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Schlagwort: viva bavaria (Seite 3 von 5)

Das Dirndl-Dilemma

Von Links: Meine Schwester R., das Nachbarskind S., Cousine F. und yours truly

Ein Dirndl ist keine Verkleidung. Es braucht keine Heidizöpfe, es braucht keine roten Bäckchen, man muss die Lieblingsbands nicht via Buttons auf der Dirndlbluse kundtun, im Bierzelt geht jeder noch so hervorragende Musikgeschmack sowieso sofort über Bord. Es braucht erst recht keine Chucks oder Stiefel oder Timberlands oder Netzstrümpfe untendrunter. Das einzige Adjektiv, das eine Frau im Dirndl dabeihaben sollte ist: sauber. Sauber gewaschen, sauber gekämmt, sauber innendrinnen. Und zwar bitte mindestens bis zur dritten Maß. Maß. Nicht Maas.

Und ich dachte, wenn ich diesen Artikel oft genug verlinke, ist es auch gut damit. Aber das ist es nicht. Es wird nur noch schlimmer. Momentan ist wieder Saison. Für all die Herbst – und Volksfeste. Und die Wiesn, Mutter aller Dirndl-Verirrungen steht quasi schon vor der Tür.

“Dir kann man es aber auch nicht recht machen. Es sind doch bloß Dirndl!” sagte meine Schwester entnervt, nachdem wir eine Runde über das Rosenheimer Herbstfest gedreht hatten. Nur Dirndl? Ah ja. Es ist aber eben eine Tracht. Es steht in einer Reihe mit dem Sari, einem Kimono und den putzigen Hüten der Mädels aus dem Schwarzwald.

Als geborene Bayerin steht es mir im übrigen zu, derartige Urteile zu fällen. Ich darf auch über Bayern, die CSU und die katholische Kirche schimpfen so viel ich will. Qua Geburtsrecht. Stattdessen versuche ich mich plötzlich zusammen zu reißen während Cindy und Nancy aus Dortmund oder Rostock sich in an Dirndl erinnernde Polyester-Fetzen zwengen. Dazu tragen sie mit Glitzersteinchen besetzte Tascherl und flechten sich die Haare zu krummen Zöpfen. Bei derlei Anblicken schnellt bei mir mittlerweile fast automatisch der Finger nach oben und ganz wie meine Großmutter, Gotthabsieselig, fängt eine kleine Stimme in mir an zu dozieren, warum das alles so nicht geht.

Daher biete ich heute mal eine exklusive Service-Leistung hier im Blog an. Einen Grundkurs. Was ist eigentlich ein Dirndl, wer darf das anziehen und was gehört alles nicht dazu? (UND DIE NÄCHSTE FRAU DIE ICH IN KURZEN LEDERHOSEN ERWISCHE MELDE ICH DER TRACHTEN-POLICE. DAS IST MEIN ERNST. IHR TRETET MEIN BRAUCHTUM MIT FÜßEN DIE NOCH DAZU IN CHUCKS STECKEN.)

    [UPDATE]
    Weil gerade diskutiert wurde, WER denn nun so ein Dirndl tragen darf. Ganz ehrlich: Wenn es ein ordentliches Dirndl ist, wenn man sich der Tradition zumindest im Ansatz bewußt ist und nicht nebenher Witze über meinen ach so putzigen Volksstamm macht, bin ich da mittlerweile tolerant. Was heißt es heute schon “Münchner” zu sein? Es gibt Menschen die seit Generationen hier leben und trotzdem dialektlos und als Vegetarier ihr Dasein fristen. Warum sollten die mehr Recht auf die Tracht haben als jemand der als ernsthaft enthusiastischer Besucher von außerhalb kommt?

    Natürlich sollte die ursprüngliche Tracht, wie z.B. die Tegernseer Variante auch den dort Ansässigen vorbehalten sein – aber ein Dirndl an und für sich, mit Respekt und Würde getragen ist das recht für jeden inneren Bayern. Da sollte ein Geburtsort nicht im Wege stehen.

