Schlagwort: RAGE (Seite 5 von 7)

Es gibt Menschen, die breiten die Arme nur aus, damit sie ihre Ellbogen besser in Position bringen können

The future teaches you to be alone
The present to be afraid and cold
So if I can shoot rabbits
Then I can shoot fascists

Bullets for your brain today
But we’ll forget it all again
Monuments put from pen to paper
Turns me into a gutless wonder

And if you tolerate this
Then your children will be next
And if you tolerate this
Then your children will be next
Will be next
Will be next
Will be next

Ich sitze im Zug von Ulm nach München, als ich via Twitter auf meinem Handydisplay irgendwas von einem Amoklauf lese. Ansbach, eine Schule. Natürlich eine Schule.
Und ich kann mich nicht mehr empören.

Als in Erfurt ein Junge, man kann kaum Mann sagen, Amok läuft, bin ich in der 10. Klasse der Realschule. Tage vorher hatten wir einen Klassenkameraden, der bei einem Autounfall ums Leben gekommen war beerdigt. Der Verlust war noch frisch, wenn auch nicht so dramatisch. Wir sind hier auf dem Land und fast jeder Jahrgang ab der Mittelstufe verliert Jemanden an die teuflische Bundesstraße. It happens.

Die Bilder aus dem Gymnasium gingen mir damals noch nahe, die Trauer und die Wut der Mitschüler, Lehrer und Eltern. In den nächsten Tagen wird Roberts Leben filetiert. Die Medien setzen ein für alle mal das Bild vom Einzelgänger fest, der seine Freizeit mit Waffen und Computerspielen verbringt. Und damit sind natürlich nicht die Sims gemeint.

Erfurt, Winnenden, Ansbach. Die Kreisläufe von Schock, Trauer, Empörung und den Forderungen an Politik und Medien werden austauschbar. Waffengesetze, Killerspielverbote, Bildungspolitik, bla, bla.
Ein paar Tage, vielleicht Wochen später, verklingen die Diskussionen.

    Und eines Morgens klopfen sich alle im Landtag wieder auf die Schulter, weil man noch ein Schuljahr bis zum Abitur gekürzt hat.
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    Der Schulranzen des Jungen ist fast genauso groß wie er selbst. Er wandert ziellos durch das Einkaufszentrum. Als er versucht eine Jacke zu stehlen, wird er erwischt. Die Polizei bringt ihn nach Hause und seine Mutter erfährt, dass er seit Wochen nicht mehr in der Schule war. Es war die gleiche Jacke wie die, die ihm die Jungs aus der vierten Klasse abgenommen haben.
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    Ein Mädchen kommt nach der Pause wieder ins Klassenzimmer. Irgendein Mitschüler hat ihren Tisch wieder ans hintere Ende des Raums gestellt, so wie jeden Tag. Noch am gleichen Abend schluckt sie alle Tabletten die sie im Haus findet. Sie weint als sie merkt, dass keine Schlafmittel dabei sind.
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    Ein Direktor unterschreibt einen Schulverweiß weil der Schüler seinen Mathelehrer ein Arschloch genannt hat. Dass der Mathelehrer schwache Schüler gerne vorführt und den Jungen einen Waschlappen genannt hat? Irrelevant.
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    In ihrem Kinderzimmer mit dem Miley-Cyrus Poster sitzt ein junges Mädchen, ein Teenager, und schneidet sich die Pulsadern auf. Eine Klassenkameradin hat eine Gruppe im SchülerVZ gegründet, nur um sie wissen zu lassen wie häßlich alle sie finden.
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    Alle außer ihm haben einen Plan für die Zeit nach dem Abitur. Er hat keinen Studienplatz bekommen, keine Ahnung was er überhaupt will. Sein Vater sieht das nicht ein, dann soll er halt arbeiten. Bier, mehr als er trinken kann, jeden Abend. Als im Oktober die früheren Klassenkameraden ihr Studium beginnen prallt er mit seinem Auto frontal in ein anderes Auto. Schädelhirn-Trauma. Die junge Frau aus dem anderen Auto ist tot.
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    Die Hochschule hat die Studienordnung geändert, damit nicht so viele Studenten wegen einer Prüfung länger studieren müssen. Eine handvoll betroffene Studenten stellt einen Antrag, damit sie auch weiter studieren können. Alle haben irgendeinen Grund. Zeit, Geld, Aufwand. Der Student mit dem Auslandspraktikum darf weitermachen. Der Student mit der verletzten Hand und die Studentin mit dem Bankkredit nicht.
    Nach der Besprechung mit dem negativen Bescheid, steht die Studentin vor dem häßlichen Neubau der Hochschule.

