Donnerhall(en)

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Then sang to the sea for feelings deep blue

Somewhere between psychotic and iconic
Somewhere between “I want it” and “I got it”
Somewhere between I’m sober and I’m lifted
Somewhere between a mistress and commitment

Die Träume werden wirrer, die Stimmung absolutistischer. Es soll bitte alles vorbei sein, auf der Stelle. Gern auch indem andere Entscheidungen für mich treffen. Wirklich, ich will mich mit nichts mehr rumschlagen.

Vielleicht sollte ich Pfeile auf eine Karte werfen. Oder würfeln. Mich verlosen.

Es gibt in jeder Depression diese Phase, in der hat man die ersten paar Stufen aus dem Keller heraus eigentlich geschafft, aber jetzt müsste man eine besonders große nehmen und man dreht sich um und überlegt. Wäre das am Ende den Aufwand wert? Vielleicht gibt es ja eine Abkürzung, eine Alternative. Nicht Dinge in meinem Leben ändern, sondern mich ändern. Mich optimieren, dann wird bestimmt auch alles besser. Wenn ich schlanker, schlichter, romantischer oder wenigstens sportlicher wäre, vielleicht könnte ich dann das Loch in mir drin mit etwas anderem abdichten. Wenn mich nur genug, nur die richtigen Menschen gut fänden, dann wäre alles anders. Wenn ich mitreden könnte bei Tinder, Wochenend-Trips und Schuhen. (Nein, ich nenne nicht Geschlechtsgenossinnen per se oberflächlich. Schuhe sind nicht mehr oder weniger relevant als Fußball.) Oder wenn ich solide werden würde. Ich war doch immer älter als alle anderen, wie sind die nur schneller erwachsen geworden?

Wenn ich mehr „fun“ wäre, womöglich müsste ich nicht schon wieder auf den Kalender schauen und seufzen. Es ist nicht mal mein Datum, aber ein Anfang von etwas das wohl kein Ende bekommen wird. What an utter clusterfuck of unspoken things. (Brüllt eine Weile in den bodenlosen Schrankkoffer mit den alten Geistern)

Aber nein, jetzt kommt der harte Teil. Unter anderen Umständen ist das gern der Moment in dem die Schatten einem nach dem Leben trachten. Auch darum kommt Suizid oft so überraschend, wo es doch grade wieder bergauf ging. Der Wunsch nach dem anderen, nach dem besseren Leben, er ist mit einem Aufwand verbunden zu dem man sich kaum in der Lage sieht, weil man doch so unendlich müde ist. Wieder windet sich der Kopf, will das Problem an anderer Stelle festmachen. Vielleicht, wenn ich nur noch von Gemüse und Wasser lebe und eine von diesen dauerlächelnden jederzeit souverän gestylten Instagram-Feen werde….

Voll wissend, dass das Blödsinn ist, kann ich mich von derartigen Gedanken aber nicht lösen. Weniger Emily Strange und mehr Emily Gilmore.
„The Glow Up“ nennen die jungen, hippen Menschen das heute. Schönheit und Erfolg als ultimative Rache an denen, die einen nicht zu schätzen wussten. Die ungefähr 72 Fallstricke eines solchen Mantras mal außer Acht gelassen – was, wenn mein Glow Up, mein ideales Leben gar keines ist, das andere auch nur annähernd wollen würden?

Mein ideales Leben, es fände nachts statt, es bestünde aus Schreiben, Entwickeln und Debattieren, aus langen Abenden an der Bar, Dinner Partys und anderen Dingen, die nichts mit Produktivität oder Karriere zu tun haben. Einen Algonquin Table für 2020 zusammenstellen, das klingt nach meiner Art von Spaß – nicht Director of Headdesk Communications central Absurdistan.
Weil mehr als Worte habe ich nicht. Mehr als Worte kann ich nicht. Mehr als Worte begreife ich auch nicht. Verlang nicht von mir zu verstehen was nicht gesagt wurde. Glaub nicht, ich würde nach Dingen handeln die nirgendwo geschrieben stehen.

