf die Reise, dann kann das nächste Jahr ein anderes, ein wirklich anderes werden.

</Pathos>

Wenn Nachdenken, dann über bemerkenswert radikale Neuanfänge. Übers Brücken anzünden, Festland hinter sich lassen, vielleicht auch nochmal die eigenen Fähigkeiten neu aufstellen. Vielleicht ist es nach all dem Verlieren, nach dem Vergessenwerden und der Apathie zwischen mir und der Welt Zeit alles über den Haufen zu werfen.

Wenn nicht jetzt wann dann?

Fragen 101-125 (von hier)

101. Treffen die deinem Sternbild zugeordneten Charaktereigenschaften auf dich zu?

Ja, aber es sind dieselben, die langsam dazu führen, dass die Frage nicht lautet, ob ich auf dem Spektrum liege, sondern nur wie weit entfernt von der Norm. (langer Blogeintrag für ein andermal.)

102. Welche Farbe dominiert in deinem Kleiderschrank?

Beeren und Meer. Ich weiß gar nicht, wie das passieren konnte, aber ich finde Schwarz mittlerweile fast langweilig.

103. Holst du alles aus einem Tag heraus?

Ich weiß nicht, was das heißen würde. Manchmal, wenn ich eine bestimmte Energie habe. Wenn etwas mich beflügelt, dann bringe ich in einem Tag mehr als sonst unter. Auch wenn das manchmal nur dem „normalen“ Tag von anderen entspricht.

104. Wie viele TV-Serien schaust du regelmäßig?

Viele meiner aktuellen Serien enden dieses Jahr, ich glaube bald sind es nur noch eine handvoll.

105. In welchen Momenten wärst du am liebsten ein Kind?

Wenn ich Sehnsucht danach habe, dass jemand sich um mich kümmert. Weil ich krank bin, weil jemand gemein zu mir war, weil mein Schmerz ungehört bleibt.

106. Kannst du eine Woche auf das Internet verzichten?

Gute Frage. Das Internet ist mittlerweile so sehr Infrastruktur. Ich könnte mich versorgen, auch beschäftigen. Aber von den Telefonnummern in der Cloud über die Nachrichten zu Twitter – meinem Hauptnetzwerk – es wäre eine seltsame Woche.

107. Wer kennt dich am besten?

Keine Ahnung. Manchmal befürchte ich, dass man mich entweder kennen oder mögen kann und darum mich jemand sehr gut kennt, der mich aber nicht mehr mag und ich es darum nicht merke.

108. Welche Arbeit im Haushalt findest du am wenigsten langweilig?

Aussortieren und neu ordnen. Nach Alphabet, nach Gebrauchsfrequenz, nach Zuständigkeit – mit Etikettendrucker!

109. Bist du manchmal von anderen enttäuscht?

Ha. Haha. Manchmal.

110. Wie sieht ein idealer freier Tag für dich aus?

Ausschlafen, Schwimmen gehen, Schreiben, Lesen, Abends mit einem interessanten Menschen essen / etwas trinken gehen. Bis spät in der Nacht auf dem Balkon sitzen – weil man am nächsten Tag nochmal ausschlafen kann. (Ganz wichtig!)

111. Bist du stolz auf dich?

Ich wüsste nicht worauf. (vielleicht für’s Durchhalten?)

112. Welches nutzlose Talent besitzt du?

Ein Talent allein ist ja weder nützlich noch nutzlos. Talent allein ist einfach nur da. Man muss auch etwas damit anfangen wissen. Insofern sind alle meine Talente nutzlos.

113. Gibt es in deinem Leben etwas, das du nicht richtig abgeschlossen hast?

Die Liste der abgeschlossenen Dinge wäre kürzer. Der Titan-Nagel in meinem Bein hätte vor Jahren rausgekonnt, ich komm nur nicht dazu. All die ungeschriebenen Emails, begonnenen Projekte, wilden Ideen, ach, ach.

114. Warum trinkst du Alkohol beziehungsweise keinen Alkohol?

Weil er mir schmeckt. Weil ich die erste Stufe der Trunkenheit, das langsame nach hinten kippen der Anspannung und das vorsichtige Absinken der Hemmungen mag. Darüber komme ich eh nur selten hinaus. Vielleicht auch, weil es ein Laster ist, in dem man sich zumindest mittlerweile durchaus mit nerdiger Natur sehr wohlfühlen kann, weil es „angesagt“ ist, sich ein bisschen auszukennen.

