DonnerBella

Was gut war: KW 29, #tkschland – Edition

#tkschland-Wochenende

Wegen dieser crazy Internetpeople machte ich mich am Freitag also samt Köfferchen gen München City auf den Weg. (Für so ein Wochenende will man dann doch vor Ort sein.) Am Vormittag begutachtete ich noch fix die Location für die letzte Showpony-Aufführung am darauffolgenden Montag (dazu demnächst mehr) und traf dann gleich mal eine erste Horde im Biergarten Augustinerkeller.
Jetzt treffe ich mich seit, puh, 16 Jahren ungefähr mit Menschen aus dem Internet (Generation ISDN! Chaträume! AOL-Drama!) und bin doch jedes Mal wieder erstaunt was für hinreißende Leute das sind. Vielleicht weil wir alle so wenig raus gehen. Oder, weil wir alle Fußball-Nerds mit grenzwertigem Humor und widerstandsfähigen Lebern sind. (Für Details empfehle ich Interessierten übrigens das Hashtag auf Twitter nachzulesen.)

Zwischenzeitlich fix einchecken, auf der Terrasse vom Hotelbar den Rest treffen und in eine grade angekommene Traube schlittern, deren ICE hinter Nürnberg erstmal wieder umdrehte und ausgerechnet die Nordlichter mussten die letzten Meter mit einem überfüllten Ersatzzug nach München kommen. Sie rächten sich damit, dass man mir Mexikaner verabreichte. Pfui, Bäh, Seid’s ees wahnsinnig.
Das Abendprogramm fand standesgemäß im Stadion an der Schleissheimerstrasse (so heißt die Kneipe) statt. Mit hervorragenden Pommes, dafür bei gefühlten 70° versuchte ich mich im Laufe des Abends mit ungefähr 100 Menschen zu unterhalten, dem Rasenfunk live zuzuhören (`Tschuldigung Max, das mit der Zimmerlautstärke war schwierig) und meine Leber nicht zu überfordern. Was alles so halb gelang.

Als wir schließlich aus der Kneipe gekehrt wurden, fand sich die Neigungsgruppe Motel One schließlich in der, zu unserem Untergang, durchgängig geöffneten Hotelbar wider, wo die beeindruckende Gin-Karte (40! Sorten!) getestet werden musste. Also von mir. Es war aber dann, man wird ja älter, nicht mal 4, als ich zu Bett ging. Da dachte ich noch, ich könnte mich am nächsten Morgen zur Biergarten-Tour schleppen.
Aber die Hitze und der Fußmarsch in Richtung Schleissheimer hatten dem Hax den Rest gegeben und so musste ich am nächsten Morgen die Segel streichen. Was vielleicht auch so ein ganz klein bisschen für meinen Kreislauf besser war. #Ü30

Andernorts wurde die Stadt mit der Trambahn erkundet, ein Golfkurs besucht oder gleich eine Schnitzeljagd veranstaltet. Das #tkschland – Orga-Team bot ein wahres Irrsinns-Programm auf – und der Höhepunkt sollte erst noch kommen.
Denn wie immer beim mittlerweile zum dritten Mal stattfindenden Treffen der diversen Fußball-Internet-Stammtische der Republik gab es am zweiten Tag ein kleines Fußballturnier. Das an sich ist immer schon eine spaßige Angelegenheit, wenn man dann dafür aber den heiligen Kunstrasen des Trainigsgeländes an der Säbenerstraße betreten darf – dann eskaliert das schon zum Traumturnier.
Ich meine, die SÄBENER STRAßE. Das rote Herz der Stadt. Wo kurz vorher noch Manuel Neuer und Arjen Robben lockeres Training gemacht hatten und vereinzelten Glücklichen am Ende Hermann Gerland über den Weg lief. SERIOUSLY. I CAN’T EVEN.
Der Samstag war schlichtweg eine Aneinanderreihung von Großartigkeiten.
Aber dann hat man mir ein Mikro in die Hand gedrückt.
Also später, zurück in der Schleissheimer Straße, wo am Abend der #Hasscup, so der Name des kleinen Turniers, begossen wurde. Eigentlich hätte das manierlich werden sollen, eine richtige Podcast-Aufnahme des Bavariacast und so. Aber dann streikte die Technik, es wurde später, das Publikum angeheiterter und irgendwann stand ich dann da auf einer Empore, mit einem Mikrofon in der Hand und beleidigte 20 Minuten lang das Publikum. Zu meiner Verteidigung: Auf die Frage, ob man Weißwurst frittieren darf und den Moment, als jemand im Raum Chardonnay bestellt, kann man kaum anders reagieren. Gelacht haben sie ja trotzdem. (Bier! So praktisch!)
Gottseidank kam danach noch der Godfather of gehobene Fußballunterhaltung, Alex Feuerherdt, zum Zug und führte uns charmant wie sachverständig durch diverse Kuriositäten der Fußballregelwelt. (Im Grunde sind wir ein Haufen Nerds. Nur mit Sportbezug.)