Am Ende, das wird mir nach diesen 12 Monaten klar, nach langer Stille an mancher Front und vagen Andeutungen an anderer Stelle, muss ich zurück zu den Worten. Dann ist es sogar egal wie ich aussehe oder wo ich bin. Isoliert und abgelehnt oder als Mittelpunkt der Gruppe, es ist alles wertlos ohne Kommunikation. Ich veröffentliche also diese Nabelschau auch, um sie mir selbst zu verdeutlichen und nehme nichts so drastisch war wie die Stille, die fehlende Antwort, die ausbleibende Erklärung.
Die Spannung in meinen Schultern, die Luft, die es nicht bis in meine Lungen schafft, der Schmerz, wenn ich einen falschen Schritt tue. Ich weiß, dass sie sich lösen werden, wenn ich sagen kann, was ich sagen muss. Egal ob im Job oder privat. Nach langer Freundschaft oder gerade erst aufeinander getroffen. Auch die getroffene Entscheidung trägt man nur mit sich herum, bis man sie ausgesprochen hat.

Wieso muss ich immer erst in den Keller hinunter, um das einzusehen? Ach so, ja, weil ich gern irgendwas richtig gut können würde. Das mit den Worten klappt bloß so okay. (Zumindest klingen die oberen Absätze erschreckend nahe an meinem Fertigkeitslevel von vor 10 Jahren. Vielleicht mal Zeit ins bessere Schreiben investieren. ) Na gut. Weitersuchen. Bis dahin aber Worte. (Und für 2019 auch mal wieder so richtige Themen. Notfalls rumranten. Aber dieses vor-sich-hin-leiden will wirklich niemand lessen.)

Unrelated, aber vom Schmerzlevel her ungefähr akkurat:

But I stay down, girl, I always stay down
Get down, never lay down
Promise to break everybody off before I break down
Everyone just wait now
So much on my plate now
People I believed in: they don’t even show their face now

Fragen 376-400 (von hier)

376. Vor welchem Tier hast du Angst?
Dem Neidhammel.

377. Weswegen warst du zuletzt vollkommen verwirrt?
Das bin ich oft, weil mir Menschen an und für sich ein großes Rätsel sind. Allerdings: Leider fällt mir immer noch als erstes die kommunikative 180°_Wende von jemandem aus dem Sommer ein, wenn ich an Dinge denke, die mich nachhaltig verwirrt haben.

378. Was hast du immer im Kühlschrank?
Milch, ein paar Sorten Käse, Oliven. Ein paar Tonics, die dort kühl lagern.

379. Genierst du dich dafür, dass du bestimmte TV-Sendungen schaust?
Nö. Allerdings hab ich eine derart geringe fremdschäm Toleranz, dass ich viel von dem was unter ‚Trash-TV‘ läuft auch einfach nicht ertrage. Und meine Schwäche für hysterische Home-Shopping Sendungen geb ich gerne zu, das ist eine faszinierende Subkultur.

380. Wann hattest du die beste Zeit deines Leben?
Die muss noch kommen, sonst will ich mein Geld zurück.

381. Wen hast du zu Unrecht kritisiert?
Dass ich von Fußball keine Ahnung habe, muss doch hier wirklich nicht noch ausführlicher debattiert werden.

382. Machst du manchmal Späße, die du von anderen abgeschaut hast?

Damit ist dieses Nacherzählen von guten Tweets gemeint, gell? Ja klar.

383. Bestellst du im Restaurant immer das Gleiche?
Bei meinem Lieblingsitaliener gibt es manchmal auf der Tageskarte wiederkehrende Dinge, die ich nochmal bestelle. (Frisch gemachte Ravioli mit Kastanienfüllung in Salbeibutter. Zum Sterben gut.) Aber sonst? Gott nein, bloß nicht.

384. Gibt es etwas, du insgeheim anstrebst?
Ja natürlich.

385. Wie würdest du deine Zeit verbringen, wenn du alles tun dürftest, was du willst?
Wenn ich die Mittel dazu hätte? Ständig auf Konzerte gehen und in interessante Städte reisen und mit klugen Menschen bei teuren Drinks den Abend verbringen. Und Ausschlafen, immer ausschlafen.

386. Was begeistert dich immer wieder?
Die Macht von Live-Musik, echte Anteilnahme, die Freude im Gesicht eines Menschen, wenn man z.B. das genau richtige Geschenk gefunden hat.

387. Welche Sachen kannst du genießen?
Sachen? Hm. Essen. Edle Stoffe. Eine wirklich gute Matratze. Ein Parfum das wirklich zu mir passt. Sogar richtiges Aufbrezeln, mit Schmuck und Kleid.

388. Findest du es schön, etwas Neues zu tun?
Meistens.

389. Stellst du lieber Fragen oder erzählst du lieber?
Wenn jemand wirklich interessant ist, natürlich lieber Fragen stellen. Aber wenn man mich lässt… I’ve been known to talk for a while.

