*hier stand erschütternd Lange KW Nullzehn und das beschreibt den Zustand ja recht gut.

Es ist Sonntag und ich habe quasi keine Erinnerung an die Woche. Ich weiß, was ich gearbeitet habe, weil ich das eh alles dokumentieren muss. Die App wo ich mein Budget tracke, sagt, dass ich am Freitag ein bisschen eingekauft und mal wieder beim Italiener Essen geholt habe. Ich bekomme dort jetzt persönliche Wein-Empfehlungen und auch in anderen gastrononomischen Einrichtungen hier im Dorf kennt man mich mittlerweile, der Chef der Eisdiele findet ich mache zu wenig Mittagspause. Nun ja, so kann man eine Pandemie auch nutzen.

Ansonsten: Aufstehen, am Schreibtisch sitzen, auf die Ansteckungszahlen gucken, feststellen, dass man das jetzt seit einem Jahr macht. Und nebenher für die anderen Familienmitglieder nach den neuen Impf-Prio-Regeln schauen. Die Schwester hat einen Termin, Mama kriegt bald einen, bloß die kerngesunde Lieblingstante mit 69 wird sich noch in Geduld üben müssen. Ich könnte Dinge ankreuzen und hätte dann relativ zackig einen Termin, aber… ach, es ist kompliziert. Man will niemandem den Impfstoff nehmen, der ihn dringender braucht. Ich kann hier erstmal noch zu Hause sitzen, Homeoffice machen, Maske tragen und mich ausklinken.

Überhaupt, Ausklinken, Auszeit. Ich will große Ferien. Einen Pool und kalte Limo und keine einzige ausstehende Erledigung oder wie auch immer geartete dunkle Wolke.

Gut, vielleicht ist grade auch einfach viel Dissonanz aus Imposter-Syndrom und Ärger über die Inkompetenz auf entscheidenden Posten. Geht gleich wieder.

Ende der Woche bekommen wir den Fortschritt am Innenausbau des neuen Büros gezeigt und ich denke: Hübsch, aber…naja, Büro? Ich glaube ich habe den Punkt erreicht, wo ich Zivilisation wie sie vorher war, erst wieder werde lernen müssen.

Fragen 926 – 950

926. Wofür würdest du mitten in der Nacht aufstehen?

Für jemanden, der in Schwierigkeiten steckt oder mich sonstwie braucht.

927. Trägst du täglich Make-up?

Fast. Ist so ein Job-Ding, erst recht wenn alles via Video-Konferenz stattfindet. Sonst wird man halt doch wieder gefragt ob’s einem gut geht.

928. Welche Meditationsübung machst du am liebsten?

Aufs Wasser gucken.

929. Was würdest du tun oder hättest du getan, wenn die Menschen im Durchschnitt nur 40 Jahre alt werden würden?

Mehr Knutschen, mehr Wein, mehr durchgemacht Nächte.

930. Worüber ärgerst du dich bei anderen, obwohl du es selbst auch tust?

Sarkasmus oder Ironie verkennen. (Ja, I KNOW. Klopft an Glashauswand)

931. Hast du jemals Zweifel an deinem Charakter gehabt?

Gehabt? As in, nicht mehr? Ha, haha.

932. Welcher Cocktail beschreibt dich am besten?

Der Old Fashioned.

933. Welche der Hochzeiten, die du besucht hast, war am schönsten?

Ich hab’s nicht so mit dem Feiern von Vertragsunterzeichnungen, aber es könnte im Sommer eine kommen, auf die freue ich mich doch glatt.

934. Auf welcher Seite im Internet bist du am liebsten?

Das ist ein bisschen wie die Frage, wofür man am liebsten Strom nutzt. Es ist das Internet?

935. Hattest du schon mal ein Blind Date?

Sowas Ähnliches. Wobei das jetzt auch nicht schlimmer oder besser ist als Dates generell. Bin ich nicht für gemacht.

936. In welchen Gang im Supermarkt würdest du gehen, wenn du eine Minute lang kostenlos Waren mitnehmen dürftest?

Ist es ein gut sortierter Supermarkt? Ist der Schrank mit dem guten Whiskey aufgesperrt?

937. Hast du mal jemanden verführt?

Dazu gibt es, wie ich gelernt habe, unterschiedliche Ansichten. Insofern: Angeblich.

938. Gehst du gern zum Friseur?

10 Jahre wurde ich nicht gefragt, 20 Jahre war es immer schlimm, jetzt hab ich einen brauchbaren und och ja.

939. Kommst du mit der Familie deines Partners gut aus?

Gemessen an meiner eigenen, habe ich eine solide Toleranzgrenze.

940. Welcher Songtext hat dich begleitet, als du mal Liebeskummer hattest?

This party is old and uninviting
Participants all in black and white
You enter in full blown technicolor
Nothing is the same after tonight

If the world would fall apart
In a fiction worthy wind
I wouldn’t change a thing
Now that you’re here

Yeah, love is a verb here in my room
Here in my room, here in my room

(Here in my Room // Incubus)

941. Hast du schon einmal alte Möbel aufgearbeitet?

Mehrere. Möbel sind mein Yoga, meine Meditation. Die Truhe, mein erstes Stück mit Auseinandernehmen, Schleifen, Lackieren und neu Zusammenbauen, steht noch hier.

942. Wie heisst dein Lieblingsfilm auf Youtube?

943. Was tust du, wenn du traurig bist?

Aufs Wasser starren. Laut traurige Musik hören, wirres Zeug schreiben und dann irgendwas hübsches Bestellen.

944. Was ist das Wichtigste, das du von deinen Eltern gelernt hast?

Kein Mensch ist mehr wert als ein anderer, man darf den Mund aufmachen, wenn man schlecht behandelt wird und es gibt keine, aber auch gar keine Situation in der man keine Witze machen kann. Wirklich, keine. (We’re fun at funerals.)

945. Verhandelst du häufig mir dir selbst?

Durchgehend.

946. Auf welchem Gebiet sind Frauen besser als Männer?

Witze über Männer machen.

947. Auf welchem Gebiet sind Männer besser als Frauen?

Frauen manipulieren.

948. Auf einer Skala von eins bis zehn: Wie gesund ernährst du dich?

Schwankend aber Tendenz  würde ich sagen 5-7?

949. Wofür hast du dich in letzter Zeit entschuldigt?

Fürs zu viel arbeiten, fürs nicht genug arbeiten, fürs zu viel über Arbeit reden.

950. Wie wirst du gelegentlich scherzhaft genannt?

Girly.

Magnified, sanctified
Be the holy name
Feel the fire, crucified
In the human frame
A million candles burning
For the help that never came
You want it darker
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