Es wurde auch an diesem Abend spät, ich habe auch an diesem Abend immer noch nicht mit allen gesprochen mit denen ich sprechen wollte und dann war in der Hotelbar auch noch unsere Couch belegt! Ganz fantastsich wurde es trotzdem und den Glitzer von diesem Abend zupfe ich heute noch von diversen Körperstellen. Ich könnte jetzt eine unfassbar lange Liste von großartigen Menschen einfügen, die dieses Wochenende so bereichert haben, aber empfehle stattdessen erneut einfach den Blick auf Twitter dazu. Die Schlandler san olle ganz sauguade Leid.

Der bajuwarische Duktus musste natürlich gehalten werden und so beendeten wird das Wochenende Sonntagvormittag (vor 12!) selbstverständlich mit einem Weißwurschtessen. Because of course we did.
Das Giesinger Bräu räumte uns extra den oberen Bereich frei und es gab ganz hervorragende Weißwürscht frisch aus dem Kessel serviert. Dazu richtig resche Brezn, süßer Senf und für diejenigen die das bereits wieder vertrugen, ordentlich isotonische Getränke. Meine Wenigkeit hielt sich lieber an der Hopfenlimo fest. (Einfach nicht den Magen fürs Alkoholikerdasein.)
Die Vegetarier bekamen kleine Brotzeitbrettl mit Obazdm („Das ist die KLEINE Portion?“ Welcome to Bavaria.) und wirklich hungrige Menschen schoben noch goldgelben Kaiserschmarrn mit kriminell gutem Zwetschgenröster hinterher. (Ernsthaft. Das Zeug ist Waffenscheinpflichtig. Heiderassasa.)

Gleichermaßen gestärkt wie entkräftet startete ich gegen 14:00 Uhr eine Verabschiedungszeremonie wie ich sie seit Schulabschlusszeiten nicht mehr kannte und schleppte mich samt Köfferchen schließlich in Richtung Bahnhof. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so müde war. Und so happy. Und so überfordert. Und so aufgekratzt. Und bereits jetzt wieder vorfreudig aufs nächste Jahr. Herrje.

Man möchte meinen, dass ich danach erstmal viel Schlaf und wenig Aufregung gebraucht hätte. Aber, nun, dazu bald mehr. Zumindest blieb ich von Sonntag früh bis Dienstagabend nüchtern. Muss auch mal sein.

Dieses goldschimmernde Wochenende hat die Interaktions-Batterien wieder aufgeladen. In der Richtigen Umgebung und korrekt kuratiert, wie wir Internet-Peeps sagen, können Menschen eine ganz ausgesprochen reizende Spezies sein. Waren aber dann auch jetzt genug Umarmungen fürs Quartal.

Was gut war: KW 29, 2017 (Werktags)

[vorab: Hier fehlt das Wochenende. Da war so viel, dass ich ausnahmsweise einen eigenen Eintrag brauche. Das braucht noch einen Moment.]

Montag aufwachen, an die vor mir liegende Woche denken und irgendwo zwischen Oh Gott und Fuck yeah taumeln.
Im Büro natürlich schon die große Drachenaufregung. Meine Güte.
Gleichzeitig kam die neue Kollegin an, die mich ab sofort ein bisschen in dem Chaos unterstützen wird. Zwischen dem Chef und mir verbringt die Ärmste ihren ersten Tag mit Labberbacken per excellenence.
Nebenher prasselt von allen Seiten Arbeit auf mich ein, weil, is ja noch nicht genug. #alleirre
Es dauert ein paar Stunden, aber im Laufe des Tages merke ich, wie diese alte Besessenheit wieder hochkommt, von der ich während meiner Start-up Jahre gezerrt habe. Diese Tage an denen man gleichzeitig Zeit für eine Person aufbringt, nebenher ein paar Dinge löst und in den kurzen Pausen dazwischen noch Dinge organisiert.
Zwar hatte der Tag noch mit echten Kopfschmerzen ob den vielen Aufgaben begonnen, aber zum Ende hin, war ich wieder voll im Raubtiermodus. Beute anvisiert, so gut wie erlegt. Und wie ich das alles hinkriegen werde. (Okay, das könnte der viele Kaffee gewesen sein.)