390. Was war dein letzter kreativer Gedankenblitz?

Da liegt eventuell eine Geschichte rum, ich muss sie nur noch vollständig ausgraben. Plus: Oh, ich weiß was ich beim diesjährigen Pegelwichteln verschicke!

391. Bei welchem Song drehst du im Auto das Radio lauter?
Ich hab ja kein Auto. Aber wenn ich irgendwo in Radionähe bin, gibt es zuverlässig zwei Songs, die aber sowas von lauter gedreht werden.

Oh, ich glaube es gibt da einen royalen Faden in meinem Musikgeschmack. Eigentlich ein Sakrileg beim Somebody to love das Cover zu nehmen, aber die Version ist auf ihre Art eine eigene Ikone. Freddie wäre so stolz gewesen. (Kurzer Gedankengang, dass es in einigen Jahren wohl ein George Michael Biopic geben wird und das noch schwieriger werden könnte, als einen adäquaten Freddie Mercury zu finden.)

I work hard every day of my life
I work ’til I ache in my bones
At the end
I take home my hard earned pay all on my own
I get down on my knees
And I start to pray
‘Til the tears run down from my eyes
Lord, somebody ooh somebody
Can anybody find me somebody to love?

*schnief*

392. Wann hast du zuletzt enorm viel Spass gehabt?

Ich kann doch nicht schon wieder meine Geburtstagsfeier…. Aber die war nun mal wirklich gut. Soweit ich mich daran erinnern kann.

393. Ist dein Partner auch dein bester Freund oder deine beste Freundin?
Ich hab ja gleich nix von beidem.

394. Welchen Akzent findest du charmant?
Ich gebe zu, so wenig ich sonst mit Frankreich anfangen kann, wenn Franzosen Deutsch sprechen, schmelze ich ein klein wenig. Und Schotten sobald sie…egal, eigentlich alles sprechen, Englisch inklusive.

395. In welchen Momenten des Lebens scheint die Zeit wie im Flug zu vergehen?
Ja wenn’s halt grade besonders viel Spaß macht.

396. Wann hast du zuletzt deine Frisur geändert?
Frisur ist ein hochgegriffenes Wort für das was da auf meinem Kopf passiert. Ich hab die Spitzen geschnitten und sie bekommen jetzt extra Locken-Pflege in der Hoffnung, dass ich bald einen Schopf habe, den ich einfach so jederzeit offen tragen kann.

397. Ist an der Redensart Aus den Augen, aus dem Sinn etwas dran?
Haben wir nicht grade erst geklärt, dass ich nicht loslassen kann? Natürlich vergesse ich auch nicht. Umgekehrt hab ich mir sagen lassen, einen gewissen Eindruck hinterlassen zu haben.

398. Wie nimmst du Tempo aus deinem Alltag?

Ich hab mich noch nie unnütz hetzen lassen, das braucht es also gar nicht.

399. Machst du jeden Tag etwas Neues?
Nein. Das ist auch okay. Aber öfter dürfte es schon sein.

400. Bei welchen Gelegenheiten stellst du dich taub?

Wenn ich amateurhaft manipuliert werden soll. Gebt euch gefälligst Mühe.

365 and counting

Es gibt diese Tage, da starrt man auf den Kalender und irgendwo im Hinterkopf klickt es die ganze Zeit, aber man kommt nicht drauf. Man zieht es einige Stunden so mit sich rum und manchmal kommt man erst Tage oder sogar Wochen später drauf. Und manchmal geht man durch eine Drehtür und hat ein Déjà vu, das einen erstmal Luft holen lässt.

Heute war letzteres. Der 4. , das war letztes Jahr ein Montag. Der war grau und kalt und grässlich, besonders in Unterföhring. Dahin fuhr ich vom kleinen Innenstadt-Büro aus der fröhlichen Accelerator-Bubble zu einem anstrengenden und wenig produktiven Termin. Anschließend wollte ich noch dem Team Hallo sagen und irgendwo dazwischen meinte jemand, ich müsste noch etwas erfahren, es gäbe… Neuigkeiten.

Ein Foto vom grau-verschneiten Medienghetto hatte ich kurz vorher auf Twitter gepostet, durchaus erleichtert darüber sehr wahrscheinlich nicht so bald zurückkehren zu müssen.
Die Sache ging anders aus.
An dem Tag dachte ich darüber nach, dass ich jetzt ein Jahr im Unternehmen bin, mittlerweile sind es 2. Über Zeit und ungeahnte Möglichkeiten. Alles schien… offen.