    Wie gesagt, ein ORDENTLICHES DIRNDL. [/UPDATE]

    Wir fangen unten an, bei den Schuhen. Es müssen keine Haferlschuhe sein, wenn man nicht im Trachtenumzug dabei ist. Aber Chucks, Ballerinas und High Heels gehen eben nicht. Schlichte dunkle Schuhe mit Maximal 3 Zentimetern Absatz, damit kann man kaum falsch liegen. Und Finger weg von allem, auf dem Swarovski steht!

    Das Beinkleid? Simpel: Wenn kalt dann Strumpfhose, wenn nicht dann Nichts. Nichts, was auch nur im entferntesten Ähnlichkeit mit einer Leggins hat, darf sich in einem 5 Meter – Radius zum Dirndl befinden, ARE WE CLEAR?
    Aber davon sollte ohnehin nicht viel gesehen werden, weil ein ORDENTLICHES DIRNDL MINDESTENS ÜBER DEM KNIE ENDET. Ich kann diesen Punkt nicht oft genug wiederholen. Als wäre Donna Doras Geist in mich Gefahren, will ich mit dem Maßband an die Scharen junger Damen herantreten, die glauben, es wäre okay, dass ihr Rock knapp über den Hinterbacken endet. Ist es nicht. Ganz und gar nicht.

    Überhaupt, der Rock. Keine Spitze, kein Polyester, keine Neonfarben und ordentlich gereiht muss er sein. Gereiht? Ja, das ist der Ausdruck für die schönen Falten, in denen ein guter Rock im Rücken liegt. Dafür braucht es viel Stoff, Baumwolle oder Seide. Verdammte Axt, ein ordentliches Dirndl ist auch eine Investition, zefix.

    Das geht natürlich nahtlos über in den oberen Teil des Kleids. Da darf der Stoff leichter sein, aber ordentlich genäht muss er sein. Glitzern sollte maximal das Charivari. Ein bisserl Spitze darf sein, aber für Anfänger gilt: Vorsicht!

    Wir haben also Schuhe und ein Kleid. Was brauchen wir noch? Richtig, eine Bluse. Bereits hier fallen viele, sogar einheimische Madln durch’s Raster. Dabei ist es ganz einfach: Sie ist weiß und aus Baumwolle. WEIß. Nicht schwarz, nicht transparent, nicht gold oder irgendeine dieser gottlosen Varianten. Im Ausschnitt darf gern gerafft werden, es soll ja gezeigt werden was man (Frau) hat. Bitte die Bluse nicht zu knapp kaufen, größenmäßig. Die Arme müssen beweglich genug bleiben, um einen Maßkrug zu heben. Und diese ganze Hände zum Himmel – Angelegenheit natürlich.

    Das sieht doch bis jetzt ganz ordentlich aus. Und nun? Das Icing on the Dirndl-Cake: die Schürze. Das Schürzen-Band darf schön breit sein, es muss ja gut sitzen. Außerdem ist sie sauber abgenäht und endet maximal eine handbreit vor dem Rock. Sie hat keine Pailletten oder Buttons, sie passt farblich zum Kleid, steht aber nicht in totalem Kontrast. Auf ihr sind weder Totenköpfe noch Sonnenblumen. Ganz einfach beim Dirndl-Kauf einen Bogen um diese Dinge machen und ihr seid schon halb im Bierzelt.

    Jetzt wären wir Trachten-mäßig schon sauber beisammen, wollen es uns aber nicht an der Ziellinie versauen.

    Ein gutes Dirndl braucht nur wenig, sehr wenig Schmuck. Je opulenter das Charivari, desto weniger am restlichen Madl. Ansonsten: Ein schönes Kropfband, eine kurze Kette mit gutem Anhänger ODER ein filigranes Armband. Erneut ist schlichter stilvoller. Kein Edelweiß oder Hirschhorn, kein “I hob di liab” oder Thomas Sabo Bierkrug. Ein Herz, ein Stein, kein Brimbamborium. Ähnliches gilt für den ultimativen Kopfschmuck, die Haare.

