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Schlagwort: ism (Seite 3 von 7)

Kleiner Link-Dump von wegen Feminismus und Zeugs.

Das muss mal wieder sein.

Aus der Reihe: BITTE LESEN SIE DAS UNBEDINGT, diese kleine Liste von cracked.com. Es geht um Frauen als Belohnung, Frauen als Deko und natürlich (!) die Boshaftigkeit mit der Frauen alles beherrschen wollen.

See, that’s the difference. With men, there are some scenarios where it stops mattering how he looks. With women, it always matters. In a comedy movie, the male wacky sidekick can be the chubby Zach Galifianakis or the nearly deformed Steve Buscemi. But if the female wacky sidekick isn’t attractive, like the overweight Melissa McCarthy in Bridesmaids, then every scene needs to be about how ugly and fat and mannish she is. That has to be the core of her character.
Her role in society or level of accomplishment doesn’t matter. Even if she’s a damned candidate for the Supreme Court, the female always has a dual role: to function as a person, and to act as decor.
5 Ways Modern Men Are Trained to Hate Women

Genau aus diesem “Bedarf” heraus hatte ein besonders ekliger Programmierer die App “Girls around me” entwickelt, die anhand von Facebook-Profilen und Foursquare-Checkins dem User anzeigt welche Frauen sich in direkter Nähe befinden. Zwar wurde die App stark kritisiert, aber eben erstmal nur wegen der Verwendung der Daten. Das Hauptproblem liegt aber tiefer.

Most articles about Girls Around Me rightly call it “creepy” and engage in an important conversation about what data one makes public and how that information can be misused. The tenor of the reaction is that this kind of app is inevitable: a public Facebook profile + a public Four-Square check-in = Girls Around Me (as was tweeted to me).

But this equation misses a massively important variable: sexism. It is no coincidence the app is called Girls Around Me. The outcry has as much to do with sexual politics as it does about data and privacy. Meanwhile, articles have ignored the sexism inherent in the app and instead only talk about data and privacy.

The ‘Girls Around Me’ Problem Isn’t Just About Data, but Sexism

Darum ist Feminismus, grade im Netz so wichtig. Damit nicht immer nur die gleichen Aktivistinnen zu Wort kommen startet das Ms. Blog – Magazin eine kleine Serie zu feministischen Blogs.

Each future post in the series will take on a different sub-genre within the “femisphere.” Sometimes one or two different sites will be highlighted and profiled; other times a number may participate in a roundtable discussion. Either way, we’ll take a closer look at the various feminist sites out there and find out how they started, what makes them tick and what we can look forward to from them. I will also always do my best to include a resource list of related sites within each post.

The Femisphere: Welcome to a New Series

Und wir beenden die Liste mit dem Rant, den es schon lange gebraucht hat. Zur Quote. Zu Frauen in Führungspositionen. Überhaupt.

Liebe Frauen – ihr wollt die Scheissquote. Wisst Ihr warum? Weil man einen Arbeitgeber anders nicht zwingen kann, solche Rahmenbedingungen zu schaffen. Wenn er aber seinen Mitarbeitern dies&das ermöglichen muss, schwupps schießen betriebliche Kitas aus dem Boden (kann man eh alles absetzen…) und schwupps ist es scheissegal ob Männlein oder Weiblein aufgrund familiärer Vermehrung gelegentlich zu Hause arbeiten oder ein paar Wochen zu Hause bleiben.

Womit hat diese Frauenquote noch zu tun? Mit Geld! Wenn die Frau auf einmal genug Geld verdient, stellt sich nicht mehr die Frage ob sie zu Hause bleiben darf, muss und soll. Das kann man unten (im Einkommensbereichen betrachtet) jedoch schwerlich – und die vielen qualifizierten und dann auch noch studierten Frauen, wo sind die eigentlich?

Frauen in Führung – leckt mich mal am Portemonnaie!

So, jetzt geht’s mir besser.

Die Oscars 2012 und der Bechdel-Test

Die Macherinnen von Feminist Frequency haben sich mal die nominierten Filme für den Oscar 2012 angeschaut und frischen dabei gleich mal den Bechdel-Test auf.

Patschismus

Es ist ja immer so eine Sache, wenn das Internet lacht.

Zuletzt hat ein großer Teil des Internets über kleine Kinder gelacht. Also, deren Namen. Auf dem Tumblr-Blog chantalismus.tumblr.com werden gar herrliche Geburtsanzeigen neuer Erdenbewohner gezeigt. Und warum? Weil ihre Namen … aus dem Raster fallen.

Und – zack! – es fand sich ein Grund, nicht darüber zu lachen. Das wäre Klassismus. Klassismus?

Klassismus bezeichnet die systematische Diskriminierung bzw. Unterdrückung einer Gruppe durch eine andere, basierend auf ökonomischen Unterschieden. Diese Unterschiede basieren nach dem Klassismus-Begriff wiederum auf den einzelnen Positionen im System von Produktion und Verteilung.

