KW Sechzehn/Siebzehn

Ach ich weiß doch auch nicht mehr. Also buchstäblich. Ich vergesse Tage, sobald sie um sind. Ach was, vorher.

Alles außer dem Job flutscht einfach so wieder aus dem Kopf raus, es funktionieren nur automatische Dinge. Kochen, Rudermaschine, Audiobook hören. Meine Highlights sind aktuell neue Möbel. Dinge in dieser Wohnung werden endlich fertig und das hilft meiner Psyche mehr als ich zugeben mag.

Neue Vitrine im Wohnzimmer / Essbereich
Küchenregale. In Mint!

Musik funktioniert nicht, Ablenkung funktioniert nicht. Das ist jetzt auch nicht mehr Pandemie, das ist der Depressions-Schlamm. Aber irgendwie halt eine pragmatische Sorte, weil es eh allen so gut, teilweise noch viel schlimmer. Ich habe einen Job und keine Kinder, das erscheint aktuell durchaus Jammern auf hohem Niveau.

Und nicht, dass ich übrige Energie hätte, aber ein Teil von mir möchte sich so sehr in ein Projekt stürzen, vielleicht mach ich dieses Mal mit beim Wahlkämpfen. Für Annalena, is klar. (Eigentlich müsste was Kreatives her, aber, ach.)

Übersprungshandelnde Bestellungen von Lidschatten-Paletten und Versuche im Blenden eines Halo-Eye. Ich gucke zu viel Youtube. Wobei auch nützliche Dinge dabei sind.

Das ist Doktor Ramani und sie bringt mir bei was Narzissten sind und warum mir im Leben immer Menschen begegnet sind, deren inkonsistentes Verhalten ich nicht begriffen habe. Ich neige nicht dazu solchen Darstellern auf den Leim zu gehen, scheine aber umgekehrt ein beliebtes Accessoire zu sein, das hat zu…merkwürdigen Situationen geführt.

Die Normalisierung von Videocall-Geburtstagsparties ist auch so eine Sache. Ich will einfach mal wieder in einer fremden Küche stehen, zu laut lachen und mich kurz fühlen, als wäre ich Teil der Spezies. Manchmal weiß ich nicht ob dieses Jahr drinnen mich auf dem Spektrum noch ein Stück weiter auf die andere Seite hat gleiten lassen. Zumindest überfordert mich das tatsächliche Leben. Zugfahren, Supermarkt, wie soll man da denn zurechtkommen. Zu laut, zu hell, zu hektisch. Mir fehlt das Prinzip Biergarten, aber der Gedanke an eine vollbesetzte Außengastronomie…puh.

Mal gucken. Übernächste Woche Einzug ins neue Büro, eine Woche später die zweite Impf-Dosis. Lauterbach sagt, der Sommer wird gut. Ich glaube er wird akward. Auch für die nicht Blob-Girls. Ich hätte gern ein Blob-Girl-Camp. Eine Villa, irgendwo in der Toskana wo wir schlechten Frauendarstellerinnen den ganzen Tag in formlosen Kleidern rumliegen, uns trotz käsiger Beine in den Pool werfen und uns weintrinkend gegenseitig aus Büchern vorlesen. 3 Monate lang. Dann bin ich auch soweit für die Revolution.

Bis dahin muss ich erstmal über den Unterschied von Struktur und Gewohnheiten und Ritualen nachdenken und ob ich nicht ein paar Zukunftspläne ändern muss, damit alles auch mal wieder zusammenpasst. (Das ist eine Phase, richtig? Haben alle, gell??)

Trouble don’t you come my way.
1