Donnerhall(en)

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Don’t roll your eyes my sweet

I know a man who fills his emptiness
With strangers
I know a girl who drinks herself to
Sleep at night
You can’t change her
I know people who use chat rooms as
Confessionals
I know down and outs who once were,
Once they were professionals
Wipe it off your sleeve
Your superiority
Don’t roll your eyes my sweet

Wie ich seit Tagen versuche, einen Blogeintrag zu schreiben, aber nicht mal im Ansatz dazu komme, weil es eine von diesen Wochen ist, in der ich die Zeit zwischen den überfüllten Arbeitstagen mit Schlaf fülle.
Ansonsten nur das Nötigste an Emails und Korrespondenz (Fragen Sie mich demnächst nochmal danach, wie die Deutsche Bahn mein Geld verschusselt hat und mir ein Inkasso-Verfahren für die im September bezahlte Bahncard anhängen will. )

Endlich ist es kalt, grau und neblig. Sogar mit Schnee. Grade eben war noch die C. hier und wir schlenderten durch die von der Sonne beschienene Altstadt, mit deren pittoreskem Charme ich ein ganzes Wochenende lang angab. Okay, plus Torte und Luxus-Frühstück. Wenn dieses Städtchen was kann, dann frühstücken. Nächstes Mal beweise ich das auch noch für die Pasta. (Genusssüchtiges Volk, meine Güte.)
Am Tag nach ihrer Abreise reißt sich der Winter die Maske vom Gesicht und legt eine kleine Solonummer mit vereinzelten Flocken hin. Zum Trotz buche ich ein Hotelzimmer in Mailand nächsten Sommer, um dort eine Rockband live zu sehen. So suddenly I’m that kind of person.

Diese Art der erschöpften Müdigkeit hatte mir fast ein bisschen gefehlt. Es ist furchtbar, aber es geht mir besser, wenn ich mich in alle Richtungen strecken muss. Vielleicht investiere ich die ganzen Überstunden in noch mehr freie Tage über Weihnachten. Es langt für dieses Jahr, glaub ich, so generell.

An Papas Geburtstag schreibt meine Schwester mir von dem Traum in dem er vorkam. Alles durchaus plausibel, inklusive des kaputten Gartenzauns. Auf eine gute Art fühlt es sich nicht wie ein ganzes Jahr an, das er schon fast fehlt. Manchmal frage ich mich, ob gerade auch die Menschen mit ungeraden Persönlichkeiten, mit sichtbaren Fehlern und dem Hang zur großen Geste ein langes, deutliches Echo hinterlassen. Oder in unserem Fall einfach einen sehr klaren genetischen Abdruck in mir und meiner Schwester.
Kurz darauf wird die Schwester krank, aber sie ist darin wirklich furchtbar schlecht und darum bekomme ich am dritten Tag via Whatsapp mitgeteilt, dass meine CD-Sammlung, die sie bei ihrem Auszug aus dem Elternhaus vor 4 Jahren versehentlich mitgenommen hatte (lange Geschichte), jetzt sortiert und staubgewischt in einer großen Tasche auf mich wartet. (Gibt es sowas wie Bücher-Telefonzellen auch für CDs? Ich meine, da sind Schätze der späten 90er Pop-Hochphase dabei.)
Außerdem hat sie sich doch mal durch die ganzen Platten sortiert, die sie in den letzten zwei Jahren aus der elterlichen Sammlung mitgenommen hat und auch hier stellte sie fest, dass im Eifer wohl fast alle doppelt vorhandenen sowie sehr ähnlichen Tonträger ZUFÄLLIG bei ihr gelandet sind. (Man erkennt ein Muster.) Auch davon wird mir eine Tasche voll zusammengestellt. Aha. Ich hab zwar keinen Stauraum dafür, aber das ist in dem Fall egal, Schallplatten sind ja sehr dekorativ.

Ich registriere das alles nur nebenher, weil im Büro derweil etwas, das schon sehr, sehr lange vor sich hin wabert wohl endlich überkocht. Was zwar erstmal für Stress und doppelte Arbeit sorgt, aber das Thema auch auf Ebenen bekannt gemacht hat, wo man mit etwas mehr Druck Lösungen einfordern kann.
Es gibt eine spezielle Form von Erleichterung, fast ein Energieschub, wenn Dinge diesen Eskalations-Level erreichen, zumindest bei mir. Es sollte mir Sorgen machen, wie viel besser, wie viel aktiver ich agiere, wenn alles unter Strom steht.
Ob das noch der Imprint aus der Start-up Zeit ist, oder ich das tatsächlich bin, weil Konfrontation mir mehr liegt als kleine diplomatische Schritte – irgendwann sollte ich mit der Frage mal ein wenig Zeit verbringen. Kein Wunder, dass das mit der Konzern-Karriere und mir nix wird.

Das rettende Wochenende droht weniger still und starr zu werden als erhofft, aber was tut man nicht alles für die Familie, notfalls lässt man sich halt bekochen.
Außerdem hab ich die Schnapslieferung fürs #pegelwichteln immer noch nicht fertig ausgepackt. Es wird also wenigstens ein entspannendes Highlight geben.
Nachts aufwachen, weil du dich fragst, ob du in den Emails zum #Pegelwichteln eigentlich generisches Maskulinum verwendest und wie es dazu kommen konnte. Die Schnapsdrossel ist schließlich ein Weibsbild.

