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Schlagwort: ism (Seite 4 von 7)

Von der Weiblichkeit des Zupfens

Angefangen hat es so:

Doch nein: Zu 99 Prozent ist anschließend die Strumphose um mindestens 90 Grad, bis zu 360 Grad spiralverdreht am Bein und ziept. Es dauert Minuten, bis sie geradeaus zurechtgezuppelt ist.

  • Frau Kaltmamsell beklagt die Mühe des Strumpfhosenanziehens. Zurecht.
  • Und auch wenn sie die Vokabel “zurechtgezuppelt” verwendet, musste ich sofort ans Zupfen denken. Und wie typisch diese Zupfende, schon in ihrer Ausführung leicht wehklagende Bewegung ist. Wie typisch weiblich auch, auf eine Art. Denn das Martyrium des Zupfens beginnt im Leben einer Frau schon arg früh. Als kleine Mädchen will die wärmende Strumpfhose unter der eigentlichen Hose zurecht gezupft werden. Auch Mützen und Handschuhe sind ständige Zupfherausforderungen.

    Während das andere Geschlecht bereits hier etwas grober und mit angestrengtem Gesichtsausdruck zu Werke geht – wir zupfen.

    Hinein in die Pubertät und es beginnt die nächste Disziplin im großen Zupf-Mehrkampf. Denn überschüssige Haare über der Nasenwurzel und der Oberlippe wollen entfernt werden. Die Pinzette wird unsere Verbündete im Kampf gegen die Mono-Augenbraue. Wir entwickeln Techniken und informieren uns über unterstützende Helferlein, die den Schmerz und die Entzündungen minimieren sollen. Es wird gekühlt und gepeelt, damit das Zupfen leichter fällt.

    Mittlerweile kommt uns die Industrie zu Hilfe und entwickelt mit dem Epilierer ein Gerät, dessen einzige Spezialisierung das schnelle Zupfen ist. Von wegen Multifunktion. Nichts außer Zupfen. Die jungen Herren? Rasieren. Nass oder elektrisch, bluttriefend oder mit zuviel Rassierwasser. Wir Zupfen.

    Und finden das nicht einmal besonders seltsam.
    Ist Zupfen damit ein Klischee? Ein Stereotyp? Sind wir, auch als moderne Feministinnen, Oper einer großen Zupf-Verschwörung? Andererseits: Zupf-Instrumente. Da kommen plötzlich auch die Herren der Schöpfung zu ihrem Zupf-Grundkurs. Wobei überraschend viele auf Nachfrage das, was sie da mit einer Gitarre tun gerne “Schrammeln” nennen. Warum auch immer. Zupfen ist schließlich aller Ehren wert.

    Wir seufzen, während wir auch als Erwachsene die Strumpfhose zurechtzupfen und schließlich einmal von oben bis unten über das Outfit zupfen – bis es sitzt, wie es soll. Finden wir uns selbst dann ordentlich genug, spitzen wir Daumen und Zeigefinger erneut – schließlich will der Kragen am begleitenden Herren auch zurecht gezupft werden.
    Ganz so, als hätte uns die Natur das Zupfen als übergreifende, kümmernde Fähigkeit mitgegeben. Eine uralte Kulturtechnik, die sprechende iPhones hin und Laserhaarentfernung her , in allen Lebenslagen zur Geltung kommt.

    Schließlich kann Zupfen auch despektierlich sein, herabsetzend.Wenn wir es wollen. Oder aufmunternd, optimistisch.Zupfen als nonverbaler Beziehungsausdruck. Da schlummern doch gleich mehrere Dissertationen, oder nicht?
    Und liebevoll, wenn man der eigenen Tochter am Ende wieder die Strumpfhose zurecht zupft, damit sie rausgehen kann und mit den Lackschuhen und der frischen Strumpfhose in eine Wasserpfütze springen.

    Apropos, Zupfen als verbindendes Element.

    /elsewhere

    Schon ein paar Tage her, aber immer noch mit großem HACH, ich durfte den Fragebogen der Mädchenmannschaft als WWW-Girl ausfüllen und war bis jetzt damit beschäftigt vor Stolz zu platzen.