    Nichts gegen Zöpfe, aber ein guter Zopf braucht ein gewisses Grundvolumen. Darunter sollte man die Federn nicht flechten. Heute haben nicht mehr alle Frauen hüftlange Mähnen und das ist auch okay so. Man darf Haare offen tragen. Die klassische Variante ist natürlich hochgesteckt. Aber nicht so wie die Mädchenbilder, die ihr auf Tumblr klickt, mit Strähnen die irgendwo rumfliegen, sondern g’scheid. Mit Haarnadeln und so. Gut gemacht hält das natürlich lange durch, ist aber nichts für arg spontane Wiesn-Gängerinnen.

    Mit einem Lächeln überlegen wir jetzt noch wohin die Schleife der Schürze schaut und können husch tusch auf ins Getümmel!

P.S. Lederhosen sind ein ähnlich gefährliches Terrain. Liebe Herren der Schöpfung: Schaut kritisch in den Spiegel, schaut euch eure Arme und die Wadl an. Ist das die Figur für ein solches Hemd? Ist da genügend Wadl-Substanz für eine Lederhose? Habt ihr einen Hang zum Hipster-Styling? Dann lasst es. Die momentan auftretende Spezies der Lederhosen-Hipster ist so ziemlich das unattraktivste, dessen ich seit langem ansichtig wurde.

P.P.S.: Es gibt keinen Uniform-Zwang auf einem Volksfest. Es ist komplett in Ordnung nicht im Dirndl sondern im Sommerkleid oder in Jeans dorthin zu gehen. Eigentlich gehört man damit dann schon zu den Rebellen und ist ergo schon wieder cool. Denkt mal drüber nach.

Als ich im Oberland war

Ja Freunde der gepflegten Trinkerei, das ist eine Sonderabfüllung des besten Bieres der Welt. 3 Liter Tegernseer.


Sollten sie sich dereinst, geneigter Leser, in den bayerischen untiefen des Oberlandes wieder finden und dabei aber spontanen Appetit auf italienische Spezialitäten entwickeln, dann gibt es demnächst einen Ort an dem sie fündig werden.

Noch wird fleißig renoviert in Schaftlach, gleich gegenüber der BOB-Station. Aber lassen sie sich versichern, es wird sich rentieren. Auch wenn nicht alles gleich zusammenpasst.
Aber das gerade macht den Charme aus, beflügelt die Phantasie, wenn man als Renovierungshilfe dort aufschlägt. So wie ich am vergangenen Wochenende. Zu ihrer Linken z.B. sehen sie den Tresor den die damals ansässige Sparkasse schlichtweg nicht mit raus schleppen wollte. Weil, zu schwer.
Auch der wurde abgestaubt, bis er glänzte.

Überhaupt, so eine Restaurantrenovierung ist eine interessante Sache. Nicht zuletzt, wenn der Vorbesitzer so eine Art digitalen Ehrgeiz entwickelte und mal eben 12 Telefonleitungen legen lies. Da hatte der beauftragte Techniker die helle Freude. Und ich sah, wozu 6 Semester Informationsmanagement gut waren: zum dumm daherredn, wia ma bei uns sogd.

Wenn sie also dereinst im Romulu sitzen und nach dem perlenden Weißwein zu ihrem delikaten Tintenfischcarpacchio greifen, dann schauen sie einen Moment durch den Raum und lassen das Ambiente auf sich wirken. Wenn ihnen dabei auffällt, wie weich sich das Holz der Tische anfühlt und wie schön ihre Maserung rauskommt, dann ist es bestimmt einer von denen die ich mit eigenen Händen doppelt geölt habe.

Das ist eine Weinpresse. Sieht komisch aus, ist aber so.

Ich gebe zu, so sehr ich den zukünftigen Restaurantbesitzer (keine Sorge, der Mann macht das schon länger beruflich, nur vorher woanders.) schätze, es bleibt abzuwarten ob die Mitglieder meines Volksstammes in hinteren Winkel des Landes genug Gefühl in den Geschmacknerven haben, um zu erkennen, welches Juwel sich in ihrer Mitte niedergelassen hat. Schließlich versteht Massimo nicht nur was vom Essen, sondern auch von Wein, Musik und Kunst.

