Donnerhall(en)

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Schlagwort: 1000 Fragen (Seite 5 von 7)

Sturm, Drang, wildes Fuchteln

Die innere Unruhe, sie pumpt plötzlich sehr aufmüpfig durch meine Venen. Als wüsste ein Teil von mir, dass das Trauerjahr zu Ende geht und neue Ziele her müssen. Beruflich, privat, überhaupt. Fast als hätte nicht nur der Körper, sondern auch der Geist eine eigene Rekonvaleszenzphase.

Das erste Allerheiligen an einem neuen Grab und der Dezember mit seinen vielen dusteren Jahrestagen rücken näher, ich spüre sie wie eine Druckwelle auf mich zukommen. Selbst Weihnachten, mein ewiger Punkt der großen Vorfreude scheint dieses Jahr eventuell so ganz anders zu werden. Ich flüchte in die Wein-Bestellung. Niemand verdirbt mir mein Fest der beschwipsten Familie.

Draußen wird der Inn langsam wieder blaugrün, fast wie das Mittelmeer. Wind zieht auf, aber noch pocht die Sonne auf ihr Recht. Sie spielt ein bisschen mit uns, lacht wahrscheinlich hämisch während wir zwischen Jacken und Füßen ohne Socken wanken.

Wo ich doch in der Kälte besser denken kann. Komm schon, du blauer Hauch aus dem Osten, zieh heran, lass uns schneller gehen und ernster sprechen, wir müssen ein paar Entscheidungen treffen.

Meinem Organismus verlangt es nach Obst, gerade so als wolle er wach bleiben, den nahenden Winterschlaf überlisten. Nein, dieser Herbst ist für die Suche nach neuen Revieren gedacht.

Noch hängen mir die alten Geister in den Kleidern, sie zerren an manchen Tagen so sehr, dass ich keinen Schritt nach vorne tun will. Manchmal bin ich auf die Geister und mich selbst derart wütend, dass ich anfange zu zappeln und nicht mehr weiß, was das alles soll. Stunden wie Treibsand, wenn Nichts meine Aufmerksamkeit genug bannt, dass ich mich daran herausziehen könnte. Also suche ich aktive Ablenkung. #NaNoWriMo klingt genauso unmöglich wie ideal, zum #Pegelwichteln letztendlich auch durchgerungen – einfach, damit etwas in meinem Alltag passiert. Okay, etwas, an dem andere Freude haben funktioniert immer noch besser als alles andere.

Schlecht ist, wenn sich nichts bewegt. Erholung nicht durch Ent- sondern durch Anspannung. Was ist dieser Kopf auch so kaputt.

Dazu kommt Prince vom Plattenspieler. (Frische, sofort geliebte Alben auf Vinyl kaufen ist mein neuester Luxus-Spleen)

Fragen 201-225 (von hier)

201. Wie gut kennst du deine Nachbarn?

Über mir: ziemlich gut, ein älteres Ehepaar, er ist ein bisschen unser Hausmeister. 
Unter mir: Geht so, langt aber auch. Neben mir: Äh.

202. Hast du oft Glück?

Nein.

203. Von welcher Freundin unterscheidest du dich am meisten?

Uff. Ich befürchte ich bin tendenziell eher mit Menschen befreundet, die mir in vielerlei Hinsicht ähnlich sind.

204. Was machst du anders als deine Eltern?

Gar nicht so viel. Aber das ist okay.

Wobei, Pläne. Listen. Organisation. Gott segne sie, aber wie meine Eltern angesichts ihres Widerwillens gegenüber solcher Methoden immer alles geregelt bekamen, wird mir ewig ein Rätsel bleiben.

205. Was gibt dir neue Energie?

Positive Rückmeldung. Weil ich helfen konnte. Oder etwas erklärt habe. Weil man zusammen etwas geschafft hat. Manchmal auch ein wirklich gutes, spezifisches Kompliment.

206. Warst du in der Pubertät glücklich?

Ahahahahahahaha. *holt Luft* hahahahahahaha.

207. Wann hast du zuletzt eine Nacht durchgemacht?

Again, #Donn33rbella , als ich Sonntagmorgen gegen 8 Uhr bei definitiv zu viel Sonnenschein nach Hause kam.

