Also, ein Teil Bourbon, ein Teil etwas kantiger Wermut, ein bisschen Rosmarin-Sirup, schon fängt man auch mal wieder an zu bloggen, ganz simpel.

Ne, also, natürlich nicht. Herrje, ich hab einen ganzen Sommer vorbeiziehen lassen. Nicht, dass er an mir vorbeigezogen werde, er hat mir eher in jedweder Hinsicht eins über den Schädel gezogen. Whiplash allererster Güte. Hier ein Fest, da eine Erfolgsmeldung, danach eine Schreckensnachricht, ein Grund zur Sorge und am Ende eine faustdicke Krise an allen Fronten. Es ist schwer, das alles in Worte zu fassen und aufzuschreiben. Also hier. In meinem Kopf schreibe ich natürlich in einer Tour, eh klar.

Aber vielleicht ist das ein neues normal. Unregelmäßig ins Büro fahren, mit geliebten Menschen darüber reden, dass sie besser auf sich aufpassen müssen, umso drastischer auf das Zusammensein mit anderen freuen. Womöglich, ich bin noch nicht fertig mit überlegen, mag ich das sogar. Let’s not go into politics.

Die Sache ist halt auch: Ich blogge wenig darüber was ich tue und viel darüber was ich denke, wie ich Dinge sehe. Diesen Drang mich zu erklären, rechtzufertigen, verständlich zu machen – woher der kommt, das lerne ich immer noch. Weil die letzten drei Monate waren nur so bedingt abwechslungsreich. Ich war auf einer schönen Feier, einmal im hohen Norden, einmal auf einer wilden Fortbildung (wo ich den Trainer nicht verwirren wollte, der meinte, dass Menschen mit INTJ Typ auch oft für Autisten gehalten werden. YOU DON’T SAY.) und habe ansonsten gearbeitet. Und darüber den Spaß an der Arbeit verloren. Nein, nicht an dem Job an sich, aber die Aufgaben haben so eine Verwaltungsschlagseite bekommen und ich will mein Leben nicht mit Excel verbringen.

Ich bin, eher zufällig, in spannende Gespräche mit fellow Neurodivergenten Personen geraten und hatte diverse Hirn-explodier-Momente. Da passiert etwas mit einem, wenn man gesagt bekommt, dass das Verhalten eines Menschen manchmal eben nicht nur gemein und verletzend ist, sondern auch unterlassene Inklusion sein kann. Wo keine Erklärung, da keine Teilhabe, da Abgrenzung zur neurodiversen Welt. Andererseits “Person X war ein blödes Arschloch” wirkt schon noch anders als “Person X hat meine spezifischen Kommunikations-Bedürfnisse ignoriert, mich damit von der Teilhabe ausgeschlossen und darum Inklusion unterlassen”, aber vielleicht finde ich da noch einen Mittelweg.

Wo ich eh grade beim Thema bin: Man sucht sich halt seine tatsächlich Inklusions-orientierten Menschen und trifft die dann so, wie es möglich ist. Das ist schön. Und gibt Kraft, dieses ja doch, Thema, vielleicht mal etwas offensiver vor sich her zu tragen. Als Gegengift zum vielen Excel also Dinge anzuschieben, sogar professionell. Zu Inklusion und Bewusstsein, zu unbewusstem Bias und schwer zu eliminierenden Vorurteilen. Neurodiversität, Mental Health und Diversity. Ich wollte einen IT-Job, jetzt hab ich einen IT-Job, dann machen wir jetzt das mit der Disruption. Also brechen wir mal mit zutiefst menschlichen Dingen die Technologie auf. Me and my bigh mouth, das wird halt auch nicht mehr besser.

Was reg ich mich auf, wenn man mich vor gar nicht so langer Zeit gefragt hätte, was mich so eine Pandemie kosten würde, dann hätte ich gesagt, den Kontakt zu allen, die ich mag. Aber nein, kaum, dass alle dieselben Barrieren haben, finde ich mehr Stabilität und Nähe als vorher. Jetzt kommt die Angst vor dem danach. Vor dem “kann ich da, darf ich da dabei sein, will man mich hier haben”. Und im Hinterkopf immer: Selbst wenn man einfach nur fragt, kann es schiefgehen.

Ich nehme also die positiven Überraschungen zur Kenntnis, die Geburtstagswünsche, die spontanen Verabredungen in fremden Städten, die Rückkehr des Fußballstammtisches (nein, hier heult keiner darüber doch nochmal dabei sein zu können, wo ich mich innerlich schon lang verabschiedet htte) und tapse sehr vorsichtig zurück. Nein, nicht zurück, voraus ins neue normal.