Und ich stand da, und habe mich gefragt warum ich nicht in Chemie besser aufgepasst hatte. sonst könnte ich auf die Schnelle eine Bombe bauen, das wäre nett. Weil ich mir nur selten im Leben etwas so gewünscht habe, wie diesen Betonklotz einstürzen zu sehen. Inklusive der Dame von der Prüfungskommission, die eine so sichtliche Freude daran hatte mir zu erklären, dass Bewertungsspielraum nun mal Bewertungsspielraum ist und es einfach mein Pech ist, dass sie den Aufwand für ein Auslandspraktikum anders bewertet als einen Bankkredit oder eine Förderungshöchstdauer. Oder eine kaputte Hand.

Wenn wir jetzt hier jeden durchlassen, der Krank ist, tun sich die Leute am Ende selbst noch was an. (Anm. d. Verf.: Welches Licht das auf das Studentenbild der entsprechenden Dame wirft, ist mir bis heute noch nicht klar.)

Es gibt mittlerweile eine Reihe von Psychologen, die bezeichnen diese Sorte Amoklauf als erweiterten Suizid. Und wer es nicht besser weiß fragt dann natürlich, aber warum bringen sie sich nicht einfach um, wenn sie sterben wollen?

Weil die Verzweiflung groß ist, aber nicht annähernd so massiv wie die Wut, die sie nicht anders artikulieren können. Die auch oft nicht anders gehört wird. Traditionell neigen Mädchen dann eher zu Autoaggression, sie ritzen oder greifen mittlerweile auch zu hohen Dosen von Rauschmitteln. Nach einem Versuch eines Mädchens vor einigen Wochen (ja, das hattet ihr schon wieder vergessen, oder?) ist es eine Frage der Zeit, bis das Bild des düsteren Jungen als klassischem Amokläufer überdacht werden muss.
Tatsächlich ist die Gruppe der potentiellen Täter so groß, dass man Angst bekommen sollte.

Nach allem was ich erlebt habe, bemerke ich mit ein bisschen Unbehagen, dass mein Mitleid, meine Trauer ,mehr den je bei den Tätern liegt. Diese Jungen Menschen halten sich an ihren Waffen, an ihrer Wut fest, weil es nichts und auch niemanden gibt der sie aufrichtet. Weil sie, noch bevor sie einen Begriff von der Welt haben, nichts mehr sehen außer ihre scheinbar ausweglose Situation.

Und mit soviel Wut kann man nicht einfach leise gehen, sich umbringen ohne einen letzten Versuch klar zu machen, warum man das tut. Euretwegen nämlich, das wollen sie sagen. Weil ihr mich gedemütigt habt, weil ihr ungerecht seid, weil ihr mir nicht zuhört und nur fordert. Weil ich nicht mehr kann. Und wohin sonst mit all der Wut?

Es ist die Kernfrage über die Niemand reden will. Denn es wird sich nicht verhindern lassen, dass Teenager grausam, Lehrer ungerecht und Eltern vernachlässigend sind. Wenigstens hin und wieder. Also wohin mit der Wut?

Ich weiß es nicht. Ich weiß es wirklich nicht. Und all die Experten, Politiker, Journalisten und Pädagogen, sie wissen es auch nicht. Darum wollen sie Gesetze, Verbote und solchen Blödsinn. Das schlimmste daran? Was sie in ihrer Angst beschließen, es schürt nur noch mehr Wut. Sie bauen aus Panik Zäune um das Leben und wundern sich wenn sie jemand mit Gewalt niederreißen will.

Und manchmal, wenn mal wieder jemand nicht merkt, dass er mich wütend macht, da denke ich, dass jede Gesellschaft die Verbrechen bekommt, die sie verdient.

in der ich mich wieder völlig unnötig aufrege

Eine Sache, eine einzige kleine Sache hatte ich mir für den heutigen Montag vorgenommen: Kein Fußball. Ich wollte nichts hören, nichts sehen und einfach mal alles sacken lassen. Manchmal ist man einfach aufgewühlt. Da helfen auch Fakten nix.

Ja, ich bin Fan des FC Bayern. Aber jetzt langts. DAS BIN ICH NICHT.

So ein unfassbar bescheuerter Drecksbrief.