208. Womit beschäftigst du dich am liebsten in deinen Tagträumen?

An guten Tagen: Mit der Zukunft. An schlechten: Mit den Dingen, die in der Vergangenheit nicht so gelaufen sind wie sie sollten.

209. Blickst du oft um?

Dauernd, in alle Richtungen. Vielleicht zu oft.

210. Was wissen die meisten Menschen nicht über dich?

Dass es Momente gibt in denen ich froh wäre, wenn mein Wunsch nach Distanz ignoriert werden würde.

211. Worüber hast du mit deinem Partner immer wieder Streit?

Darüber, dass er nicht da ist…?

212. Worauf freust du dich jeden Tag?

Freuen ist zu viel gesagt. Aber ich bin immer noch auf jeden Tag ein kleines bisschen neugierig.

213. Welche Freundschaft von früher fehlt dir?

Ich weiß es nicht, weil vielleicht sind die Menschen mittlerweile auch ganz anders und es würde alles nicht mehr zusammenpassen.

214. Wie gehst du mit Stress um?

Kommt auf die Art von Stress an. Twitter ist ein böses Ventil, ein Bücherladen ist im Zweifel mein Verderben. Frische Luft hilft tatsächlich. Neuerdings versuche ich diese Yoga-Sache.

215. Gibst du dich gelegentlich anders, als du in Wirklichkeit bist?

Nur auf eine sehr durchschaubare Art. Der sarkastische Humor, die kratzbürstige Art, das sind selbstverständlich die Masken eines Menschen, der eigentlich nur will, dass nicht mehr alles so weh tut, alles so nah an einen heran kommt. 

216. In welchem Punkten gleichst du deinem Vater?

Ahahahahaha. Dinge, die wir nicht gemeinsam haben: Schnurrbart, Fahrstil (ich habe keinen Führerschein.) Der Rest? Same.

217. Kann man Glück erzwingen?

Ach Schmarrn.

218. Welcher Streittyp bist du?

Laut, Verbal, unnachgiebig. Ich höre nicht auf zu reden, zu argumentieren. Wenn ich verletzt wurde, neige ich zur Grausamkeit, wenn ich Angst habe, breche ich ein. (Dinge, die ich mit meinem Vater gemeinsam habe.)

219. Bist du morgens gleich nach dem Aufwachen richtig munter?

Allein schon das Wort ‚munter‘. *zündet alles an*

220. Wie klingt dein Lachen?

Zu laut, zu schrill, wie eine Bühnen-Darstellerin.

221. Gibt es Freundschaft auf den ersten Blick?

Blick? Kann das in meinem Fall ein Satz sein? Weil, dann schon.

222. Gönnst du dir selbst regelmässig eine Pause?

Nicht von mir selbst – und davon brauche ich am ehesten eine Pause.

223. Bist du jemals verliebt gewesen, ohne es zu wollen?

Jedes. Verdammte. Mal.

224. Steckst du Menschen in Schubladen?

Tun wir doch alle bis zu einem gewissen Grad. Aber dafür bin ich sehr gewillt sie da schnell wieder rauszunehmen, wenn ich mich getäuscht habe.

225. Welches Geräusch magst du?

Das ‚Klack‘ beim Aufsperren meiner Wohnung. Das Rauschen des Flusses vor meinem Haus. Wind, der als Ankündigung von Gewitter durch Bäume zieht.

Fall(ing)

Herbst, Herbst, du meine große Liebe du.

Mit deinem Nebel und dem Wechsel von Sonnenstrahlen, die alles vergolden, zu müßiger Dunkelheit und Wind. Tee und heiße Schokolade und Dinge, die so lange auf dem Herd köcheln bis die ganze Wohnung danach riecht.

Du einzige Jahreszeit in der mein Inneres und das Außen herum in Einklang sind. Wenn man sich vor dem Rausgehen noch nicht von den Zehen bis zur Nasenspitze in viele Lagen hüllen muss, um zu existieren, aber man sich beim Zurückkommen auf einen warmen Raum freut.

