It’s all coming back to me now*

*fragen Sie nicht. Es ist grade alles etwas melodramatisch.

Weiterhin fröhliches Kümmern um Dinge, die nicht entscheidend sind. Weihnachten (Ich hatte mal aufgeschrieben was das bei mir heißt) und Pegelwichteln und überhaupt anstatt Lebenslauf aufhübschen und Zukunftsgedanken machen.

Weil kaum, dass man eine Ahnung hat was man haben möchte, verfällt man in eine Art Starre und verweigert den nächsten Schritt. Herrgottnochmal.

Allerheiligen war dieses Jahr anders als sonst. Der kleine Altstadt-Friedhof erscheint ziemlich voll, vielleicht auch weil der Umgang erst am frühen Nachmittag ist. Wobei, Umgang. Zumindest bei uns kommt der Pfarrer nicht vorbei. Womit wir leben können, weil seine seltsame Aussprache und die künstlerischen Pausen meine Schwester und mich während der Messe unangebracht erheitern. Dazu liest eine Frau aus dem Brief Paulus an die Thessalonicher und da wird es ein wenig sehr apokalyptisch, wodurch ich endgültig die Beherrschung verliere. Als sie später bei den Toten, die bitte ins Himmelreich aufgenommen werden sollen, explizit diejenigen erwähnt, die nur verscharrt worden sind, weil sie Verbrechen zum Opfer fielen, fühle ich mich mal wieder wie in einer österreichischen Komödie zum Thema Tod. Selbstverständlich steht einer der Bläser entweder zu nah am Mikro oder bekommt das Timing einfach nicht in Griff.

Meine Schwester kichert und wir sind uns einig, dass Papa das alles ohnehin eher lächerlich gefunden hätte.

Vorher stehe ich in der Bäckerei, um die obligatorische Torte zu holen und das erste Mal dieses Jahr vergesse ich, dass wir 4 nicht 5 sind. Egal, ich nehme das Stück von der Mousse au chocolate Torte grade extra mit, das war eh immer seine. Später ringen wir die Torte mit Wein nieder, irgendwo kommt plötzlich ein Schinkenbrot her. Es wird viel später als gedacht. Ich mag all die neuen Traditionen.

Fast genauso traditionell: Das angedachte #NaNoWriMo – Projekt: Halbwegs geplottet (also so…sehr grob) und kaum hat man eine  Vorstellung vom Ergebnis, kann man sich nicht mehr zur detaillierten Umsetzung aufraffen. Also den Teil mit der harten Arbeit. Dabei scheue ich die doch gar nicht. Was ist denn hier los.

Genauso wie ich schon lange mal wieder mehr als Nabelschau hier im Blog betreiben möchte. Es gibt so viele interessantere Dinge. Aber dann speibt man lieber ein paar Tweets aus und verlässt anschließend die Konversation. Weil das andere, das Auseinandernehmen von Standpunkten, die Überlegungen zu Konsequenzen, die sind der mühsame Teil. Irgendwas in mir sperrt sich grade gegen diesen Aufwand und ich werde darob zusehends ungehalten.

Als würden die letzten Reste des dunklen Schlamms mich daran hindern Dinge über die Ziellinie zu schleppen. Etwas, das ich sonst durchaus kann. Es ist einer der perfidesten Tricks, die der Schatten drauf hat. Guck mal, jetzt ist wieder ein bisschen Energie da, gerade genug, um Dinge anzufangen – das Beenden lassen wir aber noch eine Weile.

Mumpitz, das alles.

Immer noch frage ich mich wo die Frau von vor einem Jahr abgeblieben ist, die mit der unendlichen Energie, mit der Überzeugung alles zu können wenn man sie nur lässt. Bis es einen großen Knall tat und sie sich sehr schnell in die Dunkelheit hat fallen lassen. Ich hätte nicht gedacht, dass das Wiederaufrappeln derart lange dauern würde. Man mäandert ja nicht mehr durch die Gegend wie in den Zwanzigern, sondern hat keine Zeit mehr zu verlieren, schließlich hört man nicht auf Dinge zu wollen, zu suchen. Im Gegenteil. Am Ende des Jahres stehen relativ klar formulierte Ziele, Bedingungen, die eine Zukunft erfüllen sollte.