Und was haben wir nicht immer andere Vereine belächelt, wenn sie ihre Streitereien vor der Presse ausgetragen haben. Und sich rumschlagen mussten, mit irgendwelchen Ultras, die gleich mal das Präsidium komplett auslöschen wollen. Haha, wie kindisch.
Und jetzt kommen diese, mit Verlaub, Vollspacken und nehmen sich heraus für die FC Bayern-Fans zu sprechen. Ja, sicher.
Natürlich, die Situation ist schwierig, alles irgendwie unsicher und die Leistung der letzten Wochen indiskutabel. Und, ja, über die Personalpolitik lässt sich streiten. Aber so? Zur Verdeutlichung:

Wir schreiben den Sommer 2009, der Vorstand kündigt groß an, auf der Position des rechten Verteidigers was zu unternehmen. Die Position wird als eine von zwei Schwachstellen (neben dem Torhüter) ausgemacht. Was jedoch dann passiert, führt bei den jedem Bayern-Fan nur zu Kopfschütteln. Im Tor passiert nichts, es wird weiter mit den Unsicherheitsfaktoren Rensing und Butt geplant, die nicht einmal in der Bundesliga höheren Ansprüchen genügen. Fehleinschätzung Nummer Drei.

[…]Michael Rensing genügt schlichtweg nicht den Ansprüchen des FCB. Doch Alternativen gab und gibt es genug – Sebastien Frey, Samir Handanovic, Artur Boruc, René Adler, Tim Wiese und nicht zuletzt Robert Enke.

Ah ja, unsere geliebte Torhüterdiskussion. Ohne die geht es euch nicht gut, oder? Dann wollen wir mal über die Jahre vor J.K. sprechen. In der Saison 2007/2008 lies man, den ja so untauglichen Michael Rensing immerhin 10 mal in der Bundesliga, 1x im Pokal und 6x (!) im UEFA-Cup aufs Bayern-Tor aufpassen. Und in meiner Erinnerung waren alle ganz beruhigt. Das war einer, den konnte man ranlassen, wenn Oli weg ist.
Und auch in der nicht vollkommen unerfolgreichen zweiten Mannschaft hat man sich auf ihn verlassen.
Dann kam die Saison 2008/2009. Dann kam das trojanische Pferd. Und die im Jahr davor stabilste Abwehr der Liga verwandelte sich, bei gleichem Personal, in Wackelpudding. Und an allem ist der Torhüter schuld. Genau. Es war ja nicht so,dass Demichelis plötzlich rechts und links nicht mehr auseinander halten konnte oder Lucio eher planlos im Strafraum rumrannte. Nein, mit einem guten Torhüter wäre das alles nicht passiert. Warum auch mal über Zusammenhänge nachdenken.
Ich sage nicht, dass Rensing der nächste Kahn ist. Aber zwischen Weltklasse und nicht Bundesliga-tauglich, da liegen Lichtjahre. Lichtjahre, die mancher Fan wohl geistig nicht überwinden will.
P.S.: Allein für die Erwähnung von Tim Schmierlappen Wiese gehört euch die Dauerkarte entzogen. Aber ihr hättet es ja wahrscheinlich auch noch verstanden, wenn sich JK mit seinem Wunschkandidaten Lehmann durchgesetzt hätte.

Der Holländer Braafheid kann wohl jetzt bereits in die Kategorie Rau eingestuft werden, der absolut nicht das Niveau des FC Bayern hat. Fehleinschätzung Nummer Fünf.

Eine Vorbereitungsphase und 3 Spiele in der Bundesliga, die er nicht alle durchgespielt hat, aber ihr könnt euch ein Urteil bilden? Ihr wisst es besser als alle Anderen und könnt in die Zukunft schauen? Klar, Leistungen in der holländischen Nationalmannschaft und mögliches Entwicklungspotential kann man ja auch locker auf die Seite schieben. Außerdem, warum nur über Konzept und System sprechen, wenn man so schön auf einzelne Spieler eindreschen kann, hat doch viel mehr Stil.

Personelle Fehlgriffe sind insbesondere im Mittelfeld erkennbar. […]
Die Fehler wurden erkannt, Hleb wird 2008 als Pendant ins Visier genommen. Doch anstatt zu handeln, vertraute man weiter auf einen Spieler, der seit Jahren stagnierte und keine Entlastung herbeiführt: Schweinsteiger. Als Fan, als Fussballzuschauer erkennt man jeden Samstag und jeden Mittwoch, dass dieser Mann nicht in der Lage ist, Ribéry zu entlasten.
[…]
Sieht man sich das Jugendidol heutiger Fangruppierungen rund um den Rekordmeister an, so mutet dieses Gesetz veraltet, ja beinahe absurd an. Bastian Schweinsteiger, 25 Jahre alt, Vize-Europameister. Muss man sich fragen, weshalb dieser Mann, der weder unter Magath noch Hitzfeld, geschweige denn Klinsmann, der vor allem auch ihn jeden Tag ein bisschen besser machen wollte, konstant zu überzeugen wusste, beim Rekordmeister so selten wie kaum ein anderer zur Disposition steht? Darf man sich fragen?