Die Lieblingsbands veröffentlichen genau die richtigen Alben (St. Paul and the Broken Bones, Chilly Gonzales, Mumford & Sons ), überhaupt, meine Playlists mit den melancholischen Liedern, viel Klavier, alles wogt wie ein Blatt das vom Baum segelt.

Vom Plattenspieler kommt Ottis Redding, ich vergrabe mich in Romanen und Notizbüchern, endlich wandern auch die Gedanken in neue Richtungen. Naja, nicht immer, aber oft. Endlich ist der Raum da, für Nachsicht mit dem eigenen ich. Mit jemandem, der sich so durch dieses Jahr gekämpft hat. Nach Verlusten und Desorientierung zuerst isoliert und apathisch, dann versunken in hysterischer Traurigkeit. Es ist okay. Es gab keinen Weg herum, nur hindurch. Eine Häutung, ein abgelegter weil zu klein gewordener Panzer. Danach stellt man fest, dass man gewachsen ist. Aber auch, dass die neue Haut noch ein wenig sensibel ist. Und alles auch ein wenig dokumentiert. In den Worten hier, woanders, in Gesprächen und mit Eis, das in Gläsern klirrt.

Alles was es gekostet hat. Alles, was versäumt und verspielt wurde. Es ist okay.

Es ist kein verlorenes Jahr, nicht wie sonst. Ausgestreckte Hände, ehrliche Einladungen und wärmende Worte. Der schwarze Obelisk in meinem Brustkorb, auf dem immer eingraviert war, dass man mich nie nirgendwo auch nur ein wenig haben wollen – er brökelt. Trotzdem. Trotz…nein, nicht noch ein Wort dazu. Festhalten an denen, die da sind. Sogar ganz neue, fantastische.

Der Herbstwind weht und ich stehe fester als ich es gedacht hätte.

Alles was ich gelernt habe, verstecke ich nicht länger wie dunkle Kohlestücke in meiner Höhle, sondern trage sie wie schmeichelnde Kastanien mit mir rum. Auch die Dinge, die ich nicht kann, vielleicht nie können werde. Es ist okay.

Ich bin zäh, ziemlich furchtlos und ein bisschen unterhaltsam. Damit kann man viel ausgleichen.

Manchmal bin ich grausam und kalt, ignorant und abweisend. Manchmal weiß ich gar nicht mehr wo mir der Kopf steht und manchmal brauch ich Hilfe. Es ist okay. Ich bin immer noch da.

Fragen 176-200 (von hier)

176. Wie findest du dein Aussehen?

Erträglich.

177. Gehst du mit dir selbst freundlich um?

Selten.

178. Würdest du dich einer Schönheitsoperation unterziehen?

Ich kann es mir zumindest aktuell nicht vorstellen. Befürchte auch, wenn ich es einmal wagen würde, fände ich noch so viel mehr und dann wäre es einfach nur die nächste Maßnahme zur eigenen Optimierung. Nein, lieber unattraktiv bleiben. 

179. Welchen Film hast du mindestens fünf Mal gesehen?

Dirty Dancing, Moulin Rouge, Eine Frage der Ehre, Memento. Eventuell sogar Top Gun. Oh je.

180. Füllst du gern Tests aus?

Ich mag die mit einem hohen Absurditätslevel. „Such eine Pasta-Sorte aus und wir sagen dir in welcher Stadt du leben solltest“ oder so.

181. Würdest du gern in eine frühere Zeit zurückversetzt werden?

Als Frau? Als DENKENDE Frau? BITTE?

182. Wie egozentrisch bist du?

Ich finde mich tendenziell unsagbar langweilig.

183. Wie entspannst du dich am liebsten?

Meine Badewanne is my Nirvana.

184. Fühlst du dich manchmal ausgeschlossen?

Eigentlich immer. Das ist das Default Setting, das ich seit 20 Jahren mit mir rumtrage. Jeder Schritt auf andere zu ist eine Überwindung, weil ich aufdringlich bis unerwünscht sein könnte. Was dazu führt, dass ich nie die Initiative ergreife und Menschen darum denken ich hätte kein Interesse oder wäre entsprechend arrogant. Es ist kompliziert.