Herrschaftszeiten ist das hier alles selbstreferenziell, ich gehe mir bald selbst auf die Nerven. Der Oktober riecht nach reifen Äpfeln und Kuchen, nach nassem Holz, Räucheröfen und stiller Verzweiflung. Er klingt wie ein verstimmtes Klavier, wie mit Blättern klappernder Wind und will mich nicht in den Nebel entlassen.  Im Nebel, da wartet der November, er zieht und zerrt und will sich der Kälte ergeben, endlich.

Vielleicht, meinte neulich jemand zu mir, bist du nur so unspontan, weil du die Vorfreude so zelebrierst. Ich hoffe, dass das der Grund ist. Also weiter Pläne schmieden. Aber halt auch machen. Notfalls Augen zu und spontan ja sagen. Man kann es sich ja mal vornehmen.

Wirklich, Wirklich melodramatisch.

Fragen 276-399 (von hier)

276. Welchen guten Zweck förderst du?

Ärzte ohne Grenzen. Jeder sollte die Chance auf Versorgung haben. (#Saisonspende )

Auf lokaler Ebene Tierschutz und Sozialkaufhaus. 

Twitter ist auch hier toll, weil man oft einfach einen Link präsentiert bekommt unter dem man mit wenigen Klicks einer Person ganz konkret helfen kann. Ich mag das.

277. Wie sieht dein Traumhaus aus?

Holen Sie sich Tee, das könnte dauern.

Es ist alt und ich darf es herrichten. Gern ein ehemaliger Hof mit Stall in Gewölbebauweise, da kommt dann die Lounge rein – ein plüschiges Heimkino mit Bar und Bibliothek. Weil mein Haus ist groß, so groß, dass mehrere Wohnungen darin Platz haben und man quasi als Mehrgenerationen-WG zusammen wohnt. Im Garten stehen Hochbeete fürs Gemüse, es gibt ein gigantomanisches Gewächshaus, einen Weinkeller und mindestens einen Walnussbaum. Von der Lounge aus gibt es einen verglasten Übergangsbereich zum Pool, der auch überdacht ist, damit man das ganze Jahr etwas davon hat.

Ich wohne in der ausgebauten Tenne (heißt das so? Das klingt im Dialekt so völlig anders. Da Dehna quasi.), die mit viel Holz und smarter Beleuchtung eine Art zweistöckiges Penthouse ist, mit einem extra Schreibraum. Im Schlafzimmer steht nur mein großes Bett, eine Leuchte und ein antiker Nachttisch, vor einer Wand in Mitternachtsblau und unter einem Leuchter aus Murano-Glas.

Der Wohnbereich ist praktisch und gemütlich, mit offener Küche (Team7 natürlich), einer großen Couch, einer plüschigen Recamiere und dem ultimativen Ohrensessel. Die Nischen sind gefüllt mit Bücherregalen. Weil überall viel Holz ist, sind die Wände in gedämpften Grüntönen gestrichen und die Polstermöbel sind Bordeaux und Pflaume. Lüster, überall Lüster. Ein einziger Widerspruch, der perfekt harmoniert.

Für die gemeinsamen Abendessen gehe ich ins Haus rüber, wo es im Erdgeschoss eine große Küche mit langem Esstisch gibt. Hier wird gebacken und das geerntete Gemüse verarbeitet.

Ich muss irgendwie an viel Geld kommen. Das klingt einfach zu gut.

278. Machst du leicht Versprechungen?

Nein, weil ich sie wirklich halten will.

279. Wie weit gehst du für Geld?

Nicht annähernd so weit wie ich früher selbst mal von mir dachte und irgendwie bin ich ganz froh darüber.

280. Bist du häufig eigensinnig, auch wenn es zu deinem Nachteil ist?

Have me met? Als könnte ich anders.

281. Malst du oft den Teufel an die Wand?

Ich sage nicht, dass da eine Tapete voller Hörner ist, aber…nun.

282. Was schiebst du zu häufig auf?

Ärzte. Ich habe einfach das Gefühl, dass ich mein Soll in Sachen medizinische Betreuung vor vielen Jahren erfüllt habe und jetzt finde ich es sehr unfair, dass dieser Körper immer noch betüdelt werden will. Was solln das? Wir haben doch wirklich alles mal vermessen, angeschnitten und repariert was man so haben kann.

283. Sind Tiere genauso wichtig wie Menschen?

Du liebe Zeit. Ethisch moralisch? Lebenskreislaufmäßig? Ich meine, wollen wir uns eine Welt ohne schnurrende Katzen vorstellen? WOLLEN WIR DAS? I think the fuck not.

