Musik

Bayern war schon boheme, da hat Berlin Spießertum gefeiert

Es war ja absehbar. Weil, hier, im SĂŒden dieser unserer Republik, da passierte grade was. Wir haben eine Koalition, der FC Bayern hat einen HollĂ€nder/Gott und an der Kulturfront, da revolutioniert man zĂŒnftig vor sich hin.

Zuerst haben sie den Wahnsinnigen aus Oberammergau ans Volkstheater und die Eröffnung der WM gelassen. Dann hat Rosi mal eben den Heimatfilm gerettet. Maxi war da schon lÀngst Liebling der Kulturbeilagen.

But something was missing.

Wir hatten keinen wirklichen Soundtrack. Haindling, das ist eben nicht die gleiche Generation. Und die Sportis? Nix wie ungut, wir lieben sie sehr, aber de san vo Minga. Aus der Stadt. Die Revolution, die kam aber vom Land. Ganz tief drin. Da brauchts mehr Kraft, mehr Feuer.
Aber das haben wir ja jetzt.

Jetzt haben wir etwas das Lebt und Reißt und zerrt, stampft, pumpt, dreht, schiebt und haut dich einmal quer durchs Universum. Und das aus dem Chiemgau! Labrass Banda sind, das hat jetzt auch die SĂŒddeutsche gemerkt, als die Jungs den Circus Krone einfach mal ein paar Tage voll gemacht haben, the next BIG THING.

Labrass Banda.

Labrass Banda.


Sonst bin ich ja Hype gegenĂŒber skeptisch. Aber die Wahrheit ist: Übersee, das neue Album, begleitet mich seit Tagen wohin ich auch gehe. Und das “nur” in StudioqualitĂ€t. Live fegen diese Jungs sowieso alles weg, was sich der bayerischen LebensqualitĂ€t in den Weg zu stellen droht.

Und, ja, das ist tiefster, bayerischer Dialekt indem Sepp (!) seine Geschichten erzÀhlt, von den MÀdels und den Reisen, von Bierzeltkeilerein und Bauernbuam. Aber wer das mal dechiffriert hat, findet Poesie, so schön, Melodien, so erdig, dass es einem die TrÀnen in die Augen treibt. (Zefix, sogar der Burnstl schwingt sich im Heimatdialekt zur wahren Meisterschaft.)

Wenn mich Musik so packt, werde ich missionarisch. Nervtötend. Furchtbar. Aber, lasst euch davon nicht iritierren. (Can you tell, I’m in love?Also, Freunde, einfach mal nicht so viel drĂŒber nachdenken und dafĂŒr zuhören. (mindestens bis zur Bridge, ganz, ganz großes Kino)

LabrassBanda, “Inter Mailand” aus Übersee

09 – Inter Mailand
09 – Inter Mailand


P.S.: SIE SIND AUF TOUR! LOS! MIT DEN FÜßEN STAMPFEN!

Ubiquity is one of the perks

Phantomemailbedingter Dauerkopfschmerz in Kombination mit genereller Schlaf – und Ruhelosigkeit. Zu einem GesprĂ€ch bestellt werden, mit einer Person der man nichts abgewinnen kann, zu einem Thema zu dem man nichts beizutragen hat, sondern nur abwarten kann.

4 Tage lang unwohl und kaputt, Menschenunleidig und so. Also Pasta mit Spinat und Gorgonzola, dazu Antony and the Johnsons, Veronica Mars und, zur ManikĂŒre, damit irgendwann wenigstens die grundsĂ€tzliche Laune leicht ĂŒber den Gefrierpunkt steigt, LaBrass Banda. De Buam ausm Chiemgau, meiner Quasiheimat, san ganz arg gfeit und spuin auf, dass a freid is.

Klamme Versuche WorthĂŒlsen mal wieder so aneinander zu reihen, dass eine Geschichte heraus will und man wenigstens ĂŒber den Dingen flowen kann, will aber auch nicht recht. FĂŒhle mich sehr Donna Noble-ig, weil mir Dienstag bestimmt jemand meine Zukunft im Universum raubt und ich mir den Planeten Barcelona nicht mehr ansehen kann, was gemein ist.

Und am Ende versuchen Wut aufzubauen, was aber unrentabel ist, weil RacheplÀne allein nie so gut wirken wie mit Komplizen. Und zu denen fehlt mir jedes Talent.