Herbst, Herbst, du meine große Liebe du.

Mit deinem Nebel und dem Wechsel von Sonnenstrahlen, die alles vergolden, zu müßiger Dunkelheit und Wind. Tee und heiße Schokolade und Dinge, die so lange auf dem Herd köcheln bis die ganze Wohnung danach riecht.

Du einzige Jahreszeit in der mein Inneres und das Außen herum in Einklang sind. Wenn man sich vor dem Rausgehen noch nicht von den Zehen bis zur Nasenspitze in viele Lagen hüllen muss, um zu existieren, aber man sich beim Zurückkommen auf einen warmen Raum freut.

Die Lieblingsbands veröffentlichen genau die richtigen Alben (St. Paul and the Broken Bones, Chilly Gonzales, Mumford & Sons ), überhaupt, meine Playlists mit den melancholischen Liedern, viel Klavier, alles wogt wie ein Blatt das vom Baum segelt.

Vom Plattenspieler kommt Ottis Redding, ich vergrabe mich in Romanen und Notizbüchern, endlich wandern auch die Gedanken in neue Richtungen. Naja, nicht immer, aber oft. Endlich ist der Raum da, für Nachsicht mit dem eigenen ich. Mit jemandem, der sich so durch dieses Jahr gekämpft hat. Nach Verlusten und Desorientierung zuerst isoliert und apathisch, dann versunken in hysterischer Traurigkeit. Es ist okay. Es gab keinen Weg herum, nur hindurch. Eine Häutung, ein abgelegter weil zu klein gewordener Panzer. Danach stellt man fest, dass man gewachsen ist. Aber auch, dass die neue Haut noch ein wenig sensibel ist. Und alles auch ein wenig dokumentiert. In den Worten hier, woanders, in Gesprächen und mit Eis, das in Gläsern klirrt.

Alles was es gekostet hat. Alles, was versäumt und verspielt wurde. Es ist okay.

Es ist kein verlorenes Jahr, nicht wie sonst. Ausgestreckte Hände, ehrliche Einladungen und wärmende Worte. Der schwarze Obelisk in meinem Brustkorb, auf dem immer eingraviert war, dass man mich nie nirgendwo auch nur ein wenig haben wollen – er brökelt. Trotzdem. Trotz…nein, nicht noch ein Wort dazu. Festhalten an denen, die da sind. Sogar ganz neue, fantastische.

Der Herbstwind weht und ich stehe fester als ich es gedacht hätte.

Alles was ich gelernt habe, verstecke ich nicht länger wie dunkle Kohlestücke in meiner Höhle, sondern trage sie wie schmeichelnde Kastanien mit mir rum. Auch die Dinge, die ich nicht kann, vielleicht nie können werde. Es ist okay.

Ich bin zäh, ziemlich furchtlos und ein bisschen unterhaltsam. Damit kann man viel ausgleichen.

Manchmal bin ich grausam und kalt, ignorant und abweisend. Manchmal weiß ich gar nicht mehr wo mir der Kopf steht und manchmal brauch ich Hilfe. Es ist okay. Ich bin immer noch da.

Fragen 176-200 (von hier)

176. Wie findest du dein Aussehen?

Erträglich.

177. Gehst du mit dir selbst freundlich um?

Selten.

178. Würdest du dich einer Schönheitsoperation unterziehen?

Ich kann es mir zumindest aktuell nicht vorstellen. Befürchte auch, wenn ich es einmal wagen würde, fände ich noch so viel mehr und dann wäre es einfach nur die nächste Maßnahme zur eigenen Optimierung. Nein, lieber unattraktiv bleiben. 

179. Welchen Film hast du mindestens fünf Mal gesehen?

Dirty Dancing, Moulin Rouge, Eine Frage der Ehre, Memento. Eventuell sogar Top Gun. Oh je.

180. Füllst du gern Tests aus?

Ich mag die mit einem hohen Absurditätslevel. „Such eine Pasta-Sorte aus und wir sagen dir in welcher Stadt du leben solltest“ oder so.

181. Würdest du gern in eine frühere Zeit zurückversetzt werden?

Als Frau? Als DENKENDE Frau? BITTE?

182. Wie egozentrisch bist du?

Ich finde mich tendenziell unsagbar langweilig.

183. Wie entspannst du dich am liebsten?

Meine Badewanne is my Nirvana.

