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KW Nullsieben, Nullacht, Nullnein 2021

Arbeiten und Schlafen. Und Wundern, Zweifeln, Hoffen, Verdammen. Jetzt knallen auch die letzten Leute an die Wand. Der Blick auf die Zahlen sagt “Freu dich nicht zu früh, so war das vor einem Jahr auch.” Die einzig guten Nummern sind die Impftermine.

Außerdem der endlich abbezahlte Studienkredit. Das muss ich irgendwann mal ganz erzählen wie sich das Bafögamt verrechnet hat, die Studiengebühren kamen und ich der Bank in die Falle gegangen bin, die auch Geschäfte mit ehemaligen amerikanischen Präsidenten gemacht hat. Zusammen mit den Gebühren und dem noch frischen Bologna-Chaos waren Studienkredite damals all the rage. Flexibilität und in Ruhe studieren,weil wenn der Bachelor eine 60 Stunden-Projekt-Woche erfordert, ist das mit dem Nebenjob nicht mehr so simpel.

Dass dann zum Studienende Wirtschaftkrise und überhaupt Medienbranche ist und die “flexible” Rückzahlrate bei 400 Euro monatlich losgeht, da denkt man mit 21 nicht unbedingt langfristig drüber nach. Jedenfalls: Wech damit.

Viel Arbeit, auch weil viel Weiterbildung. Be careful what you wish for. Pandemie oder nicht, die Wochenenden bis zum Sommer sind erstmal belegt. Danach hat der Sommer aber auch zu liefern. But that’s what you do for the good life.

Fragen 901 – 925

901. Hast du schon einmal eine Rede gehalten?

Es ist geradezu ein Hobby von mir. Ich sehe ein Podium und I just can’t help myself.

902. Welche Art von Restaurants bevorzugst du?

Die Guten? Solides Handwerk, Liebe zum Detail, Freude beim Experimentieren.

903. Welchen großen Vorteil hat es, wenn man als Single lebt?

Keine andere Meinung, kein anderer Rhythmus, niemand anders, der die Lieblingsschokolade weg isst.

904. Welchen großen Vorteil hat es, wenn man in einer Beziehung lebt?

Ich lass es dich wissen, wenn es soweit ist.

905. Findest du dich selbst schön?

Nein, aber dadurch, dass der Begriff so stark mit Begehren verknüpft ist, kann ich komplett damit leben. Meine eigenen ästhetisches Ansprüche sind auch völlig andere.

906. Welche Gefühlsregung erlebst du mindestens einmal am Tag?

Ist Irritation ob der generellen Menschheit eine Gefühlsregung?

907. Wann hast du zuletzt Champagner getrunken?

Ha! Ganz schlimm beim letzten Pegelwichteln auf den Geschmack gekommen und irgendwann rund um Weihnachten zuletzt eine Flasche leergemacht. Vielleicht mal nachordern.

908. Bist du ein Sonntagskind?

Oh nein, ein Montagsauto. In every sense of the word.

909. Wie würde das Gemälde aussehen, das dein Leben darstellt?

Irgendwas mit Sturm auf dem Meer und einem mystischen Monster.

910. Mit welchem Kleidungsstück von früher verbindest du gute Erinnerungen?

Das Geburtstagsfeier-Kleid, eine Event-Klamotte im besten Sinn. (In der ich außerdem angeblich richtig gut ausgesehen habe.)

911. Was würde in einer Kontaktanzeige über dich stehen?

Obacht.

912. Mit wem hast du zuletzt laut gelacht?

AufgrundDerAktuellenSituation bestimmt bei einer Videokonferenz, vermutlich beim Freitagabend-Tresen. Womöglich war Markus Söder involviert.

913. In welchen Sprachen kannst du dich verständlich machen?

Deutsch, Englisch, Bayerisch, mit Händen und Füßen, Betrunken ist das Italienisch okay.

914. Wozu hast du immer wieder keine Zeit?

Schreiben, erkunden, Pläne machen.

915. Kommt Weisheit mit den Jahren?

Wurde ich gerade alt genannt?

916. Was ist das schlimmste Schimpfwort, das du jemals einer Person an den Kopf geworfen hast?

Schlimm sind nicht die Schimpfworte, schlimm sind die tiefen Schnitte, weil man jemanden kennt. Ich weiß nicht was am übelsten war, aber ich weiß, dass ich sehr gut darin sein kann.

917. Was war die spontanste Aktion deines Lebens?

Ich kam drei Wochen vor dem vereinbarten Termin zur Welt, danach hab ich mir das abgewöhnt.

918. Findest du, dass das Leben erst durch Kinder ein erfülltes wird?

Durch kleine Parasiten, die einem Mittel, Zeit und Energie rauben? Wirklich?