115. Welche Sachen machen dich froh?

Da ist immer noch dieses High, wenn ich Bücher kaufe. Wenn jemand an mich denkt und sich meldet, einfach so. Wenn sich rausstellt, dass ich mir zu viele Gedanken gemacht habe, also immer. Wenn ich jemandem helfen konnte. Und dann gibt es da noch diesen Zustand in den man geraten kann, wenn man schreibt, wenn es fließt, wenn man die Kontrolle verliert. Das ist meine Lieblingsdroge.

116. Hast du heute schon einmal nach den Wolken am Himmel geschaut?

Jeden Tag.

117. Welches Wort sagst du zu häufig?

Oida.

118. Stehst du gern im Mittelpunkt?

Nein. Jein. Ja. Manchmal. Aber eigentlich, ach, es ist kompliziert. Aufmerksamkeit, so ein zerbrechliches, hell strahlendes Ding.

119. Wofür solltest du dir häufiger Zeit nehmen?

Andere Menschen. Spaß haben.

120. Sind Menschen von Natur aus gut?

Menschen sind von Natur aus gar nichts, alles andere fände ich furchterregend.

121. Gibst du der Arbeit manchmal Vorrang vor der Liebe?

Ich wünschte die Liebe hätte mich schon mal vor diese Wahl gestellt.

122. Wofür bist du deinen Eltern dankbar?

Für ihre Entspanntheit und den daraus resultierenden großen Freiraum. Dass sie immer, immer da waren. Wenn ich wieder wegen irgendetwas exotischem im Krankenhaus lag. Jedes Mal wenn ich gegen Ungerechtigkeit in den Kampf mit den Windmühlen gezogen bin.  Auch, als sich ihre Tochter in eine dunkle Wolke aus depressiver Todessehnsucht verwandelt hatte. Wie sie immer darauf bestanden, dass ich trotz allem wertvoll bin. So, so unendlich dankbar.

123. Sagst du immer, was du denkst?

Das ist ja das Problem.

124. Läuft dein Fernsehgerät häufig, obwohl du gar nicht schaust?

Nein, allerdings auch hauptsächlich weil Podcasts mein neues nebenher-lauf-Medium sind.

125. Welchen Schmerz hast du nicht überwunden?

Ich bin nicht gut im Überwinden. Es gibt Dinge, die sind so lange her aber ich würde nicht sagen, dass ich sie überwunden habe. Jetzt gerade: Dass ich, obwohl ich es besser wissen sollte, erneut jemanden nur wegen etwas das in meinem dummen Kopf schief läuft, wohl dauerhaft in die Flucht geschlagen habe. Was nicht zum ersten Mal passiert und mich zusehends wütend auf mich selbst macht.

Found at sea

  • Wenn wir mehr schlafen würden, ginge es uns allen besser.
  • Der Recruiter, der am ersten freien Vormittag anruft und mich in planerischer Laune erwischt. Ich hatte vergessen wie gern ich noch viel größere Brocken bearbeiten würde.

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  • „Aber jetzt mal ehrlich, du gehörst doch gar nicht nach München, da passt du gar nicht hin.“ (Danke)
  • Rosenheim, du alte Eishockey-Schabracke.

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  • Für jeden neuen Kilometer Autobahn, sollte man Badeseen ausheben müssen und Wildwiesen anlegen und überhaupt, wenn wir die Welt schon mit Klimaerwärmung ruinieren, dann wenigstens in dem wir am Wasser rumliegen.
  • Zeit für Schwimmen und Schreiben und Katzenkraulen sollte therapeutisch abgerechnet werden können.

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  • Sehr geehrte Deutsche Bahn: Als nächstes bitte die Schnellstrecke MUC – HH
  • ABER VORHER AUF FLIEGERBOMBEN PRÜFEN
  • WIRKLICH GENAU NACHSCHAUEN

