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Schlagwort: Wettermeldungen (Seite 3 von 11)

Motivationsposter, Neuinterpretation

Motivationsposter. Oder so.

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  1. Pssst. Hier bricht die Prüfungszeit an. Streß, Hektik, Panikattacken und wahlloses Arme-in-der-Luft-wedeln unterbrochen von Kaffe und Wein. Und Schokolade. Und lauter Musik. Kein schöner Anblick, das.

Bergfest

Und dann steht man da und fragt sich wie Buffy Summers das all die Jahre hinbekommen hat. Highschool besuchen, Vampire abstechen und auf Partys gehen. Wobei sich das ja oft mit der Vampirsache überschnitten hat…
Ich schweife ab.

Im Kopf stappeln sich die Projekte, in der Mailbox die Anfragen. Menschen wollen, dass ich rede oder schreibe oder irgendwas tue – stattdessen sitze ich im Büro der StuVer und laminiere Songtexte für die Karaokestation bei der Stadtrally. Weil das der Teil des studentischen Lebens ist, der sich am schnellsten verabschiedet, den man aber gern am längsten behalten würde. Das energetische aufwirbeln von neuen Ideen und Sachen organisieren die damit enden, dass man kurz vor Sonnenaufgang nach Hause kommt, ins Bett fällt und dabei lacht.

Wenn es Mittwoch Mitternacht schlägt muss Cinderbella aber endlich in die Gänge kommen und die Bachelorarbeit ernst nehmen, die restlichen Vorlesungen organisieren und vielleicht endlich über eine Zukunft nachdenken die einem eine regelmäßige Überweisung eines Geldbetrags durch eine Institution die sich Arbeitgeber nennt, bringt.

Es hat sich ein nicht uninteressanter Mechanismus eingeschlichen, wenn das Hirn Überforderung signalisiert – dann tritt das idealistische Traumzentrum in aktion und suggeriert das mein Leben eine Serie ist, in der die Protagonistin sich grade mit grauen Mächten rumschlägt, die ihr ein profanes und mittelerfolgreiches Leben suggerieren. Demnächst merke ich, dass ich träume und finde den Schalter der mich zurück zu meinem aufregenden Schicksal treibt. Aber wehe, da tauchen dann Vampire auf.

in other words: hier ist grade Land unter und ich hoffe meine Vernachlässigung wird mir vergeben. It get’s better. Schließlich ist Winter und das eingraben zu Hause mit Tee ist wieder gesellschaftlich akzeptiert. Yay.

Fast Times at …

Thinking the faster that I go
The faster that I will reach my goal
The race is not given to the swift
But to the one who endureth.
I thought that all of my obstacles were behind me.
Walking around like I’m made out of diamond.
I tripped and fell and it reminded me to move over and let the angels guide me.

(India.Arie “slow down”)

Und dann macht es BatschBumm und die Prüfungen sind nicht bestanden und aus einem entspannten letzten Semester wird der Lauf meines Lebens. Und ich kann nicht laufen.
Nicht schnell genug für den guten Nebenjob an der Hochschule und aus der Panik wegen, ausgerechnet, Geld, werden Kopfschmerzen die das ruhige Schlafen verhindern. Oh richtig, da wäre noch der Zeitfaktor!  Die Kombination aus meinem immer schmerzlicher werdenden Wunsch nach Veränderung, nach Weiterkommen – bestärkt von der Restlaufzeigt des Bafögs und den schlechten zusätzlichen Geldbeschaffungsmöglichkeiten lassen die alte Freundin Depression quasi schon zur Tür rein.

Entschuldigung, ich hätte eine Warnung aussprechen sollen: Das ist ein Heulpost.

Weil grade alles schlimm ist. Nur bei den anderen nicht. Die lassen einen per Facebook-Status-Update von ihren Zukunftsplänen, ihren Abschlußarbeiten und Masterstudiengangsplätzen wissen. Ich stehe, Prof. GrimGrim sei dank, mit einem Bein in der Bachelorarbeit und mit dem anderen in der Zwangsexmatrikulation.
Gibt mir mal jemand Etwas, das ich kaputtschlagen kann?