919. Wie verhältst du dich in einem Haus, in dem es zu spuken scheint?

Neugierig und aufgeschlossen natürlich.

920. Mit wem würdest du gern einen Tag das Aussehen tauschen?

Ach, am Aussehen wäre ich gar nicht so interessiert.  Bekomme ich auch die Konstitution? Dann eine Athletin oder Tänzerin. Jemand, der voll in einem funktionstüchtigen Körper zuhause ist.

921. Bist du in Internetforen aktiv?

Oh hi there 1998.

922. Kannst du gut Häppchen zubereiten?

Wenn Käse involviert ist, bin ich super. Platten mit getrüffelter Salami, Oliven und Baguette oder so – jederzeit.

923. Was hast du vor Kurzem ganz alleine geschafft?

Einen Kredit abbezahlt, jemanden im Job von etwas überzeugt, die ein oder andere Entscheidung getroffen.

924. Inwiefern gleicht dein Leben einem Märchen?

Der Schuh passt so gut wie nie.

925. Was verstehst du manchmal immer noch nicht?

Oy vey. *macht generelle Geste in die Umgebung*

Yeah, Joseph lost his job to a machine
And Mary lost her mind to lines of code
You can’t see
And if the angels are the A.I.
I’m gonna burn this whole thing down
Well, I’m gonna burn one down right now

KW Nullfünf und Nullsechs

Es fängt an alles ein wenig viel zu werden. Das führt dann am Ende dazu, dass man sich eine Woche aus dem eigenen Blog aussperrt. Aber gut, was wäre da auch gestanden außer: Weiterhin viel Arbeit und langsam werden die Kollegen ein bisschen anstrengend.

Ansonsten; Wochen der Flashbacks. Ich gucke durch Kinderfotos (Mama Donnerhall hat einen Aussortierrappel) und stelle fest: Ich war gar kein dickes Kind. As in, wirklich nicht. Ich war die ganze Zeit so mit Wachsen beschäftigt, immer fast ein Kopf höher als der Rest, da konnte gar nix ansetzen. Nur in meinem Kopf war ich immer moppelig. Aber die Bilder lügen nicht, ich hatte nichtmal besonders viel Babyspeck. Und dann, irgendwo zwischen dem Beginn der Pubertät, den ersten Depressionen und ziemlich sicher einem fehlgeleiteten Reha-Aufenthalt in einer fürchterlichen Einrichtung (Die Hölle, das ist Idar-Oberstein) wo man mir mitgeteilt hat, dass meine 6 Kilo Übergewicht ((Größe in cm – 100)*0,85), dagegen ist der BMI ja gnädig) ganz schlimm wären und ich jetzt ab sofort am Diättisch sitzen muss, da muss es losgegangen sein. Nichtmal wirklich das Gewicht, sondern das Selbstbild.

Eine von vielen solchen Illustrationen des Schwestern-Verhältnis. Irgendwo in Italien, Anfang der 90er

Wie traurig. Wie schade für dieses kluge, starke, selbstbewusste Mädchen und all die Dunkelheit die sie danach für den Rest ihrer Tage mit sich trägt. Die nie wieder zurückfinden würde, zu ihrem eigentlichen Kern. Stattdessen wird es mit den Jahren und der Adoleszenz immer dunkler, komplizierter. Der einzige Rettungsweg ist dieses Internet, gleichermaßen durch seine Anonymität und seine Verbindungsmöglichkeiten. Die Seele, die Sorgen, alle werden aufgeschrieben und bald schon dokumentiert. Aber so auch viel von dem gelernt hat, was sie heute noch brauchen kann. The old Yin and Yang. Ein wenig fehlt es mir, das Drama, die völlig sinnlos investierten Emotionen. Ich gucke lange Video-Essays in denen Menschen Internet-Phänomene, Fan-Kultur und andere Meta-Themen debattieren.

Ja natürlich hab ich “Framing Britney Spears “gesehen. Sie ist nur ein paar Jahre älter als ich, die Erinnerung daran wie ruinös diese Zeit für junge Frauen war, trage ich genauso in mir wie eine komplette Generation – ob man nun Fan war oder nicht. Sie war schließlich auch nur die Spitze des Eisbergs. Völlig egal ob Emo oder Indie – alle Sängerinnen mussten bauchfrei tragen können, sonst wurden sie nicht gehört. Erinnert sich noch jemand an Perez Hilton? Ja, das war die Zeit.

Ein Jahr Pandemie und ich suche verzweifelt etwas, um mein Herz daran zu hängen. So isolierend ist das alles. Aber ich befürchte ich hab sogar verlernt wie man Drama anzettelt. Schlimm, dieses Erwachsensein.