Was mich selbst im Nachhinein noch verblüfft: So wenig mich die Nachricht über die kurzfristige Schließung des Accelerators geschockt hat (Start-ups härten ab), so sicher war ich mir im selben Moment, dass es erst der Anfang von größeren Veränderungen war. Es lag etwas in der Luft. Vielleicht passten auch zu viele Dinge nicht zusammen.
Genauso wie mir sofort klar war, dass ich vom High des freien Arbeitens an einer eigenen Idee erstmal ganz schön tief fallen würde. Wie tief es durch die spezifischen Umstände und alle Vorkommnisse die erst noch passieren würden sein sollte, davon hatte ich – gottseidank – keine Ahnung.

Quasi mit der Hiobsbotschaft (hätten die Messenger in der Bibel damals auch Bomberjacken getragen, der Mann wäre nicht so stoisch geblieben!) begann mein Kopf auch alles krampfhaft festzuhalten. Wie tausende von Polaroids sind Augenblicke und Details aus den letzten Wochen 2017 immer noch in meinem Kopf. Der Adventskalender auf dem Schreibtisch an den ich dann doch bereits im Januar zurückkehren würde, die plötzliche Stille mit der Zuhause die Tür hinter mir ins Schloß fiel. Der Blick einer Kollegin aus dem Accelerator am nächsten Tag, als ich anmerkte, dass es die schlechten Nachrichten schon vorab zu mir geschafft hatten – sie war schon eine Weile eingeweiht und plötzlich erlaubte sie sich wohl, dass man den Kummer darüber auch auf ihrem Gesicht sah.

Ich weiß noch wer was im Mariandl bestellt hat, erinnere mich an das absurde Gespräch mit dem jungen Founder und der Praktikantin ein paar Tage später, der wir erklärten was der Y2K-Bug war (Ja. So jung sind die jetzt.)
Noch eine Nachricht, noch eine Veränderung, um mich herum plötzlich überall Aufbruchspläne. Was doch so gar nicht sein durfte, nicht jetzt, wo ich wieder gescheitert war. Aber zu mehr als Ambivalenz war ich schon nicht mehr fähig. Das innere Abstumpfen begann schnell, vermutlich präventiv.
Manchmal frage ich mich, wie es gewesen wäre, hätte ich meinen Vater nicht verloren, während ich bereits komplett auf Autopilot lief, sondern womöglich mitten im Hoch nach einem erfolgreichen Pitch.

Wäre die Trauer eine andere gewesen? Andererseits, so konnte ich mich wenigstens nützlich machen.

Aber so weit sind wir noch nicht. Es ist Anfang Dezember und da ist dieses seltsame Vakuum. Man arbeitet an etwas von dem man weiß, dass es quasi keine Zukunft hat. Man bereitet Ergebnisse auf, präpariert einen Pitch, ins leere hinein. So müssen sich Fußballer fühlen, die schon abgestiegen sind.
An Tagen wie heute frage ich mich, ob das alles nur ein Fiebertraum war, ein Hirngespinst, es war ja auch zu gut. Meine Hybris, immer mal wieder zu denken ich wäre für ein größeres Leben bestimmt, in voller Blüte.

Ja, die Melodramatik will ich noch nicht ganz ablegen, es ist… schwierig.

Auch jetzt frage ich mich wieder welcher Teil von mir vielleicht grade auf Automatik umgestellt hat. Der frustrierende Stress der letzten Wochen schlägt sich im und am Körper nieder. Mein Lieblings-Phänomen von Stress –> weniger Essen –> mehr Cortison –> Klamotten sitzen enger hat wieder voll zugeschlagen und es sollte mich nicht so sehr grämen wie es tut. Ich hasse es, wie wenig mir dieser Organismus gehorcht, wie er in Haut und Haaren widerspiegelt, dass hier grade gar nichts stimmt, obwohl die Umstände eigentlich erträglich wären.

Man holt sich seine Dosis an Glücks-Hormonen wo man kann. Wird Mitglied einer Büchergilde, weil schöne, besondere Bände heute noch dieselbe Wirkung auf mich haben wie seit 25 Jahren. Außerdem ein Grund nächstes Jahr mindestens 4 mal in die Schuhkarton-große aber so wundervoll ausgesuchte Buchhandlung zu gehen. Wir brauchen Buchläden, fürs Seelenheil. (Abgesehen davon, dass diese Sachen wirklich, wirklich großartig sind und ich meine Abende momentan mit Mary Shelley verbringe. )
Päckchen schnüren, Geschenke ordern, Weihnachts-Dessert basteln. Ein Teil von mir würde die Wochen bis zum Jahresende gern allein und in Ruhe verbringen, nur beschäftigt damit für andere hübsche Dinge zu machen. Ich muss dann gar nicht dabei sein oder brauche große Gesellschaft, ich möchte einfache nur etwas beitragen. (Was Sie hier hören ist der in Lichterketten verkleidete dunkle Schlamm, ein Schattenmann der sich zu Weihnachten als Nächstenliebe selbst Selbsthass tarnt.)