Oft hat der geneigte Fan das Gefühl, der Mann, einst ein Hoffnungsträger hinter Spitzen, erst auf die linke, dann auf die rechte, und zuletzt doch wieder in die Zentrale verschoben, hat nie seine Position gefunden im Verbund des FC Bayern. Kritik wurde oft wegdiskutiert, selten initiiert.

Ach was reg ich mich überhaupt noch auf. Es hat ja schon Tradition, das Basti-Bashing. Klar, einer der als Identifikationsfigur fungiert, der kämpfen kann und dessen Herz am Verein hängt kann nix taugen, ist ja auch kein van der Vaart. Was Bastian Schweinsteiger angestellt hat, dass seine Leistung immer unabhängig vom Rest bewertet wird und es demzufolge völlig egal ist, dass er sich letztes Jahr auf rechts irgendwie über Wasser halten musste, mit Lell im Schlepptau, während auf der anderen Seite Lahm, Ze und Ribery liefen, ich weiß es wirklich nicht. Ja, er kann mehr. Aber vielleicht wäre das leichter abzurufen, wenn Fans und Medien nur mal ein paar Momente nicht mit Argusaugen über jeden seiner Schritte wachten. Phillip Lahm war nicht vom ersten Tag an Weltklasse. Martin Demichelis saß anfangs auf der Bank. Frank Ribery passieren Fehlpässe. Nur, darüber regt sich keiner auf. Vielleicht sollte sich der ein oder andere Fan mal fragen, ob man mit Schweinsteiger noch so hart ins Gericht gehen würde, wäre er einer von den netten, harmlosen Kerlen. Und würde er weniger fotografiert und interviewed werden. Und hätte er nicht diesen blonden Wahnsinnshasen an seiner Seite.
Um mal eure drängendste Frage zu beantworten: Wieso hängen alle so an ihm?
Eben weil er sich nicht perfekt entwickelt. Weil er unkonstant ist. Keine Karriere beim FC Bayern passt so gut zur Entwicklung des Vereins, zur Gemütslage der Fans, zum Gieren der Presse wie Bastian Schweinsteiger. Deswegen ist die Formulierung im Brief auch so verdammt entlarvend. Jugendidol, Hoffnungsträger, das ärgert euch. Das hat er in euren Augen nicht verdient. Weil ihr Experten allein am besten wisst, was dem FC Bayern würdig ist.
Klar.
Anders gesagt:

Uns würde es eher stolz machen, wenn Spieler wie Sneijder, van der Vaart oder Robben unser Trikot überziehen würden.

WARUM? Um Himmels Willen, WARUM DENN NUR?

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Niveau wirkt nur von unten Arrogant

Ich gebe zu, ich bin kein Experte. Ich habe selbst nie gespielt. Ich bin nicht jedes Wochenende im Stadion. Ich unterscheide Fußball in schön und aufregend oder wenigstens kämpferisch und langweilig oder destruktiv. Ich bin da simpel. Das sind die meisten Fans. Dafür sind wir emotional. Gerade momentan. Und ich unterstelle jedem Fan und dem Vorstand das Gleiche. Niemand hat hier absichtlich irgendetwas angerichtet.
Und wir können gerne miteinander darüber reden, wir sollten sogar. Aber Anklagen und Vorwürfe allein bringen keinen weiter. Sie generieren nur neuen Stoff für die Medien.
Und das, Freunde, ist unter unserem Niveau.

Das hier, ist der FC Bayern. Unser Niveau ist ein ganz anderes.
Erst wenn sogar die Fans anfangen, daran zu zweifeln, haben wir ein wirkliches Problem.

warum mir Frauen manchmal furchtbar auf die Nerven gehen.

Ich wollte eigentlich den zweiten Teil vom Bildungssystem Utopia schreiben, bin aber während eines Nebensatzes böse ausgebrochen und muss jetzt kurz mal mit den Frauen meiner Generation schimpfen.

Der Feminismus hat ja viele tolle Sachen geschafft und ist immer noch wichtig. Aber er hat uns auch böse angelogen.