Sprich: Wer über Chantal und Kevin lacht, lacht über deren Eltern, die ja zwangsweise aus einem bildungsfernen Milieu kommen müssen. Ach, müssen sie?1

Und schauen Sie, das ist die Stelle wo es für mich schwierig wird. Ich bin ja die erste die gegen Body-Snarking und Sexismus skandiert. Schließlich sind Geschlecht und der eigene Körper Dinge, die wir nur bedingt beeinflussen können. Darauf reduziert und deswegen herabgestuft zu werden empfinde ich als wirkliche Anfeindung.

Und würden wir direkt über die Kinder lachen, wäre es auch hier wohl der Fall. Für meinen Teil, und ich empfinde dass ich ausnahmsweise einer Mehrheit angehöre, lache ich über Eltern, die sich im Hormonrausch für derlei Buchstabenkombinationen entschieden haben.

Assoziiere ich dies mit deren Bildungsniveau? Nö. Aber lassen Sie mich erklären. Meine Leidenschaft für abstruse Namen existiert schon eine Weile und so habe ich mich auch schon an anderen Stellen im Internet amüsiert, wo die neuen Erdenbürger aufgezählt werden. (Wenn Ihnen mal an einem verregneten Sonntag-Nachmittag langweilig ist – die Foren, in denen werdende Mütter über Namen diskutieren sind ganz großer Sport.)
Was ich dort schnell gelernt habe: Es ist nicht nur Gelsenkirchen. Es sind nicht nur Hatz4-Empfänger. Und wer denkt, es wären nur spezifische Gruppen (Klassen), die ihren Kindern gern seltsame Namen verpassen (Du! Bist! Eine! Einzigartige! Schneeflocke!), muss dringend mehr raus in die Welt.

Oder vermuten Sie hinter den Geschwistern Mandy und Philadelphia die Eltern Herr Professor und Frau Dr.? Sie existieren. Nicht alle Akademiker nennen ihre Kleinen Emma und Paul. (Wenn die Eltern Waldorfschüler waren auch mal Emil und Paula.) Von der Spitzen-Idee Kinder Ophelia oder Ähnliches zu nennen, ganz zu schweigen. Macht es einen Unterschied ob die Kinder nach Miley Cirus oder der Lieblingsfigur aus einer Wagner-Oper benannt werden? Französischer Namens-Wahn ist nicht besser, klüger oder interessanter als englischer. Wirklich.
Es existiert auch eine Freundin meiner Schwester die überraschend und sehr jung schwanger wurde. 8 Monate lang sammelten wir Namen, einer schöner als der andere. Wir haben nur einen Moment nicht auf sie aufgepasst, da müssen die Hormone zugeschlagen haben. Ihr Töchterchen ist heute eine von 3(!) Aaliyahs im örtlichen Kindergarten. Im beschaulichen Oberbayern. Die anderen Eltern? Vom Ingenieur bis zur Krankenschwester alles dabei.

Nicht zuletzt ist “Chantalismus” ja auch sehr temporär und subjektiv.
Als Mama-Patsch seinerzeit mit mir schwanger war zum beispiel. Der betagte Frauenarzt konnte nicht genau sehen, was es wird, ging aber aufgrund der schmalen Hüften (Ha! Infam! Lüge!) davon aus, dass ich ein Junge werde.
Fortan standen zur Auswahl: Philip (meine Mutter), Franz Xaver (meine Großmutter) und Zebulon (Mein Vater. Eine Geschichte für ein andermal.). Wie sie hier lesen, kam stattdessen dann ich zur Welt und es galt zu improvisieren.

Etliche klassische Namen waren in der Verwandtschaft schon vergeben und das schwarzgelockte Mädchen sollte ja auch nicht Katharina Nummer 3, Sandra Nummer 4 oder Monika Nummer 5 in der Umgebung werden. Da fiel meiner Mutter Isabella von Lospichl ein. Zusammen mit dem Mantra “eine Putzfrau heißt nicht Isabella” (okay, da war womöglich ein Hauch Klassismus im Spiel.) wurde so mein Vorname ausgesucht.

Es konnte niemand ahnen, dass die Welt 25 Jahre später von Isabella Swan heimgesucht werden würde. (Ich habe also einen Extra-Grund Frau Meyer zu verabscheuen. Yay Me!). Wissen Sie welcher Name seitdem die Hitlisten weltweit hinauf klettert, Bildungsniveau oder nicht? Genau. Also lassen Sie uns lachen. Wenigstens bis es uns im Halse stecken bleibt.

  1. Mir ist natürlich klar, dass Chantalismus und Kevinismus nicht nur lustige Kennzeichen hat. Damit hat sich auch die Wissenschaft beschäftigt. Trotzdem möchte ich hier konzentriert über das Spotten, nicht den direkten Umgang reden. Da verlange ich schlichtweg von jedem zivilisiertem Menschen den gleichen Respekt.

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Thema von Anders Norén.