184. Fühlst du dich manchmal ausgeschlossen?

Eigentlich immer. Das ist das Default Setting, das ich seit 20 Jahren mit mir rumtrage. Jeder Schritt auf andere zu ist eine Überwindung, weil ich aufdringlich bis unerwünscht sein könnte. Was dazu führt, dass ich nie die Initiative ergreife und Menschen darum denken ich hätte kein Interesse oder wäre entsprechend arrogant. Es ist kompliziert.

185. Worüber grübelst du häufig?

Über Dinge, die sich nicht mehr ändern lassen.

186. Wie siehst du die Zukunft?

Sehr, sehr ambivalent.

187. Wann bist du deinem Partner zuerst aufgefallen?

ALS ICH GEMERKT HABE,DASS FRAGEBÖGEN GERN DAVON AUSGEHEN DER MENSCH WÄRE PER SE VERPARTNERT WAS IM JAHRE DES HERRN 2018 HALT SO GAR NICHT DER FALL IST.

188. Welchem Familienmitglied ähnelst du am meisten?

Man kann von meiner Großmutter durch meinen Vater hindurch zu mir eine Linie ziehen, ohne überhaupt auf die Idee zu kommen, dass da noch anderer Leute Gene mitgespielt hätten. It’s a look. Und eine Attitüde, zugegebenermaßen.

189. Wie verbringst du am liebsten deinen Abend?

Mit einem Glas Wein auf dem Balkon.

190. Wie unabhängig bist du in deinem Leben?

Ich kann grundsätzlich alle Entscheidungen nur in Abhängigkeit von mir und meinen eigenen Möglichkeiten treffen, das ist schon sehr viel. Und mir wichtig. Wobei ich ein Hasenfuss bin, der viel zu gern Familie in der Nähe hat. Nur für den Fall. Zwei Herzen, ach, in meiner Brust – Sie kennen das. 

191. Ergreifst du häufig die Initiative?

Im Zwischenmenschlichen Bereich: Gott nein. Wenn es ums Organisieren oder Delegieren oder überhaupt mal das Wort ergreifen gilt? Zu oft.

192. An welches Haustier hast du gute Erinnerungen?

An alle. Ich bin mit Katzen aufgewachsen und das sind Persönlichkeiten. Aber Sammy, die langhaarige Main Coon/Perser Kätzin mit der unfassbaren Dynamik und einem Hang zur lebend-Beute, die in mein Zimmer geschleppt wurde, war ein Entertainment-Highlight.

193. Hast du genug finanzielle Ressourcen?

Mit den Rücklagen sieht es noch recht mager aus, das ist das nächste Ziel. Aber akut lebe ich ganz ordentlich und kann zB kaputte Dinge in den meisten Fällen ohne größere Probleme austauschen. Ich kenne es auch anders und bin entsprechend vorsichtig, glaube ich. 

194. Willst du für immer dort wohnen bleiben, wo du nun wohnst?

Jein? Ich glaube, ich sollte nochmal raus, weiter weg, um zurückkommen zu können.

195. Reagierst du empfindlich auf Kritik?

Nein, da bin ich ziemlich aus Stahl. Ich habe gelernt, erstmal zuzuhören, nachzudenken und dann abzuwägen, ob das so stimmen kann. Für mich ist es kein Wort mit einer rein negativen Konnotation. Mir ist Kritik im Zweifel auch lieber als Dinge aus der Hand genommen zu bekommen oder einfach gar keine Reaktion zu hören…

196. Hast du Angst vor jemandem, den du kennst?

Vor einem einzelnen Menschen hatte ich noch nie Angst, ich wüsste nicht warum. Angst ist bei mir viel abstrakter.

197. Nimmst du dir oft Zeit für dich selbst?

Zuviel, eigentlich. Aber ich halte mich hat aus und weiß nicht wem das sonst so gehen würde. Ich finde es schon schwer sehr viel nettere Menschen als mich auszuhalten.

198. Worüber hast du dich zuletzt kaputtgelacht?

Als ich via Telefon-Support beim Einrichten eines neuen Multifunktiondruckers half und nun…you had to be there.

199. Glaubst du alles, was du denkst?

Das wäre sehr schlecht. Wo ich doch grade die Grenzen meines Bewusstseins so kennenlerne.

200. Welches legendäre Fest wird dir in Erinnerung bleiben?

#Donn33rbella , of course.

0