So viel Zeit dieses Jahr habe ich unter Wasser verbracht, mit einem schwach funkenden Echolot auf der Suche nach einem Feedback, nach der Topologie dessen was übrig geblieben sein könnte. Ein bisschen fühlt es sich an, als würden mir kurz vorm Auftauchen die Kräfte ausgehen. Aber der restliche Sauerstoff muss noch bis zur Oberfläche reichen.

Fragen 351-375 (von hier)

351. Wie eitel bist du?
Sehr viel mehr als ich zugeben wollen würde. *zupft einzelne Lockensträhnen von links nach rechts*

352. Folgst du eher deinem Herzen oder deinem Verstand?
Mein Herz ist eine Memme, dann lieber Hirn voraus.

353. Welches Risiko bist du zuletzt eingegangen?
Passend zum ängstlichen Herz: Meine Risiken sind immer emotionaler Natur. Zuletzt bin ich aber selbst damit wieder vorsichtig. Oh well.

354. Übernimmst du häufig die Gesprächsführung?
Häufig, hihi.

355. Welchem fiktiven Charakter aus einer Fernsehserie ähnelst du?
Toby Ziegler (The West Wing). Abed (Community). Faith (Buffy). Christina Yang (Greys Anatomy). (Ein Muster? Ach was.)

356. Was darf bei einem guten Fest nicht fehlen?
Gelächter. Gelächter, bis jemandem die Tränen kommen.

357. Fällt es dir leicht, Komplimente anzunehmen?
Jetzt kennen wir uns seit 350 Fragen und du weißt immer noch nichts über mich.

358. Wie gut achtest du auf deine Gesundheit?
Eigentlich finde ich gar nicht, dass ich besonders viel tue, bekomme aber immer öfter mit, dass ich wohl Kleinigkeiten verinnerlicht habe, einfach weil ich schon so oft mit irgendwas darnieder lag. Ich achte auf meine Haltung und hatte noch nie ernsthafte Rückenschmerzen. Genauso habe ich ein Auge auf mein Schlafpensum, weil ich weiß, wie böse es sich bei mir auswirkt, wenn ich eine Weile zu wenig Schlaf bekomme. Obst und Gemüse – und zwar saisonal, möglichst frisch. Viel, viel Wasser und Tee. ORDENTLICHES SCHUHWERK.

359. Welchen Stellenwert nimmt Sex in deinem Leben ein?
Im Vergleich zu was? Mit Sex ist es wie mit allen Sinnes-Erlebnissen. Wenn er gut ist, macht er das Leben noch lebenswerter. Wenn er schlecht ist, fragt man sich was das alles soll. Wenn er nicht vorhanden ist, kompensiert man. Funktioniert auch für Essen, Adrenalinräusche oder Musik.

360. Wie verbringst du am liebsten deinen Urlaub?
Es muss schön genug sein, um alles andere zu vergessen, aber nicht so schön, dass 40.000 andere Menschen auf dieselbe Idee kommen. Und das Essen muss gut sein.

361. Was war deine schlimmste Lüge?
Abgesehen von der einen Sache, die ich wirklich nicht erzählen kann (wirklich nicht, Sie hielten mich ja für kriminell) – ich bringe mich traditionell eher mit der Wahrheit in Schwierigkeiten, insofern fällt mir keine große ein. Also, außer der. (Und das war moralisch ambivalent weil ich zuerst angelogen wurde und mich nur zur Wehr gesetzt habe, nämlich.)

362. Erweiterst du deine eigenen Grenzen?
Manchmal. Aber die können auch sehr schnell wieder enger gezogen werden.

363. Kannst du gut Witze erzählen?
Überhaupt nicht.

364. Welches Lied handelt von dir?
Ich weiß nicht, wie Brandon Boyd das gemacht hat, aber es gibt ein Incubus-Lied, das wirklich also tatsächlich… es erschüttert mich ein wenig. Schön ist es auch noch.