185. Worüber grübelst du häufig?

Über Dinge, die sich nicht mehr ändern lassen.

186. Wie siehst du die Zukunft?

Sehr, sehr ambivalent.

187. Wann bist du deinem Partner zuerst aufgefallen?

ALS ICH GEMERKT HABE,DASS FRAGEBÖGEN GERN DAVON AUSGEHEN DER MENSCH WÄRE PER SE VERPARTNERT WAS IM JAHRE DES HERRN 2018 HALT SO GAR NICHT DER FALL IST.

188. Welchem Familienmitglied ähnelst du am meisten?

Man kann von meiner Großmutter durch meinen Vater hindurch zu mir eine Linie ziehen, ohne überhaupt auf die Idee zu kommen, dass da noch anderer Leute Gene mitgespielt hätten. It’s a look. Und eine Attitüde, zugegebenermaßen.

189. Wie verbringst du am liebsten deinen Abend?

Mit einem Glas Wein auf dem Balkon.

190. Wie unabhängig bist du in deinem Leben?

Ich kann grundsätzlich alle Entscheidungen nur in Abhängigkeit von mir und meinen eigenen Möglichkeiten treffen, das ist schon sehr viel. Und mir wichtig. Wobei ich ein Hasenfuss bin, der viel zu gern Familie in der Nähe hat. Nur für den Fall. Zwei Herzen, ach, in meiner Brust – Sie kennen das. 

191. Ergreifst du häufig die Initiative?

Im Zwischenmenschlichen Bereich: Gott nein. Wenn es ums Organisieren oder Delegieren oder überhaupt mal das Wort ergreifen gilt? Zu oft.

192. An welches Haustier hast du gute Erinnerungen?

An alle. Ich bin mit Katzen aufgewachsen und das sind Persönlichkeiten. Aber Sammy, die langhaarige Main Coon/Perser Kätzin mit der unfassbaren Dynamik und einem Hang zur lebend-Beute, die in mein Zimmer geschleppt wurde, war ein Entertainment-Highlight.

193. Hast du genug finanzielle Ressourcen?

Mit den Rücklagen sieht es noch recht mager aus, das ist das nächste Ziel. Aber akut lebe ich ganz ordentlich und kann zB kaputte Dinge in den meisten Fällen ohne größere Probleme austauschen. Ich kenne es auch anders und bin entsprechend vorsichtig, glaube ich. 

194. Willst du für immer dort wohnen bleiben, wo du nun wohnst?

Jein? Ich glaube, ich sollte nochmal raus, weiter weg, um zurückkommen zu können.

195. Reagierst du empfindlich auf Kritik?

Nein, da bin ich ziemlich aus Stahl. Ich habe gelernt, erstmal zuzuhören, nachzudenken und dann abzuwägen, ob das so stimmen kann. Für mich ist es kein Wort mit einer rein negativen Konnotation. Mir ist Kritik im Zweifel auch lieber als Dinge aus der Hand genommen zu bekommen oder einfach gar keine Reaktion zu hören…

196. Hast du Angst vor jemandem, den du kennst?

Vor einem einzelnen Menschen hatte ich noch nie Angst, ich wüsste nicht warum. Angst ist bei mir viel abstrakter.

197. Nimmst du dir oft Zeit für dich selbst?

Zuviel, eigentlich. Aber ich halte mich hat aus und weiß nicht wem das sonst so gehen würde. Ich finde es schon schwer sehr viel nettere Menschen als mich auszuhalten.

198. Worüber hast du dich zuletzt kaputtgelacht?

Als ich via Telefon-Support beim Einrichten eines neuen Multifunktiondruckers half und nun…you had to be there.

199. Glaubst du alles, was du denkst?

Das wäre sehr schlecht. Wo ich doch grade die Grenzen meines Bewusstseins so kennenlerne.