284. Bist du dir deiner selbst bewusst?

Painfully so.

285. Was war ein unvergesslicher Tag für dich?

Gab es, gerade zuletzt einige. Aber wenn wir von positiven,erfüllenden, berauschenden sprechen: #Donn33rbella  hat sehr gefetzt.

286. Was wagst du dir nicht einzugestehen?

Dass ich am Ende vielleicht nur ein durchschnittliches, okayes Leben führe und sich daran auch nichts mehr ändern wird. 

287. Bei welcher Filmszene musstest du weinen?

Kommt im Grunde nicht vor, warum auch immer. Ich finde die Realität oft zum Heulen, aber Filmszene fällt mir wirklich keine ein. Wobei ich eine große Schwäche für diese total überzogenen Sportler-Geschichten habe, bei denen der Underdog am Ende irgendwas gewinnt. Vielleicht auch wegen des Team-Faktors, wo Leute gegen etwas zusammenstehen. „We are Marshall“ ist so ein Fall, wo eine wahre Begebenheit zu einem schon auch sehr schmalzigen Film wurde. Der aber irgendwas in mir rührt.

288. Welche gute Idee hattest du zuletzt?

Ahahahaha. Nein.

289. Welche Geschichten würdest du gern mit der ganzen Weltteilen?

Die sind noch nicht so weit.

290. Verzeihst du anderen Menschen leicht?

Es hängt ganz extrem davon ab, was sie getan haben. Ich kann Fehler verzeihen, gerade die menschlichen. Aber wenn ich hintergangen werde, kommt eine düstere Rachegöttin zum Vorschein, die man nicht kennenlernen will.

291. Was hast du früher in einer Beziehung getan, tust esheute aber nicht mehr?

Da habe ich noch keine Muster entwickelt, gottseidank.

292. Was hoffst du, nie mehr zu erleben?

Was auch immer ich hier schreiben könnte, wird wieder passieren, da hilft alles hoffen nix.

293. Gilt für dich das Motto Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß?

Oh Gott nein. Was ich nicht weiß, treibt mich erst recht in den Wahnsinn und zwar viel zu lange. TELL ME, TELL ME NOW.

294. Wie wichtig ist bei deinen Entscheidungen die Meinunganderer?

Es gibt zu wenig Menschen, die ich ernst genug nehme, um ihre Meinung zählen zu lassen. Wer mich kennt, sagt am Ende „Du machst eh das was du für richtig hältst“. Was korrekt ist.

295. Bist du ein Zukunftsträumer oder einVergangenheitsträumer?

Gute Laune: Zukunftsplaner. Düstere Laune: Vergangenheitsgrämer

296. Nimmst du eine Konfrontation leicht an?

Schon. Wärme durch Reibung ist immer besser als Kälte durch Abstand. Ich bin außerdem deutlich zu furchtlos und finde irgendwelche künstlichen Hierarchien auch so gar nicht beeindruckend.

297. In welchen Punkten unterscheidest du dich von deinerMutter?

In allen? Wir lieben beide Bücher und teuren Käse, aber ansonsten? Wirklich, da ist im Grunde nix. Was schade ist, weil sie geduldiger, wärmer und kümmernder ist. Aber auch eine fürchterlich spontane, wenig organisierte Person, die Konflikte gern durch Schweigen löst.

298. Wo bist du am liebsten?

Da, wo Wasser fließt, wo es still ist und das Licht in allen Schattierungen bricht.

299. Wirst du vom anderen Geschlecht genug beachtet?

Jein? Männer sehen mich tendenziell eher als Neutrum, aber ich habe gelernt das zu schätzen. Mir werden keine Drinks ausgegeben oder Komplimente gemacht – dafür wurde ich nur sehr selten begrapscht oder musste mir wirklich übel sexistischen Blödsinn anhören. Ich kann im Zweifel auch auf mich aufmerksam machen. Im Grunde passt das schon so. Bis auf die wenigen Momente, wo es praktisch wäre oder ich wirklich gern flirten können würde.

300. Was ist dein Lieblingsdessert?

Als müsste man sich zwischen seinen Kindern entscheiden! Mascarpone mit Erdbeeren? Tiramisu? Obstsalat mit Eierlikör? Eis? EIS. Warmer Apfelkuchen. Schwarzwälderkirschtorte. Nein, also das geht einfach nicht.

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