Wenn also alle Stoßgebete erhört werden und der Gasmensch sich endlich blicken lässt, dann werde ich an dieser Stelle in absehbarer Zeit von der Eröffnung berichten und ein paar ernsthafte Empfehlungen aussprechen. Alles natürlich nur für sie, liebe Leser.

Ja gut, ein paar letzte Dekofragen müssen wir vielleicht noch abklären…

Disclaimer: Ja, das hier ist sowas wie Werbung. Aber ernsthaft, ich lobe kein Restaurant wo es mir nicht schmeckt. Außerdem hat der wunderbare Massimo einige der Bilder gemalt, die mich umgeben. Und er ist, gewissermaßen, ein Freund der Familie. Mir doch egal.

Pro-Tipp: Einfach Vorsätze erst formulieren, nachdem man sie eingehalten hat!

Weil eigentlich hatte ich mir nie vorgenommen Twitter-Menschen zu treffen. Also nicht, dass ich mich dagegen wehre, aber das sind ja erstmal einfach 140 Zeichen. Ganz schön wenig als Basis.

Dachte ich.

copyright @stadtneurotikr

Nach dem gestrigen Abend kann ich sagen: Ist genauso super wie damals schon, mit Chat-Bekanntschaften. Bonus Feature: gemeinsames ins Handy-vertieft-sein ohne, dass es als unhöflich gewertet wird. (Respektive gemeinsames Essen fotografieren.)

Gerufen hatte das Lustspielhaus in München zur Inszenierung von “im weißen Rössl” mit der fabelhaften Luise Kinseher. Und während ich sonst unter Freunden gerne mal für meinen seltsamen, noch dazu lokalpatriotischen Geschmack belächelt werde, hatte sich auf Twitter ein Wagemutiger gefunden, der sich mit mir den Abend um die Ohren schlagen wollte. Der @stadtneurotikr nämlich (der außerdem hier einen reizenden kleinen Gemischtwarenblog führt.). 1
Nach wenigen Turbulenzen in und um München (Finden wir Menschen, die einen im Zug spontan Zeichnen ohne ein Wort dazu zu sagen gut oder gruselig?) trafen wir uns in der Innenstadt zusammen, um als erste wirkliche Tagesleistung einem großen Stück Fleisch, englisch gebraten, den Gar auszumachen. Und über Fußball zu reden. Weil wenn man Twitterer im wirklichen Leben trifft, ist das wie Twitter nur mit Steak und Bier. Schon putzig. Und man kann ungehört über die Timeline-Besetzer und ihre Marotten lästern. (xy guckt ja wirklich alles an Sport und abc verteidigt auch den letzten Gaucho…dafür wüßte, wie man das hier auf der Karte ausspricht… usw.)
Ich könnt mich daran gewöhnen. Es sind genau die Momente, die diesem hyperironischen 2.0-Gelaber manchmal einen Goldschimmer geben. Echte Menschen die hinter all den Tweets, Blogeinträgen und Bildern stehen. Mit denen man super Bier trinken und ins Theater gehen kann. Keine Generation vorher hat so wenig Ausreden für’s Einsam sein. Nicht mal ich krieg es noch hin.
Natürlich ist es auch Glückssache, wie bei jedem neuen Kontakt. Nicht immer ist das Gegenüber so locker und interessant wie man online dachte. Allerdings sorgt die schiere Anzahl der Kommunikationskanäle dafür, dass es schwierig wird, durchgehend etwas “vorzuspielen.” Übrig bleiben diejenigen von uns, die in ihrer digitalen Persönlichkeit ein bisschen extrovertierter wirken, mehr Esprit haben als es der Realität entspricht. Da schließe ich mich durchaus mit ein.

Vom Steackhouse aus, waren es nur ein paar Minuten bis zur Occamstraße und auf dem Weg bekam ich gleich mal eine erste Lektion aus “Schwabing für Anfänger”. Ja, doch – München könnte mal sowas wie meine Stadt werden.