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  • Dinge, die ich nicht lerne: Alsterwasser ist immer einen Hauch zu süß gemischt und darum trinke ich es noch schneller. Ungut.
  • Zum Ausgleich ist der Hamburger um nicht zu sagen sind große Teile der norddeutschen Bevölkerung fantastisch. Wir müssen uns nur noch darauf einigen wo der Norden losgeht. Nicht alles hinter Hannover ist Bayern. Wirklich.
  • Hamburg erscheint dreckiger als München, vielleicht der Missing Link zwischen Bayern und Berlin. Ein bisschen lauter, ein bisschen ungehobelter und zumindest für meine Augen mit mehr vordergründiger Armut. Aber das ist in Bayern, selbst in München auch so ein Thema. Man ist da gschamig und im Zweifel gibt es halt auch die Sheriffs in Manhatten, die Menschen vertreiben. Es ist ein Unding. Andererseits war ich geneigt den Bettler mit den nackten Füßen am Hamburger Bahnhof auf seine sehr neu und eher teuer aussehende Uhr hinzuweisen. Das ist einfach unprofessionell.
  • Das Stück an der Binnen-Alster, wo die großgewachsenen blonden, schlanken Hamburger Mütter in den perfekten gestreiften Polo-Shirts dem kleinen Mauri vorschlagen, dass sie sich im ‚Conti‘ schnell was zu trinken holen könnten. Hach ja.
  • Lasst das mit den Brezen. Um Gotteswillen, bitte.
  • Aber ich komme wieder, keine Sorge. Oder halt doch Sorge, ist Ansichtssache.

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„Das hier ist die flache Ecke von Schleswig-Holstein.“

  • „Dein Glas ist schon wieder leer.“
  • Bis 2 Uhr morgens reden. Didn’t know I could still do that. Ich habe keinen Kater, das ist nur eine sehr flauschige Katze.
  • Letztendlich bin ich sehr pflegeleicht. Regelmäßig Alkohol und Booooooooooooooootfahrn, dann bin ich eigentlich ein ausgeglichener Mensch.
  • MEER. MEEEEEEEER.
  • (Da müssen irgendwo Wikinger-Vorfahren im Stammbaum lauern.)
  • Bitte gebt mir keine Bälle mehr in die Hand. Lieber Gläser.
  • Lernen Norddeutsche das unauffällige Nachfüllen von Schnapsgläsern eigentlich in der Schule? Gibt es darum bei euch diese mythischen Supermärkte?
  • The Dänen-Problem of it all. Aber auch die Schweden.
  • Nie wieder Witze über süddeutsche Ortsnamen, solange ihr ohne die Mundwinkel zu verziehen über Schuby und Tart reden könnt.
  • 5 Sorten Gin, 11 Sorten Whisky, etwas Rum und da ist noch ein ulkiger Likör in meiner Tasche. Gutes Wochenende.
  • FLAUSCH
  • Nachdenken über Neuanfänge, womöglich sogar außerhalb der bajuwarischen Comfort-Zone

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Jetzt schon so viele Pläne und Einladungen für das kommende Jahr, dass ein großer Kalender angeschafft werden muss. Irgendwie gutes Gefühl. 

Vielleicht schreibe ich einen Brief, wenn du mir schon nicht  zuhören willst. Nicht einen, den man abschickt. Einen, den man aussetzt. Herrgottnochmal, das hätte es nicht gebraucht. Der Schrankkoffer mit den Geistern ist doch schon voll. 

Fragen 76-100

76.Welches Märchen magst du am liebsten?

Geh mir weg mit Prinzessinnen, ey.

77.Was für eine Art von Humor hast du?

Ob ich das beantworten sollte? Ich würde sagen Sarkasmus mit einer Prise schwarzem Ruß und einem Körnchen hysterischer Albernheit. 

78.Wie oft treibst du Sport?

Selten. Außer ich habe die Möglichkeit schnell und unkompliziert ins Wasser zu kommen. Alles andere verbinde ich mit verspannter Fuß-Muskulatur, mit schmerzenden Gelenken und überhaupt Pfui Deife.

79.Hinterlässt du einen bleibenden Eindruck?

So they tell me. (Teilweise auch nach 10, 15 Jahren in denen sie meiner nicht ansichtig wurden, um mich dann aber sofort wiederzuerkennen. Spooky.)

80.Auf welche zwei Dinge kannst du nicht verzichten?

In Bezug auf…? Ächz. Natürlich ist immer ein Getränk und etwas zum Aufschreiben in der Handtasche. Aber wirklich unverzichtbar sind eher so Dinge wie Haltung und Selbstachtung. (Ha. Haha. Hahahahaha.)

81.Was würdest du tun, wenn du fünf Jahre im Gefängnis sitzen müsstest?

Lesen. Alles lesen. Schreiben. Sollte ich dort unschuldig sitzen: Kämpfen. Wenn ich was angestellt habe, hatte ich bestimmt einen guten Grund. He had it coming. (Cue Ohrwurm von Chicago.)

82.Was hat dich früher froh gemacht?