Fragen 326-350 (von hier)

326. Welche Frage wurde dir schon zu häufig gestellt?
„Und wo kemman deine Leid einglich her?“
Es nervt mich ja schon und ich habe 400 Jahre bajuwarische Vorfahren vorzuweisen. Können wir das bitte einfach generell und für alle lassen? Wenn jemand von seinen Wurzeln erzählen will, wird sie das schon tun.

327. Ist alles möglich?
Das wäre furchtbar.

328. Hängst du an Traditionen?
An den guten. Oder eigentlich: An denen, die ich mit guten Erinnerungen und lieben Menschen verbinde.

329. Kennt jemand deine finstersten Gedanken?
Das Internet. Tjaha.

330. Wie sieht für dich der ideale Partner aus?
So…optisch? Äh. Zu schön dürfte er eh nicht sein, schöne Männer irritieren mich hauptsächlich. Mir fällt auch spontan nix ein worauf ich achte oder besonderen Wert lege. Eine gute Haltung wirkt immer souverän. Der Gipfel der Oberflächlichkeit allerdings: Ich hab eine Schwäche für gut angezogene Männer. Ja, Anzüge, gute Schuhe, klassische Uhr, das ganze Programm.

331. Wonach sehnst du dich?
Mich anlehnen zu können.

332. Bist du mutig?
Hm… Furchtlos, ja. Aber das ist nicht dasselbe, denke ich. Ich kann mutig sein, wenn es die Situation erfordert. Also nicht waghalsig.

333. Gibt es für alles einen richtigen Ort und eine richtige Zeit?
Ich glaube, dass es für alles einen falschen Ort und eine falsche Zeit gibt. Der Rest ist eine Skala von ‚wird schon‘ bis ‚quasi ideal‘.

334. Wofür bist du dir zu schade?
Von oben herab behandelt zu werden. Nicht den Mund aufzumachen, wenn jemand anders neben mir schlecht behandelt wird.

335. Könntest du ein Jahr ohne andere Menschen aushalten?
Ja, leider.

336. Wann warst du zuletzt stolz auf dich?
Es ist zu lange her. Oder es hat sich nicht rentiert.

337. Bist du noch die Gleiche wie früher?
Ich finde grade zu ihr zurück.

338. Warum hast du dich für die Arbeit entschieden, die du jetzt machst?
Das frag ich mich auch gerade… Allerdings: Als menschgewordene Schnittstelle hat man mit vielen verschiedenen Disziplinen zu tun, lernt ständig dazu und hat immer noch eine praktische Aufgabe. Dadurch wird man keiner von diesen reinen Konzept-Menschen ohne Ahnung von der tatsächlichen Umsetzung.

339. Welche schlechte Angewohnheit hast du?
Ich lange mir ständig in Gesicht und Haaren herum, ganz schlimm.

340. Verfolgst du deinen eigenen Weg?
Wenn er nicht verbaut ist, ja. Ich räume grade noch Geröll von der Straße.

341. Worüber kannst du dich immer wieder aufregen?
Doppelzüngigkeit. Feigheit. Diese komischen verschweißen Plastik-Verpackungen, die man nur öffnen kann, wenn man Verletzungen in Kauf nimmt.

342. Kann jede Beziehung gerettet werden?
Nein, aber das gehört dazu.

343. Mit welchem Körperteil bist du total zufrieden?
Ich bin eine Frau – darf ich sowas haben? Ernsthaft, nicht wirklich. Aber ich bin zufrieden genug mit fast allen.

344. Womit hältst du dein Leben spannend?
*blickt auf das aktuelle Leben*
Let me get back to you.

345. Kannst du unter Druck gute Leistungen erbringen?
Zeitdruck, ja. Druck durch eine Person? Well, fuck you.

346. Welche Lebensphase hast du als besonders angenehm empfunden?
Insgesamt war das Studium schon sehr frei und voll von neuen Eindrücken. Aber ich glaube nach wie vor, dass das Beste noch kommt. Ich muss.

347. Findest du andere Menschen genauso wertvoll wie dich selbst?
Tendenziell eher wertvoller. Wenn sie mehr Liebe verteilen oder mehr zur Gesellschaft beitragen. (Jaha, ich weiheiß.)

348. Hast du immer eine Wahl?
Zwar manchmal nur zwischen Pest und Cholera, aber, ja.

349. Welche Jahreszeit magst du am liebsten?
Forever Herbstkind. Gern auch in der nassen Nebel-Variante, nicht nur golden schimmernd.

350. Wie hättest du heissen wollen, wenn du deinen Namen selbst hättest aussuchen dürfen?
Ich bin grundsätzlich ausgesprochen zufrieden mit der Wahl meiner Eltern. Besonders weil der Name bis vor einigen Jahren in diesen Breitengraden richtig selten aber nicht exotisch oder übermodern war. Jetzt gibt es, Twilight sei dank, ein paar mehr von uns, auch gut. Wenn ich überlege welche Namen mir gefallen, es wäre trotzdem etwas prätentiös-altmodisches geworden. Charlotte, Marlene oder Rebecca. Insider dürfen natürlich Scarlett sagen. Doch, das passt schon so.

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Thema von Anders Norén.