Der Dienstag hatte einen Kater und man versuchte allenthalben die letzte Nacht zu rekonstruieren. Was auf seine Art anstrengend war. Ich versuchte die neue Kollegin nach Kräften zu unterhalten, gleichzeitig der drachenbedingten Hysterie Herr zu werden und über ein paar Dinge nachzudenken. Was hauptsächlich unbändige Müdigkeit verursachte.
Es sind Tage, in denen man versucht immer mehr Dinge in immer mehr Zeit zu quetschen und trotz ausreichend Schlaf, frischer Luft und Albernheit (Twitter sei Dank), spüre ich, wie die dauerhafte Angespanntheit meine Knochen müde macht. Wenn dieser Monat rum ist, werde ich einfach mal zwei Tage lang schlafen.
Was dann auch leichter sein wird, weil aktuell höre ich abends durch das geöffnete Fenster die Trommeln des naheliegenden Theater/Zirkus-Zeltes. Die Saison im kleinen Dorf am Inn ist in vollem Gang.
Das Open Air Kino läuft, das Theaterzelt ist offen (und belegt den größten Parkplatz der Altstadt. Egal. Kultur!), der Töpfermarkt ist abgebaut, damit bald Platz für Weinfest und Nachtflohmarkt sind. Wenn ich es Bavarian Stars Hollow nenne, ist das keine Übertreibung.

Am Mittwoch wurde entsetzlich viel gewartet, ganz schlimm. Wenigstens machte die neue Kollegin rasante Fortschritte.
In meinem Kopf will es einfach nicht aufhören zu rauschen und so ganz weiß ich nicht woran es liegt. Klar, für meine Verhältnisse passiert grade diverses, aber nicht genug, um mich so um die Konzentration zu bringen.
Es kommt so weit, dass ich Mittwochabend schulterzuckend auf den für Freitag bereitliegenden Koffer (okay, eine Zahnbürste liegt schon drin) gucke und denke – och, wird schon noch. Ich! Der Reisestreber!

Als ich der neuen Kollegin Donnerstag schon die ersten etwas heikleren Sachen im System zeige, merke ich zum ersten Mal wie sehr mir die richtige Einarbeitung gefehlt hat. Natürlich, alle waren sehr bemüht, aber die eigentlich zuständige Kollegin deren Stelle ich ersetze, war damals schon bis zum Hals in andere Projekte verstrickt. Darum habe ich vielleicht auch so lange an meinen Fähigkeiten gezweifelt, das hier alles hinzukriegen.
Natürlich tue ich das und jetzt, nach fast 8 Monaten, habe ich mich so sehr daran erinnert was ich kann, dass ich endlich den Fuß bei Projekten in die Tür klemme, die mich interessieren oder betreffen. Ich bin dann doch nicht zu doof für die Details hier, ich musste mir nur länger die Grundlagen erarbeiten.
Im Laufe des Tages besorge ich ihr Zugänge und Zugriffsrechte, stelle noch ein paar Menschen vor und merke zum ersten Mal, dass ich bereits ein Stück weit in die Struktur hineingewachsen bin. Aber gut so.

Der Rest ist planen. Der #tkschland steht an. (Ich glaube, ich packe das mal in einen separaten Eintrag. Sonst werd ich nicht fertig. Also, äh, bis gleich dann.)

Was gut war: KW 28, 2017

Es gibt diese Montage, an denen selbst Maschinen und Systeme offensichtlich nochmal über ihr Innenleben nachdenken und Dinge einmal anders machen wollen.
Dazu kommen dann noch wirklich wirre Anfragen und schon sitzt man, während der Rest Feierabend macht, in einem Meeting, bei dem es unter anderem um Drachen geht. (Fragen Sie nicht.)
An der Show-Pony-Front galoppierte Auftritt 2 von 4 auf mich zu und ich begann mir zu wünschen, Menschen könnten aufhören mir da Talent zu unterstellen. Das ist immer der Anfang vom Ende.
Der Dienstag stand im Zeichen von drachenbedingter Arbeit und abseitigem Projekt-Gedöns. Außerdem: Das große Internet-Versandhaus veranstaltete seinen Primeday und für Freunde des gepflegten Betrinkens begann der Tag mit einem Kaufrausch. (See what I did there?) Aus purer Verzweiflung zerrte ich die Twitter-Timeline mit in mein Unglück und unseren gemeinsamen Dispo. Egal, hoch die Tassen!
Mit Ausblick auf den Rest der Woche, hatte ich mir den Alkohol auch bereits verdient.