Earth to Bella
The world can be an unfriendly place
So hold your head up
Do your best to save some face
It’s not so hard
Just undo yourself and see your second sun ascend

Earth to Bella
This is a quiet emergency
Earth to Bella
There’s so much more to get then wronged
Earth to Bella
You’re treading water successfully
But are you really
Don’t you want to see the deep
It’s not so hard
Just forgive yourself and feel the water open in

365. Welche kleinen Dinge kannst du genießen?
Och, sehr viele. Gute Essen natürlich. Gute Gesellschaft. Absolute Stille. Aufwachen und feststellen, dass man nichts sofort und dringend zu erledigen hat.

366. Wofür darf man dich nachts wecken?
Notfälle aller Art, auch die seelischen. Eine wirklich gute Geschichte. Katzen.

367. Was würdest du gern an deinem Äußeren ändern?
Ach…ach. Unaufwändiger hätte ich es gern, aber das könnte ich selbst ändern. Was tatsächlich unpraktisch ist: meine furchtbar runden Schultern. Durch die sehe ich gewichtsunabhängig immer klopsförmig aus und Taschen halten da auch nicht. Das Kreuz könnte insgesamt breiter sein, so generell.

368. Was soll bei deiner Beerdigung mal über dich gesagt werden?
Das Maul werden sie sich zerreißen – und genau so soll es sein.

369. Lässt du dich leicht zum Narren halten?
Dafür bin ich im allgemeinen zu misstrauisch. Im speziellen gibt es eine bestimmte Sorte Mensch, ein Verhalten dem ich auf den Leim gehe, aber vielleicht hab ich die Lektion dieses Mal gelernt.

370. Was würdest du gerne einmal tun, vorausgesetzt dass es keinesfalls schiefgehen könnte?
Alles natürlich, was für eine Frage. Von einer hohen Klippe ins Meer springen, Karaoke singen, ein Unternehmen gründen, jemandem meine Liebe gestehen (fällt mir jetzt ad hoc niemand ein, aber das findet sich), eine Revolution anzetteln.

371. Muss man immer alles sagen dürfen?
Ja, man muss dann aber auch die Konsequenzen aushalten.

372. Wem solltest du mehr Aufmerksamkeit schenken?
Bestimmt jemandem, der mir jetzt nicht einfällt was wiederum die Annahme bestätigt. Ein Teufelskreis.

373. Kannst du gut loslassen?
Nein. Darin bin ich wirklich, wirklich miserabel. Natürlich, wenn man sich eh immer und bei allem zurückgelassen fühlt.

374. Wofür bist du dankbar?
Die bedingungslose Liebe der Familie. Der reale Rückhalt von dereinst nur virtuellen Freunden. Überhaupt: Das Internet, trotz allem.

375. Sind Komplimente von Leuten, die du nicht gut kennst, wichtig für dich?
Gott nein, wenn Komplimente mir generell wichtig wären, ich wär doch schon lang eingegangen.

Don’t roll your eyes my sweet

I know a man who fills his emptiness
With strangers
I know a girl who drinks herself to
Sleep at night
You can’t change her
I know people who use chat rooms as
Confessionals
I know down and outs who once were,
Once they were professionals
Wipe it off your sleeve
Your superiority
Don’t roll your eyes my sweet

Wie ich seit Tagen versuche, einen Blogeintrag zu schreiben, aber nicht mal im Ansatz dazu komme, weil es eine von diesen Wochen ist, in der ich die Zeit zwischen den überfüllten Arbeitstagen mit Schlaf fülle.
Ansonsten nur das Nötigste an Emails und Korrespondenz (Fragen Sie mich demnächst nochmal danach, wie die Deutsche Bahn mein Geld verschusselt hat und mir ein Inkasso-Verfahren für die im September bezahlte Bahncard anhängen will. )

Endlich ist es kalt, grau und neblig. Sogar mit Schnee. Grade eben war noch die C. hier und wir schlenderten durch die von der Sonne beschienene Altstadt, mit deren pittoreskem Charme ich ein ganzes Wochenende lang angab. Okay, plus Torte und Luxus-Frühstück. Wenn dieses Städtchen was kann, dann frühstücken. Nächstes Mal beweise ich das auch noch für die Pasta. (Genusssüchtiges Volk, meine Güte.)
Am Tag nach ihrer Abreise reißt sich der Winter die Maske vom Gesicht und legt eine kleine Solonummer mit vereinzelten Flocken hin. Zum Trotz buche ich ein Hotelzimmer in Mailand nächsten Sommer, um dort eine Rockband live zu sehen. So suddenly I’m that kind of person.