Fragen 876-900

876. Welche Farbe würdest du deinem Leben zuordnen?

Tragic Pink natürlich.

877. Wer beschützt dich?

Ich hab immer schon am meisten auf mich selbst aufgepasst.

878. Betrachtest du manchmal die Sterne am Himmel?

Oft, gern.

879. Wovon wirst du ruhig?

Stille, Dunkelheit. Der Satz „ich kümmere mich darum“ von jemand anderem.

880. Kannst du Stille gut aushalten?

Wenn ich dabei still sein kann, ja. Wie sich rausstellt, kann ich nicht in vollständiger Stille produktiv sein. It’s weird.

881. Fühlst du dich wohl in deiner Haut?

Ach, ach.

882. Was würdest du tun, wenn du dein gesamtes Geld verlieren würdest?

Neues verdienen? Ich meine, großen Besitz oder massive Rücklagen habe ich nicht, also habe ich keine Ahnung was das ändern würde.

883. Mit welchem Material bastelst du am liebsten?

BASTELN? Anderer Leute Meinung von mir.

884. Welche TV-Sendung könnte, wenn es nach dir ginge, sofort wiederholt werden?

Das ist in Zeiten von Streaming natürlich sehr lustig. Wobei die Verfügbarkeit oder die Nicht-Verfügbarkeit der Golden Girls, Magnum und Remington Steele ein Skandal ist.

885. Hast du gern mehrere Eisen im Feuer?

*Wriggles eyebrows* Wer hat das nicht?

886. Führst du in Gedanken häufig Fantasiegespräche?

Das ist eine von diesen Fragen wo ich erstmal Pause machen muss, weil ich denke – DAS TUT NICHT JEDER, STÄNDIG?

887. Könntest du ein Geheimnis mit ins Grab nehmen?

Ja, werde es vermutlich.

888. Welchen Comedian magst du am liebsten?

This is a Hannah Gadsby Stan Account until further notice.

889. Welche Blumen verschenkst du gern?

Das hängt doch vollkommen von der Person ab. Sie sollen dem Empfänger Freude machen, nicht mir. Was für eine Frage.

890. Was raubt dir den Schlaf?

Die Welt, die Menschen, die Kleinigkeiten.

891. Was machst du an einem regnerischen Sonntagnachmittag am liebsten?

Nichts. Kekse essen, auf den Regen starren, rumliegen. Also nichts.

892. Sagst du lieber Guten Morgen oder Gute Nacht?

I tend to say Servus.

893. Liest du gern vor?

Da habe ich so gar kein Talent für.

894. Wie würdest du das Leben anpacken, wenn du noch einmal von vorn anfangen dürftest? 

Ich weiß nicht, ob ich viel anders machen würde. Womöglich die Jahre in denen ich mich selbst verleugnet habe anders bewältigen, wobei sie dann nicht angenehmer gewesen wären. Vielleicht hätte ich aber auch schneller gesagt, dass ich so nicht behandelt werden will. Aber das mit den Konsequenzen ist nicht immer so einfach. Wobei, so hätte ich vielleicht gelernt sie schneller zu ziehen. Dann wäre mein Leben heute wirklich ganz anders.

895. Hast du jemals einen IQ-Test gemacht?

Ja. Auch bloß eine Zahl. Selbstvermessung ist Blödsinn.

896. Beherrscht du Standardtänze?

Ha, haha, hahahahahaha.

897. Auf welcher Seite des Bettes liegst du am liebsten?

Auf meiner.

898. Welches ist dein peinlichstes Lieblingslied?

899. Hast du schon einmal ein Weltwunder gesehen?

Die musste ich jetzt googeln: Nö.

900. Hast du gern recht?

Haben Menschen die viel ins Internet schreiben gerne recht? Hi, have we met?

KW Nullvier 2021

Erst Schnee, dann Dauerregen, dunkel ist es eh die ganze Zeit. Dunkel wird es langsam auch innen drin. Soziale Interaktion langsam nur noch mit großem Widerwillen. (Isn’t it ironic, don’t you think?)

Ob Buch, oder Film – nichts bleibt hängen, hinterlässt Eindruck. Gut ist die halbe Stunde an der Rudermaschine jeden Tag. Ein Jahr Pandemie, fast 6 Monate nach der kleinen Gesundheits-Episode und etwas liegt schwer auf mir. Nur, dass das längst nicht mehr originell ist. Es liegt schwer auf uns allen, auf denen die ermüdet sind von zu viel und denen die eine große Leere mit sich tragen.

Die viele Arbeit und ich, wir beäugen uns gegenseitig kritisch aber durchaus mit Respekt. Sie lenkt von mir selbst ab.