(Ja das war wirr, aber die fairy godmother des deutschen Bloggens hat gesagt, dass das so nicht geht und die einzig für mich funktionierende Motivation ist ja, wenn Leute die klüger sind als ich, sagen was ich tun soll. )

Machen wir noch ein bisschen Normalprogramm, ja? Außerdem ist meine a-Taste funky, irgendwas ist immer. Ich weiß, das mit meinen Auszeiten ist kritisch, wenn man solche Sachen anstellt, aber dieses Mal war es wirklich einfach nur Lethargie, kein kognitiver Ausfall. Besserung, hiermit gelobt.

Fragen 951-976

951. Kommst du eher mit Gefühlsmenschen oder mit Kopfmenschen klar?

Katzen. Ich komme gut mit Katzen klar.

952. Auf wen warst du in letzter Zeit eifersüchtig?

Auf alle, die wissen wo sie hingehören.

953. Hat dir schon einmal jemand einen Antrag gemacht?

Nüchtern? Nein.

954. Wann reisst dir der Geduldsfaden?

Das muss irgendwann Ende 2020 gewesen sein, die Enden liegen hier immer noch lose rum.

955. Was würdest du diesem einen Querkopf gern noch sagen?

Oh dear. Fragestellungen, die es 2021 in dem Kontext auch nicht geben würde. Man hat das Reden ein wenig aufgegeben. Die Areosole!

956. Bist du Optimist, Pessimist oder Realist?

‚stares in 2021‘

957. Welches selbst gemachte Dessert ist immer ein Erfolg?

Zählt Kuchen? Gin Tonic Cake. It’s a happiness-super-spreader

958. Wer spielt eine wichtige Nebenrolle in deinem Leben?

Es ist ein fokussiertes Esemble-Stück. Das Pandemie-Spin off „Tresen“ mit einer eher ungewöhnlichen Gruppe aus neuen Charakteren hat aber überraschend guten Eindruck gemacht.

959. Welches Ereignis hat dich stark beeindruckt?

Winkt aus dem Jahr 2021, ungefähr siebzehntes Pandemie-Quartal. Beeindruckt…irgendwie schon.

960. Bist du reif für eine Veränderung?

AHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAH. Ich bin ja gleichzeitig Ms Ritual, die aber auch eine Neigung zu zackigen, drastischen Konsequenzen und einhergehenden Veränderungen hat. It’s exhausting to be me, but someone hast o do it.

961. Wann hast du dich overdressed gefühlt?

Och, schon lang nicht mehr. Lieber extra als auffällig unauffällig

962. Was machst du mit den Erinnerungen an deine Expartner?

Mit bitte was?

963. Hast du schon einmal in einem Schloss geschlafen?

Zählt ein Schlosshotel?

964. Wofür schämst du dich?

Darüber soll ich jetzt wirklich nachdenken? Halten wir das für gesund? REALLY?

965. Schreibst du Geburtstagskarten?

Wenn ich was verschenke, gehört ein Geschenk dazu. Sonst nehm ich es mir gern vor, tue es aber natürlich nicht.

966. An welches ungeschriebene Gesetzt hältst du dich konsequent?

Wenn es nirgendwo steht und mir keiner darüber was sagt, besteht die eklatant hohe Chance, dass ich mich nicht daran halte und damit für Konfusion sorge.

967. Wann hast du zuletzt eine Wanderung gemacht?

Nein.

968. Kannst du dir für die Dinge, die dir Freude bereiten, mehr Zeit nehmen?

Kurzfristige Befriedigung, ja. Langfristige Freude – ich arbeite daran.

969. Welche Klassiker hast du gelesen?

Twilight, Interview mit einem Vampir, Harry Potter.

970. Welche Person aus deiner Grundschulzeit würdest du gern wiedersehen?

Den T. Der war anders, irgendwie cleverer, zäher als der Rest. (Pro Klasse immer ein Kind einer alleinerziehenden Mutter, Oberbayern, die 90er, es war schwierig.)

971. Malst du dir manchmal aus, wie es wäre, berühmt zu sein?

Mir langt berüchtigt vollkommen.

972. Welches Museum hast du in letzter Zeit besucht?

Nochmal für’s Protokoll: Frühherbst 2021.

973. Experimentierst du gerne beim Kochen?

Mei, was heißt das schon. Ich komme aus einer „was ist im Kühlschrank, damit wird gekocht“ Familie. Ich bin besser im improvisieren als im Kochen.

974. Wie wichtig sind Frauen in deinem Leben?

Im Vergleich zu was, Katzen?

975. Machst du gern Komplimente?

Unbedingt. Den Frauen für die Kompetenz, den Nerds ganz generell und den Egomanen für ihre Fehler.

Don’t be a drag, just be a queen
5