    Von Punkten, Kreisen und Lästereien

    Ja, ich weiß, SCHON WIEDER so ein Eintrag, der sich mit Frauen beschäftigt. Aber, haltet ein! Dieses mal sollen meine Geschlechtsgenossinen sich bitte einfach nur etwas trauen.

    Google+ ist immer noch in der frisch-geschlüpft-Phase, macht aber bereits Anstalten uns länger zu beschäftigen. Ich will mich nicht darin ergehen, warum ich G+ wirklich mag und Facebook noch nie mochte und hoffe, da nur noch selten auftauchen zu müssen. 1
    Jedenfalls, so schön G+ auch schon ist, es scheint sich erst unter den Geeks, Nerds und twitternden Frühmitmachern rumgesprochen zu haben. Die Mädels hängen noch irgendwo anders ab.

    Social media braucht auch Drama

    Und ich verstehe das ja. Da ist die Gruppe, für die ist das Internet tatsächlich nur ein Medium. Die können ihren Job machen oder mit ihren Freunden reden, ganz ohne Internet. Sie haben sich grade so mit Facebook angefreundet, haben maximal einen Tumblr oder stellen Videos online in denen sie betrunken Karaoke singen. Bis diese Frauen wechseln, wird es lange dauern. Weil es schwer ist, auf deren Frage nach dem ’Wozu das alles?’ so zu antworten, dass sie die Begeisterung packt.

    Den G+ hat keine witzigen Likes a la “ich bin nicht eifersüchtig, aber tot wäre sie mir lieber”, keine Pinnwände auf denen sich Dramen abspielen können und keine Gruppen, wo man sich über den besten Latte Macchiatto unterhalten kann. (Und jetzt schäme ich mich für diesen Klischeeversauten Satz in Grund und Boden. Aber I’m trying to paint a picture here, okay?)

    Diese Frauen und Mädchen verbringen übrigens ihren Freitag – oder Samstagabend nicht mit Seriengucken , dazu trinken und darüber twittern. Nein, sie gehen tatsächlich raus. Ich weiß, ich begreife das auch nicht.

    Digitaler overflow macht auch keinen Spaß

    Und dann wären da wir, die digitalen ehschonüberalldabei-Nerdmädchen. Wir sind auf Facebook und bei Twitter (wo die Tweet-Zahl längst die 10000 überschritten hat.), besitzen 1-4 tumblr, vielleicht einen Blog, machen VIELE Fotos und schreiben wegen der Freunde, die wir erst im Internet gefunden haben, seitenlange Emails.

    Ach ja, nebenher lesen wir ja noch alles, was die anderen so rauskommunizieren. Und jetzt noch ein Kanal? SRSLY? Wofür? Fragen sich auch andere:

    Blogspot. Twitter. Facebook. Tumblr. Twitpic, YouTube, Flickr, Dailybooth, Google+. Ich bin überall, teilweise doppelt und dreifach. Ja, man kann sogar sagen, ich bin süchtig danach. Social Media ist mein Crack.

    Aber, und es fällt mir nicht leicht das zu sagen, es wird langsam etwas unübersichtlich. Früher war mehr Nische. Ich bin zum ersten Mal in meinem Leben von meiner großen Liebe Internet überfordert. Ich werde erschlagen. Die Tweets meiner Timeline erleben bei Facebook ihr Revival, Fotos von Tumblr werden zu gleichen Teilen bei Twitter, Facebook und Google+ präsentiert, alles doppelt, alles dreifach, alles einfach zuviel. Mir fehlt der rote Faden, mich nervt die Wiederholung, es ist unübersichtlich und all das ist mir erst mit Google+ bewusst geworden.

    Und zwar, weil ich bis heute keinen blassen Schimmer habe, wozu ich das nutzen soll.

    Quelle

    Stimmt. Kommunikation und Informationsverwertung haben ihre Grenzen. Wir wollen eben doch noch ein “real life”. Mit Zeit und Aufmerksamkeit für andere Dinge.