Diese Art der erschöpften Müdigkeit hatte mir fast ein bisschen gefehlt. Es ist furchtbar, aber es geht mir besser, wenn ich mich in alle Richtungen strecken muss. Vielleicht investiere ich die ganzen Überstunden in noch mehr freie Tage über Weihnachten. Es langt für dieses Jahr, glaub ich, so generell.

An Papas Geburtstag schreibt meine Schwester mir von dem Traum in dem er vorkam. Alles durchaus plausibel, inklusive des kaputten Gartenzauns. Auf eine gute Art fühlt es sich nicht wie ein ganzes Jahr an, das er schon fast fehlt. Manchmal frage ich mich, ob gerade auch die Menschen mit ungeraden Persönlichkeiten, mit sichtbaren Fehlern und dem Hang zur großen Geste ein langes, deutliches Echo hinterlassen. Oder in unserem Fall einfach einen sehr klaren genetischen Abdruck in mir und meiner Schwester.
Kurz darauf wird die Schwester krank, aber sie ist darin wirklich furchtbar schlecht und darum bekomme ich am dritten Tag via Whatsapp mitgeteilt, dass meine CD-Sammlung, die sie bei ihrem Auszug aus dem Elternhaus vor 4 Jahren versehentlich mitgenommen hatte (lange Geschichte), jetzt sortiert und staubgewischt in einer großen Tasche auf mich wartet. (Gibt es sowas wie Bücher-Telefonzellen auch für CDs? Ich meine, da sind Schätze der späten 90er Pop-Hochphase dabei.)
Außerdem hat sie sich doch mal durch die ganzen Platten sortiert, die sie in den letzten zwei Jahren aus der elterlichen Sammlung mitgenommen hat und auch hier stellte sie fest, dass im Eifer wohl fast alle doppelt vorhandenen sowie sehr ähnlichen Tonträger ZUFÄLLIG bei ihr gelandet sind. (Man erkennt ein Muster.) Auch davon wird mir eine Tasche voll zusammengestellt. Aha. Ich hab zwar keinen Stauraum dafür, aber das ist in dem Fall egal, Schallplatten sind ja sehr dekorativ.

Ich registriere das alles nur nebenher, weil im Büro derweil etwas, das schon sehr, sehr lange vor sich hin wabert wohl endlich überkocht. Was zwar erstmal für Stress und doppelte Arbeit sorgt, aber das Thema auch auf Ebenen bekannt gemacht hat, wo man mit etwas mehr Druck Lösungen einfordern kann.
Es gibt eine spezielle Form von Erleichterung, fast ein Energieschub, wenn Dinge diesen Eskalations-Level erreichen, zumindest bei mir. Es sollte mir Sorgen machen, wie viel besser, wie viel aktiver ich agiere, wenn alles unter Strom steht.
Ob das noch der Imprint aus der Start-up Zeit ist, oder ich das tatsächlich bin, weil Konfrontation mir mehr liegt als kleine diplomatische Schritte – irgendwann sollte ich mit der Frage mal ein wenig Zeit verbringen. Kein Wunder, dass das mit der Konzern-Karriere und mir nix wird.

Das rettende Wochenende droht weniger still und starr zu werden als erhofft, aber was tut man nicht alles für die Familie, notfalls lässt man sich halt bekochen.
Außerdem hab ich die Schnapslieferung fürs #pegelwichteln immer noch nicht fertig ausgepackt. Es wird also wenigstens ein entspannendes Highlight geben.
Nachts aufwachen, weil du dich fragst, ob du in den Emails zum #Pegelwichteln eigentlich generisches Maskulinum verwendest und wie es dazu kommen konnte. Die Schnapsdrossel ist schließlich ein Weibsbild.

Fragen 326-350 (von hier)

326. Welche Frage wurde dir schon zu häufig gestellt?
„Und wo kemman deine Leid einglich her?“
Es nervt mich ja schon und ich habe 400 Jahre bajuwarische Vorfahren vorzuweisen. Können wir das bitte einfach generell und für alle lassen? Wenn jemand von seinen Wurzeln erzählen will, wird sie das schon tun.

327. Ist alles möglich?
Das wäre furchtbar.

328. Hängst du an Traditionen?
An den guten. Oder eigentlich: An denen, die ich mit guten Erinnerungen und lieben Menschen verbinde.