200. Welches legendäre Fest wird dir in Erinnerung bleiben?

#Donn33rbella , of course.

inneres Ramadama

Es hat bis fast zum Ende der zweiten Urlaubswoche gedauert, dass das Konzept auch im ganzen Organismus ankam. Du musst jetzt nichts tun. Wirklich. Kann alles warten. Hör auf die To-Do Liste im Kopf zu erweitern. Nein, du musst auch nicht kreativ oder hilfsbereit oder irgendwas sein. Komm verdammt nochmal runter, hysterische Kuh. 

Ich war dann auch relativ tatenlos. Eher so Rumpuscheln, um Energie loszuwerden. Aufräumen, Kochen, endlich Regale und andere Dinge an Wänden anbringen. (Kaum wohnt man hier 3 Jahre…). Ausmisten, Kochen. Ausschlafen, aber richtig. Lesen, Musik hören, einfach nur dasitzen und gucken. Ohne an etwas zu denken. 

Einmal wollte ich etwas tun, sogar bei einem Umzug helfen, aber, nun, man kam mir zuvor.  Sachen gibt’s. Aber auch hier die Feststellung: Wenn da die richtigen Leute sind, wird es unterhaltsam. Selbst wenn man gar nicht mal so viele Schnittmengen im Leben hat. 

Weil natürlich war das räumliche Umgestalten nur Ausdruck des inneren Chaos, das dringend gelichtet werden musste. Da hängt immer noch so viel altes, es vergilbt nur langsam. So gut ich darin bin meine Besitztümer wegzuschmeißen wenn ich sie nicht mehr brauche, so ausgiebig hänge ich an inneren Zuständen. Es wird Zeit für ein paar Schnitte.

Die erste Brücke sollte ich schon erfolgreich hinter mir angezündet haben, weitere werden folgen. An anderer Stelle werde ich mich einfach mal umorientieren und Dinge auf mich zukommen lassen. Was ich seit der Geburtstagsfeier mit mir rumtrage: Es sollte mehr solche Gelegenheiten geben. Dinnerparties oder wenigstens ein boozy Buchclub, vielleicht ein Stammtisch für Frauen, die gerne alles anzünden würden. (Wir sind alle so viel wütender als die meisten annehmen.)

Substitutionstechniken nennt das meine Therapeutin. Anstatt einzelne Menschen zu fragen, ob sie mit mir ein Glas Wein trinken gehen wollen, finde ich Gründe, um Menschen zu versammeln. Ich bin mir noch nicht sicher, ob sie das clever oder beunruhigend findet. Es hängt eventuell damit zusammen, dass sie das mit meinen Internet-Bekanntschaften nicht vollumfänglich verstanden hat. 

Oder ich hab sie immer noch nicht ganz verstanden. Wo einem doch beim Aufräumen der alten Gedanken immer wieder einfällt wie volatil das alles sein kann. Gerade, wenn man wie ich einen Hang zu… nennen wir sie aspirational relationships hat. Menschen, die so anders oder zumindest mir in bestimmten Dingen so überlegen sind, dass ich mich auf ein Minimum reduziere, um mich ein bisschen anhängen zu dürfen. Dass genau die mich am Ende ablehnen passt einfach besser in mein Weltbild, als diejenigen die da sind und bleiben, auch wenn ich mal wieder sehr finster unterwegs bin. 

Ich kann jede einzelne Freundschaft die jemand mit mir abgebrochen hat seit der dritten Klasse bis ins Detail erzählen – und vergesse dafür Menschen, die einfach so nett zu mir waren. Ich bin vielleicht wesentlich verkorkster in diesen Dingen, als ich bisher dachte. 

Aber dafür hat man schließlich Urlaub. Jetzt wird aufgeräumt. Zeit, kostbar wie sie ist, nur noch für die, die sie auch zu schätzen wissen. Ich werde sie ab jetzt auch wieder schätzen. 

Fragen 151-175 (von hier)

151. Wofür warst du gern berühmt?

Da lege ich so gar keinen Wert drauf. Berüchtigt bis gefürchtet, damit könnte man etwas anfangen…

152. Wie fühlt es sich an, abgewiesen zu werden?

Wie die Bestätigung all dessen, was einem die Dämonen einflüstern.