Bücher. Bücher kaufen, Bücher lesen, über Bücher reden. Hm. Darüber sollte ich nachdenken. Ach und Dampfnudeln. Der erste Schwimmzug in einem neuen See. Okay, streichen wir das „früher“. Ich wusste mit 10 was mich glücklich macht und wirklich geändert hat es sich nicht.  

83.In welchem Outfit gefällst du dir sehr?

Meine Figur und ich, wir sind ja mehr so der Retro-Typ. Lange Kleider funktionieren sehr gut – aktuell sehr verliebt in das petrolfarbene mit passendem Gürtel. Und der gemusterte Flatterrock, den ich noch nicht lange habe. Alles was Pink wie Orchideen oder Saphir-Blau ist.

84.Was liegt auf deinem Nachttisch?

Immer mindestens ein Buch, die Schilddrüsen-Tabletten, mein Lichtwecker und Feuchtigkeitscreme, falls mir erst wieder im Dunkeln einfällt, dass meine Ellenbogen sich ein bisschen wenig geschmeidig anfühlen.

85.Wie geduldig bist du?

Nicht.

86.Wer ist dein gefallener Held?

Das mit den HeldInnen ist schwierig, gerade in diesen Zeiten. Wem ich glauben wollte: Elizabeth Holmes. Ja, gut, äh. Das war eher unklug

Ich weiß nicht, ob es passt, aber manchmal, da haben mir Menschen heldenhafte Dinge versprochen. Da zu sein, zuzuhören, mitzukämpfen. Das ist mein Pantheon gefallener Verbündeter. Heute leben sie als Dämonen in einem unsichtbaren Schrankkoffer unter meinem Bett.

87.Gibt es Fotos auf deinem Mobiltelefon, mit denen du erpressbar wärst?

Nö.  (Ich bin selbst gleichermaßen unfotogen wie unbegabt was Selfies etc. angeht. )

88.Welcher deiner Freunde kennt dich am längsten?

Äh. Ähm. Rechnet man da brutto oder netto Zeit? Oder sagt man gleich, dass Menschen mit Schwestern an dieser Stelle immer quasi nur mit Platz 2 antworten können?

89.Meditierst du gern?

Nein. Aber ich kann lang und entspannt aufs Wasser gucken. Darin bin ich sogar ganz hervorragend.

90.Wie baust du dich nach einem schlechten Tag wieder auf?

Let’s put a pin in this. Momentan gelingt das irgendwie nicht.

91.Wie heisst dein Lieblingsbuch?

Aber sonst geht’s gut?

92.Mit wem kommunizierst du am häufigsten über WhatsApp?

Eigentlich mit der R, dem Schwesterherz. Aber die B (Whisky, Schottland, Katzen) als close second.

93.Was sagst du häufiger: Ja oder Nein?

Ich gucke eher. Dann wissen Menschen was ich meine. Ich gucke seltener aufmunternd.

94.Gibt es Gerüchte über dich?

Das will ich doch stark hoffen. (Kommt, rückt raus, ich erzähl’s auch nicht weiter!)

95.Was würdest du tun, wenn du nicht mehr arbeiten müsstest?

Im Sinne von: Ich wäre trotzdem versorgt? Dann vermutlich viel Schreiben, Reisen und es mir gut gehen lassen.

Im Sinne von: Sehr viel Geld übrig? Dann ein großes Projekt suchen. Tendenziell ein altes, riesiges Haus, das man herrichten muss. Mit Obstgarten und Gewölbestall. Eine Heimat schaffen für alle, die auch keiner haben will.

96.Kannst du gut Auto fahren?

Ich kann sogar überhaupt nicht Auto fahren.

97.Ist es dir wichtig, dass dich die anderen nett finden?

Selten bis gar nicht. Ich bin ja auch nicht nett. Hin und wieder ist es schön, wenn man mich trotzdem irgendwo haben will. Aber mehr kann ich gar nicht verlangen.

98.Was hättest du in deinem Liebesleben gerne anders?

Eine Existenz davon wäre schon auch… nett.

99.Was unternimmst du am liebsten, wenn du abends ausgehst?

Reden. Wein trinken. Über fantastisches Essen freuen. Leute gucken. Wirklich lange reden. Irgendwann zu Whisky wechseln. Reden, bis dieser Level erreicht ist, an dem du dich traust Dinge auszusprechen, die du sonst niemandem erzählst.

100.Hast du jemals gegen ein Gesetz verstossen?

Bestimmt.