Auch der Mittwoch überraschte gekonnt charmant mit diversen apokalyptischen Meldungen, größeren Umwälzungen und ganz generell viel überflüssigem Input, um den ich mir Gedanken machen konnte. Das Show-Pony fühlte sich leicht desorientiert.
Zum ersten Mal seit sehr, sehr langer Zeit quasi mehr Aufgaben und höhere Ansprüche als notwendige Zeit dafür. Quasi untrainiert und kalt. Kopf runter, priorisieren, weitermachen. Eine bizarre Woche, passend zu ihrem Status als Vorbereitungs- und Warteperiode.
Die Tage haben zu wenige Stunden oder die Woche zu wenige Tage, alles ist durchgeplant und dringend und überhaupt.

Kein Wunder, dass mir mein Organismus Donnerstagmorgen sagt, wie unzufrieden er mit der Gesamtsituation ist. Lass mal das mit dem Kaffee und den flatterhaften Nerven und ENTSPANN DICH MAL, SONST RANDALIERE ICH HIER. Wir haben ein manchmal nicht ganz einfaches Verhältnis.
Trotzdem, ein Berg Arbeit und der Show-Pony Termin sind eben nichts für schwache Nerven. Kann ja sonst nicht durch die Welt laufen und erzählen wie zäh ich bin, wenn ich plötzlich keinen High-Performance-Level, wie die Kids es nennen, mehr erreichen kann.
Die Performance lief dann aber gar nicht so schlecht, inklusive diversem Extra-Lob. Wobei der Satz „Wir hören dir jetzt nur noch beim Präsentieren zu“ auch falsch verstanden werden kann. Ähem. Ich scheine die Fähigkeit zu besitzen, mein Publikum in eine Art gebannte Starre zu versetzen, wodurch die Reaktion verzögert aber umso euphorischer ausfällt. Bisschen seltsam, funktioniert aber. Wenigstens kein Gottseidank-ist-es-vorbei-Klatschen.
Gut, dass mein nächstes Publikum schon das ein oder andere isotonische Getränk intus haben wird.

Die schon während der kompletten Woche über uns kreisenden Drachen setzten dann ab Donnerstag und den kompletten Freitag hindurch zum Angriff an. #allebekloppt
Um kurz nach 10 dachte ich erstmals an Alkohol und kämpfte mich auch dank der sich verabschiedenden Freelancerin und ihrer Prinzregententorte durch den Tag. Zum Termin, der als Vorbereitung für Bella das Showpony 4/4 zählt, kam ich dann auch dezent derangiert an. Raus kam ich dafür komplett elektrisiert. Fucking hell. Jetzt entwickle ich am Ende noch Ehrgeiz in der Angelegenheit. Das war so gar nicht der Plan.
Nach dem Termin nochmal eine Runde drachenbedingter Änderungen, aber dann, immer noch quasi auf Schienen, nach Hause. Bizarr. Freitag Abend ankommen und denken: Ich will sofort an Projekt XY weitermachen. Been a while.

Auch am Samstag hatte sich die eigentlich heftige Woche noch nicht in Müdigkeit niedergeschlagen. Marktstand leergekauft, den Primeday-Whisky aus der Packstation geholt, Haushalt gemacht, rumgesponnen, abends nebenher Musik vom Odeonsplatz und danach Muse live geguckt. (Große Liebe für 3sat und arte.) Dazu etwas viel Campari Orange.

Zugegeben, am Sonntag waren die Knochen dann endlich schwer. Was ich damit kompensierte, dass ich mich über ein unglaublich fahrlässig gemachtes Arbeitszeugnis für jemanden mit dem Rotstift hermachen durfte. So geht man nicht mit meinen Lieben um, meine Damen und Herren.
Besprochen haben wir die Details des Zeugnis dann bei einem ordentlichen Eisbecher, wobei der italienische Kellner mich qua meiner Aussprache als Landsfrau identifizierte. Ich…hab ihn jetzt mal nicht korrigiert und eine mentale Notiz gemacht, mich endlich um ein Hotel für Florenz im September zu kümmern. Abends dann die Restenergie tatsächlich in das Showpony-Projekt gesteckt und mit etwas Aufregung an die nächste Woche gedacht. Erst ist #tkschland (so ein Twitter-Fußball-Dings-Klassentreffen), bei dem ich etwas zu Bayern erzählen soll (also quasi ein Live Bavariacast. Aufregend!) und dann die Showpony-Nummer. Großes Kribbeln, alles ein wenig unter Strom. Dafür die ganze Ruhe vorher also.