153. Wen würdest du gern besser kennen lernen?

Oh je… Einerseits, sehr viele. Man müsste viel öfter wie zu Studienzeiten mit Menschen bis tief in die Nacht bei guten Getränken reden können. Andererseits, puh, Zwischenmenschliches, nicht meine Stärke.

154. Duftest du immer gut?

Ich…äh, gebe mir Mühe?

155. Wie viele Bücher liest du pro Jahr?

Nach einigen sehr dürren Jahren skaliere ich langsam wieder auf 15-20 hoch.

156. Googelst du dich selbst?

Nur, wenn ich grade Bewerbungen schreibe und mal testen will, wie das dann so aussieht.

157. Welches historische Ereignis hättest du gern mit eigenen Augen gesehen?

Historisch werden Dinge ja immer erst im Nachhinein, es wäre mir ja dann gar nicht klar. Aber ich schätze, der Mauerfall. Die Hoffnung, die Euphorie. Wobei, es würde mir noch schwerer fallen zu glauben, wo wir 30 Jahre später stehen.

158. Könntest du mit deinen Freundinnen zusammenwohnen?

Die wenigen die ich habe, wären geeignet. Genauso pedantisch und speziell wie ich, das geht. 

159. Sprichst du mit Gegenständen?

Ich spreche mit allem, im Zweifel auch mit Konzepten.

160. Was ist dein größtes Defizit?

Das nachtragend sein, nicht loslassen können, obsessiv in nicht änderbaren Zuständen rumrühren.

161. Bist du ein Hundetyp oder ein Katzentyp?

Mau?

162. Wie zeigst du, dass du jemanden nett findest?

Offensichtlich nicht besonders gut.

163. Isst du eher, weil du Hunger oder Appetit hast?

Wenn es mir gut geht: Hunger. Wenn nicht: Weil halt.

164. Tanzt du manchmal vor dem Spiegel?

Nur wenn Beyonce läuft.

165. In welcher Hinsicht bist du anders als andere Menschen?

Wie viel Zeit haben wir? Vielleicht bin ich gar nicht anders, nur… unvollständig. So kommt es mir zumindest vor.

166. Welchen Jugendfilm würdest du Kindern empfehlen?

Aber ich wüsste eine Reihe von Büchern…

167. Bleibst du bei Partys bis zum Schluss?

Nur um mit aufzuräumen.

168. Welchen Song hast du in letzter Zeit am liebsten gehört?

Florence, ach Florence. Die Dinge die sie in diesem Lied mit ihrer Stimme tut. 

You need a big god
Big enough to hold your love
You need a big god
Big enough to fill you up

Sometimes I think it’s gettin’ better
And then it gets much worse
Is it just part of the process?
Well, Jesus Christ, it hurts
Though I know I should know better
Well, I can make this work
Is it just part of the process?
Well, Jesus Christ, Jesus Christ, it hurts
Jesus Christ, Jesus Christ, it hurts

169. Bereitest du dich auf bestimmte Telefongespräche vor?

Wie jetzt, nur auf bestimmte? Haben wir nicht etabliert wie wenig meinem Kopf in spontanen Situationen zu trauen ist?

170. Wann hast du zuletzt vor jemand anderem geweint?

Im Sommer, unabsichtlich. Ich habe etwas erzählt was mich damals, eigentlich immer noch, umgetrieben hat und bevor ich es mitbekam flossen die Tränen. Ungut. 

171. Mit wem verbringst du am liebsten einen freien Tag?

Der ganze Tag? Mit mir selbst. Maximal noch mit der C.

172. Was war der beste Rat, den du jemals bekommen hast?

„Alle anderen tun auch nur so als ob.“

173. Was fällt dir ein, wenn du an Sommer denkst?

Badesee und Eis, lange Abende, alle sind ein wenig besser drauf, Tomaten die wie Süßigkeiten schmecken, perfekte Nächte. Musik. Sehnsucht. 

174. Wie duftet dein Lieblingsparfum?

Es existiert noch nicht, aber nach Kaminfeuer, Whisky und schokolierten Kirschen. (Also von September bis April. Dazwischen ist es aktuell Malabah von Penhaligon’s.)

175. Welche Kritik hat dich am stärksten getroffen?

Die schweigende.  




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