Keine Sorge, meine Pragmatik verlässt mich nicht. Alles ist aufgeräumt, Wäsche gewaschen, Dokumente geordnet, Listen geschrieben. Emails erledigt, Feeds neu sortiert, Kalender aktualisiert, gleich kommt mein kleines Blogdings hier dran. Erstmal Ordnung um mich herum schaffen, dann wirds vielleicht auch mit meinem Kopf.

Es hätte so entspannt werden können. Restfächer nachholen, Bachelorthesis schreiben (natürlich ist das sinnloserweise die Einzige Sache zu der mir viel einfällt.). und Abschließen bevor ich wahnsinnig werde, bzw. die Laufzeit meines Kredits ausläuft.

Und nun? Es ist .. zu viel. Ja, einfach zuviel. Weil ich zimperlich bin. Weil ich immernoch so viel Leben nachzuholen habe und nicht rund-um-die-Uhr-Studentin sein kann. 1

Außerdem wäre da genug Flexibilität gewesen mal wieder ins Berufsleben einzusteigen. Aber Prof. GrimGrims Version einer Vorlesung, die weder feste Lernziele, noch Quellenangaben oder gar ein Skript kennt, verlangt ein spezielles Engagement. 2

Vielleicht wäre es nicht so schlimm, hätte ich ein Ziel, eine Motivation für das Ganze. Aber so, meine Damen und Herren, sehen sie vor sich eine weitere orientierungslose Mittzwanzigerin die lieber Mad Men guckt und überlegt Sekretärin zu werden, anstatt schonmal den Vorstand irgendeines Börsennotierten Unternehmens zu übernehmen.

Nichts dergleichen. Ich muss suchen. Und suchen braucht Zeit. Ja, das Feld ist kleiner geworden. Die Liste der Dinge die ich nicht will länger. Aber darüber hinaus? I’ll throw my hands in the air, like I just don’t care.

Es gibt Tage, da habe ich große Lust in einen Flieger zu steigen, vor Joss Whedons Haus zu campieren bis ich seine persönliche Assistentin werde und ich mit Felicia Day Kaffeetrinken gehen kann. Und manchmal hätte ich bloß gern einen kleinen Buchladen und eine Kaffeemaschine. (Was sagt uns das? 1. Ich bin ein Nerd. 2. Es gibt zuviele Serien / Filme in denen putzige Buchhändler eine Rolle spielen.)

Momentan würde ich gern Pressesprecherin für alle Münchner Kleinkunstbühnen auf einmal werden. Und Abends mit Rotwein der Isar sitzen bis ich graue Haare bekomme und aufs Land ziehen kann, unter einem Walnußbaum sitzen und erzählen wie es früher war.

Ja, früher. Ich probier es jetzt mal mit später.

  1. Wußten sie, dass laut Beschluß der Kultusministerkonferenz ein Bachelorstudiengang der akkreditiert werden will einen maximalen Aufwand von 40 Stunden in der Woche für den Studenten haben darf? Dann wissen sie jetzt auch warum IMUK an der HNU so schnell nicht akkreditiert wird. Grummel.
  2. Dazu muss ich kurz etwas anmerken: Prof. GrimGrim ist in dieser speziellen Art einer der Letzten. Gottseidank. Die dunkle Wolke seiner wirren Vorlesungen und sinnfreien Prüfungen hängt aber nun schon geschlagene 6 Semester über meinem Kopf, da er sich immer wieder berufen fühlt zusätzliche Vorlesungen zu übernehmen. Nachvollziehbar, da er in den Hochschulen der Stadt auf der anderen Donauseite nicht mehr … gebraucht wird. Und nun zur Kirsche oben drauf:Raten sie mal wer, obwohl völlig frei von jeder Empathie, bei uns für die Studienberatung zuständig ist? Genau.

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