    Aus Trendhure wird Nerd-Vip

    (Zeichnung © by Lutz Beyer, Cybay New Media.)

    Aber die Jungs kriegen es doch auch hin! Ich dachte Frauen sind das kommunikative Geschlecht?!

    Das ist ein bisschen das Problem. Ich habe z.B. auf Twitter die Beobachtung gemacht, dass Frauen öfter die Timeline der letzten 8 Stunden nachlesen als Männer. Männliche Twitterer sind wohl pragmatischer. Was wichtig ist, wird mich erreichen. Was mich betrifft enthält eine Erwähnung. Passt schon.
    Sie hadern auch weniger mit dem Abmelden bzw. Löschen von Accounts. Darüber kann man jetzt bestimmt eine psychologische Abhandlung schreiben, aber das überlasse ich anderen.
    Darum sind viele bereits bei Google+ . Weil, wenn es nichts taugt, dann meldet Mann sich eben wieder ab.

    Nur: ich bin mir ziemlich sicher, dass Google+ bleiben wird. Und es, weil es viele praktische Einsatzmöglichkeiten hat, unser Leben bereichern wird. Neben den Zukunftsträumen bzgl. der Cloud
    2kann man dort tatsächlich diskutieren. So ein bisschen wie in den Foren, die wir vor 10 Jahren gegründet haben. Besser als auf Twitter oder Facebook, wo Zeichenbegrenzung und fehlende Übersicht Hürden darstellen.

    Ja, aber BRAUCHT man Google+?

    Die Kreise auf Google+ sind perfekt um meine weit gestreuten Interessen unter einen Hut zu bringen oder neue Menschen zu einem Thema kennen zu lernen. Ich habe mir einen leeren Circle angelegt, mit dem ich Links teile die mich interessieren. Die Integration des Gmail-Chats oder der Möglichkeit einem Profilinhaber gleich aus G+ heraus eine Email zu schreiben, passen besser zu meinem Kommunikationsstil. Ich checke Facebook zu selten. Und die Mails von dort packt Gmail zwar irgendwohin, aber ich lese sie nicht.

    Bliebe die Frage: Was bietet mir Google, dass ich woanders nicht habe? Schließlich habe ich bis jetzt eher hervorgehoben, was Google+ nicht hat.

    Google+ ist die Hochzeit von Facebook, Tumblr, Twitter und einem Forum. Was nicht heißt, dass man diese Kanäle nicht mehr braucht. Aber als erster Schritt ist G+ die perfekte Anlaufstelle für alle Themen und Kommentare, die die anderen Kanäle sprengen. Weil sie länger sind. Oder multimedialer. Oder von mehr Menschen gelesen werden sollen.
    Und irgendwann glaube ich, wird sich die Reihenfolge umkehren. Wir werden aus Google+ heraus entscheiden, was wir in einen anderen, spezifischeren Kanal tragen. Welches Video in den Tumblr kommt. Welcher Kommentar auch in 140 Zeichen passt. Google+ hat das Zeug zum digitalen schwarzen Brett.

    Der Casus Cnaxus ist folgender: Google+ macht, wie alle socialdings, erst Spaß, wenn man dort Menschen kennt. Dafür müssen mehr Menschen, inbesondere mehr Frauen mitmachen. Also muss irgendwer anfangen. Ich bin schon da. Kommt ihr nach?

    1. Ja gut, okay, ganz kurz: Das Interface ist wirklich großartig, die Diskussionkultur ist angenehmer, angeregter. Und all das, was einem bei Facebook den Stream vollmüllt fehlt. Noch. Es ist praktischer, schneller und versucht vor allem nicht den wertvollen Begriff Freundschaft zu missbrauchen.
    2. die noch auf sich warten lassen wird, weil wir eben nicht in einem Land mit flächendeckendem Zugang zu schnellem Internet leben. Und für Dokumente und Dinge mit denen man arbeitet mag das ganz praktisch sein, aber meine Musiksammlung soll mir auch zur Seite stehen, wenn ich allein in der bayerischen Tundra unterwegs bin. Wo die Cloud eben nicht ist.

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    Thema von Anders Norén.