Schließlich: Das Lustspielhaus. Und eine Operettenproduktion, die so beliebt ist, dass man ohne Reservierung nur relativ weit hinten einen Platz findet. Was allerdings nicht nur schlecht war. So konnten wir nicht nur in Ruhe immer mal wieder in die Timeline gucken und haben relativ zügig unser Bier bekommen, wir hatten auch einen sehr schönen Blick auf den Eingang. Was in meinem Fall heißt: Heldensichtungen.
Während der @stadtneurotikr und ich unsere kulturelle Sozialiserung mit der Hilfe von Franz Xaver Bogner und Co besprachen, kam der Star der Show, die huldvolle Luise Kinseher zur Tür herein geweht. Bereits jetzt war ich vom Abend als ganzes komplett Begeistert.
Als wenige Momente später ein junger Kerl, der mir irgendwie bekannt vorkam, durch die Tür trat, begann der Abend sensationell zu werden. Wir hatten, so schien es, die Vorstellung mit dem Insider-Publikum erwischt – schließlich hatte grade Stefan DettlLaBrassbanda-Frontmann, Trompeten-Genius und für das Arrangement der Inszenierung zuständig – das Lustpielhaus betreten. Und ja, mein Fangirl-Herz hat da schon recht fröhlich vor sich hin geschlagen. (Nicht, weil der jetzt mein Typ wäre. Das ist so eine Musiker-Sache. Sie wissen schon.)
Wir scrollen nochmal einige Minuten nach vorne, da geht Dettl (der auf mich in Jeans einfach nur befremdlich wirkt. Ohne Ghostbusters-Shirt und Lederhosen fehlt mir was.) zur Tür um jemanden die Hand zu schütteln. Moment, das ist doch… JESSAS.
Andreas Giebel noch so einer von der beeindruckenden Sorte. Der Außerdem hoffentlich bald wieder zusammen mit Madame Kinseher für München 7 vor der Kamera steht. (wem jetzt langweilig ist, der spielt einfach seven degrees of Luise Kinseher.) Den Rest des Abends war mein Kopf nebenher damit beschäftigt, worüber der Chef vom Lustspielhaus, Dettl und Giebl wohl geredet haben. (Vermutlich über Frau Kinseher. Gab’s auch allen Grund zu.)
Womit ich bei der Vorstellung selbst bin.

HACH. (um eine Twitter-Vokabel zu verwenden.)

Charme, Herz, Humor, Musik – alles da und zwar in rauhen Mengen. Das Arrangement für Tuba, Posaune und Trompete gibt den alten Songs Schwung, die Besetzung gab dem Ganzen viele Lacher und die Inszenierung war so flott (habe ich wirklich gerade flott geschrieben? Oh je. ) unterwegs, dass man zu keinem Zeitpunkt auch nur wagte auf die Uhr zu sehen.
Luise Kinseher ist genau die Art Rössl-Wirtin Josepha, die man haben möchte – da verzeiht man auch, dass das Singen nicht ihre größte Stärke ist (Und das Mieder vom Dirndl irgendwie glitzert. Glitzert!) Severin Groebner als Kellner Leopold ist die Essenz allen wienerischen. Er leidet und singt, dass es einem das Herz zerreißt, er ist großmäulig und unverschämt, aber dabei so charmant, dass man ihn schon nach wenigen Sätzen ins Herz schließt.
Dann ist da noch Bedienung Kathie, bzw. Klärchen, gespielt von Constanze Lindner. Die stiehlt jede Szene in der sie auftaucht – und dabei muss sie nicht mal reden. Physical comedy nennen die Engländer die rare Gabe, sich so zu verrenken, dass Menschen spontan in Gelächter ausbrechen. Und Lindner hat diese Gabe.
Dafür verzeihe ich dem Lustspielhaus, dass dort nur Spaten und Franziskaner ausgeschenkt wird. Man kann nicht alles haben.

P.S.: Hinweiße in Sachen gutes Kabarett, Theater und Co in München bitte jederzeit an mich. Dankschen.

  1. An dieser Stelle: Hallo Münchner Frauenwelt, die ihr euch doch immer über zu wenig gute Männer beschwert. Selber schuld, wenn so einer Single ist. Da wäre sogar der gemeinsame Kleiderschrank kein Problem!

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