329. Kennt jemand deine finstersten Gedanken?
Das Internet. Tjaha.

330. Wie sieht für dich der ideale Partner aus?
So…optisch? Äh. Zu schön dürfte er eh nicht sein, schöne Männer irritieren mich hauptsächlich. Mir fällt auch spontan nix ein worauf ich achte oder besonderen Wert lege. Eine gute Haltung wirkt immer souverän. Der Gipfel der Oberflächlichkeit allerdings: Ich hab eine Schwäche für gut angezogene Männer. Ja, Anzüge, gute Schuhe, klassische Uhr, das ganze Programm.

331. Wonach sehnst du dich?
Mich anlehnen zu können.

332. Bist du mutig?
Hm… Furchtlos, ja. Aber das ist nicht dasselbe, denke ich. Ich kann mutig sein, wenn es die Situation erfordert. Also nicht waghalsig.

333. Gibt es für alles einen richtigen Ort und eine richtige Zeit?
Ich glaube, dass es für alles einen falschen Ort und eine falsche Zeit gibt. Der Rest ist eine Skala von ‚wird schon‘ bis ‚quasi ideal‘.

334. Wofür bist du dir zu schade?
Von oben herab behandelt zu werden. Nicht den Mund aufzumachen, wenn jemand anders neben mir schlecht behandelt wird.

335. Könntest du ein Jahr ohne andere Menschen aushalten?
Ja, leider.

336. Wann warst du zuletzt stolz auf dich?
Es ist zu lange her. Oder es hat sich nicht rentiert.

337. Bist du noch die Gleiche wie früher?
Ich finde grade zu ihr zurück.

338. Warum hast du dich für die Arbeit entschieden, die du jetzt machst?
Das frag ich mich auch gerade… Allerdings: Als menschgewordene Schnittstelle hat man mit vielen verschiedenen Disziplinen zu tun, lernt ständig dazu und hat immer noch eine praktische Aufgabe. Dadurch wird man keiner von diesen reinen Konzept-Menschen ohne Ahnung von der tatsächlichen Umsetzung.

339. Welche schlechte Angewohnheit hast du?
Ich lange mir ständig in Gesicht und Haaren herum, ganz schlimm.

340. Verfolgst du deinen eigenen Weg?
Wenn er nicht verbaut ist, ja. Ich räume grade noch Geröll von der Straße.

341. Worüber kannst du dich immer wieder aufregen?
Doppelzüngigkeit. Feigheit. Diese komischen verschweißen Plastik-Verpackungen, die man nur öffnen kann, wenn man Verletzungen in Kauf nimmt.

342. Kann jede Beziehung gerettet werden?
Nein, aber das gehört dazu.

343. Mit welchem Körperteil bist du total zufrieden?
Ich bin eine Frau – darf ich sowas haben? Ernsthaft, nicht wirklich. Aber ich bin zufrieden genug mit fast allen.

344. Womit hältst du dein Leben spannend?
*blickt auf das aktuelle Leben*
Let me get back to you.

345. Kannst du unter Druck gute Leistungen erbringen?
Zeitdruck, ja. Druck durch eine Person? Well, fuck you.

346. Welche Lebensphase hast du als besonders angenehm empfunden?
Insgesamt war das Studium schon sehr frei und voll von neuen Eindrücken. Aber ich glaube nach wie vor, dass das Beste noch kommt. Ich muss.

347. Findest du andere Menschen genauso wertvoll wie dich selbst?
Tendenziell eher wertvoller. Wenn sie mehr Liebe verteilen oder mehr zur Gesellschaft beitragen. (Jaha, ich weiheiß.)

348. Hast du immer eine Wahl?
Zwar manchmal nur zwischen Pest und Cholera, aber, ja.

349. Welche Jahreszeit magst du am liebsten?
Forever Herbstkind. Gern auch in der nassen Nebel-Variante, nicht nur golden schimmernd.

350. Wie hättest du heissen wollen, wenn du deinen Namen selbst hättest aussuchen dürfen?
Ich bin grundsätzlich ausgesprochen zufrieden mit der Wahl meiner Eltern. Besonders weil der Name bis vor einigen Jahren in diesen Breitengraden richtig selten aber nicht exotisch oder übermodern war. Jetzt gibt es, Twilight sei dank, ein paar mehr von uns, auch gut. Wenn ich überlege welche Namen mir gefallen, es wäre trotzdem etwas prätentiös-altmodisches geworden. Charlotte, Marlene oder Rebecca. Insider dürfen natürlich Scarlett sagen. Doch, das passt schon so.

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Thema von Anders Norén.