Mir fehlt streiten. Mir fehlen akwarde Party-Momente, wenn zwei Fremden der Gesprächsstoff ausgeht. Die Woche brachte einen kleinen Lichtblick, ein zukünftiges Ereignis, das man hervorragend an vorderster Stelle “danach” feiern könnte. Ich starre auf Kleidchen in Onlineshops und nichts könnte weiter weg sein als ein sommerliches Fest mit Girlanden und Tüll.

Manchmal frag ich mich, wie anfällig ich später für Dummheiten sein werde. Wie anfällig wir alle sein werden. Kann man Kokain-Aktien kaufen? Die Investition erscheint mir langfristig sinnvoll.

Fragen 851-875

851. Bedeutet Fremdgehen das Ende der Beziehung?

Fragt ihr die Frau die noch nicht mal einen Anfang geschafft hat. Ich hoffe, ich wäre in der Lage zwischen schwach werden und schwach sein zu unterscheiden. Zwischen einem Moment, wenn Impulse und Begehrlichkeiten gewinnen gegen einen Zeitraum, in dem es zu Lügen und strategischem Hintergehen kommt.

852. Würdest du das Gesetz übertreten, um jemanden zu retten, den du liebst?

Grundsätzlich, ja.

853. Bist du jemals wegen deiner Ansichten zurückgewiesen worden?

Bitch please, immer diese Anfänger. Ich werde wegen meiner Persönlichkeit zurückgewiesen.

854. Welches Urlaubssouvenir bereitet dir immer noch Freude?

Ich neige nicht zum Souvenir, aber wenn ich etwas sehe, das aus einem angenehmen Urlaub stammt, freue ich mich jedes Mal wieder darüber.

855. Hältst du an etwas fest, das du eigentlich schon lange hättest besser loslassen müssen?

Have we met?

856. Ist irgendwann einmal deine grösste Befürchtung eingetreten?

Das passiert eigentlich traditionell. Es ist beruhigend, auf eine Art.

857. Was hat dir vor fünf Jahren den Schlaf geraubt?

Januar 2016? Im Blog steht so gut wie nichts, aber in meiner Erinnerung war Schlafen das einzige, was ich außer Arbeiten im stylishen aber brutalen Start-up getan habe.

858. Hast du manchmal das Gefühl, dass du heute schon häufiger erlebt hast?

Okay, ein paar von diesen Fragen sind in Pandemie-Zeiten unfassbar komisch.

859. Wer macht einen besseren Menschen aus dir?

Diejenigen, die mich nicht davon kommen lassen.

860. Was bringt dich zum Lachen?

Die fantastischen Twitter-Menschen mit ihren Marotten und wirklich dummen Witzen.

861. Was wäre auf deinem eigenen TV-Sender zu sehen?

Katzen, Buchbesprechungen, gut angezogene Männer, die Hausarbeit tun und dabei nicht sprechen.

862. Was motiviert dich zum Sporttreiben

Der Wunsch danach mich selbst deutlicher zu spüren.

863. Wie sieht deiner Meinung nach der Himmel aus?

Concierge-Service, Pool, eine ordentliche Bar, immer eine leichte Brise

864. Was nimmst du dir mindestens zweimal im Monat vor?

Mehr Schreiben, mehr Gemüse essen, früher ins Bett gehen.

865. Wann hast du zuletzt in einer Hängematte gelegen?

Das muss in den späten 90ern gewesen sein.

866. Was findest du an einer Wellnessbehandlung am angenehmsten?

Das Gefühl danach. Sauber, gepflegt, entspannt, als hätte man eine Schicht des Weltenstaubs abgetragen.

867. Schaust du ausländische Filme gelegentlich im Original?

Englische? Türlich. Spanische und italienische manchmal bei Netflix, aber dafür muss ich die Aufmerksamkeit für die Untertitel haben.

868. Machst du es dir manchmal unnötig schwer?

Das mit den Menschen.

869. Welches Wort hast du jahrelang falsch ausgesprochen? 

Gluten. (Glutén) It is an odd one.

870. Was ist wichtiger: der Weg oder das Ziel?

Je besser der Weg, desto geringer die Abhängigkeit vom Ziel.

871. Lässt du dich manchmal ausnutzen?

Nicht unwissentlich. Aber ja, manchmal lasse ich mich zu Dingen breitschlagen.

872. Hörst du oft Radio?

Nicht mehr.

873. Was ist wichtiger: zu scheitern oder es gar nicht erst versucht zu haben?

Wichtiger? Mehr lernen tut man beim Scheitern.

874. Was hätten die anderen nie von dir erwartet?

Das sollte man vielleicht nicht mich fragen?

875. Auf welchen Feiertag freust du dich jedes Jahr?

Ich mag Weihnachten. Und die nutzlosen Tage, die einfach so dazwischen liegen, also die diversen Himmelfahrten.