Wir wollen gleiche Rechte – und sind schon ziemlich nahe dran.
Wir wollen gleiche Möglichkeiten – bald haben wir wahrscheinlich sogar mehr. Kosmetikstudio, Kanzleramt, außer Kirche können wir alles besetzen.
Wir wollen gleiche Entlohnung für gleiche Arbeit – wir arbeiten daran.
Wir wollen Kinder und Familie haben und uns darum kümmern können – Mutterschutz, Arbeitsplatzgarantie, Elterngeld, das ist ein guter Anfang.
Wir wollen Karriere machen – in der Bildung überholen wir das andere Geschlecht auf der linken Spur und mit ein bisschen Biss erreichen wir schon einiges.
Und manche wollen alles gleichzeitig – JA SPINNT IHR?

Ich habe es so satt.
Diese andauernde Diskussion um Ganztagsbetreuung und was man nicht noch an Erziehungsaufgaben an Lehrer übergeben könnte – es reicht. Mädels, entscheidet euch endlich.

Es ist nichts dagegen einzuwenden, Karriere zu machen. Und wem die Karriere im Leben das Wichtigste, der sollte ohne gesellschaftlichen Druck auch ohne Kinder glücklich werden. Und zwar egal ob Mann oder Frau. Dass Frauen durch die biologische Uhr ein anderes Zeitfenster haben um diese Entscheidung zu fällen ist nicht fair – aber auch nicht zu ändern.
Und wer Kinder will – soll sie bitte bekommen. Möglich sein, sollte das immer. Während des Studiums genauso wie später im Arbeitsleben. Ob mit Mann und Familienanhang (Oma, Tanten etc.) oder ohne. Diese Rahmenbedingungen herzustellen ist die Aufgabe des Staates.
Aber der Staat KANN EURE KINDER NICHT FÜR EUCH ERZIEHEN.
Feminism today
Es ist schlimm genug, dass es Frauen und Familien gibt, die darauf angewiesen sind, möglichst bald nach der Geburt wieder Geld verdienen zu müssen weil es anders nicht geht. Und niemand hat etwas dagegen, dass auch Mütter Karriere machen. Aber muss das 3 Wochen nach der Geburt sein? Ist es das Wert? Erwartet ihr das von der Gesellschaft?
Mal eben einen neuen Erdenbürger in die Welt setzen, dann zurück ins Büro während der Kleine in der Kinderkrippe schon softskills sammelt, im Ganztagskindergarten Englisch und in der Ganztagsgrundschule Chinesisch lernt?

Ist das Aufwachsen des eigenen Kindes nicht interessant genug? Gibt es Projekte die mehr Spaß machen?! Und würde es euch wundern, wenn der gutgebildete Wunderknabe später zwar ein gutes Altersheim aussucht, aber euch da nur unregelmäßig besucht?
Wenn ich, grade bei den Grünen und der SPD, die (oft kinderlosen) Politikerinnen sehe, die die ultimative Komplettbetreuung von 3 Monaten bis 18 Jahren fordern, am besten verpflichtend, kommt mir doch die Galle hoch.

Wie gesagt – natürlich besteht ein Bedarf dafür und der sollte auch gedeckt werden. Aber ist der Bedarf so groß?
Vielleicht liegt es an meinem konservativen Hintergrund – meiner wirklich schönen Kindheit. Meine Mutter war während der ersten Jahre zu Hause, hat sich tatsächlich hauptsächlich um meine Schwester und mich gekümmert. Eine Frau, die sich heute dafür entscheiden würde annähernd 7 Jahre nicht in die Arbeitswelt zurück zu kehren könnte gleich den Pullover auf dem “Verräterin” steht, tragen. Oder auch “Mütterchen”. Wenn die CSU vorschlägt, diese Mütter auch finanziell zu honorieren, wird das von den sogenannten Sozialdemokraten “Herdprämie” genannt.
Na vielen dank auch.

All das während wir uns über Jugendliche wundern, die ihre Tage mit Alkohol und Computerspielen füllen. Die abgestumpft oder verzweifelt sind. Und alle Lösungsvorschläge drehen sich nur ums Geld. Wir fordern mehr von Lehrern und Erziehern, Geld für Bildung und Kindergärtnerinnen.
Alles schön und gut, aber was fordern wir von Eltern? Verantwortung? Zeit? Prioritäten? Wärme? Liebe??

Wenn ich mein Studium beendet haben werde, bin ich Mitte 20. Und noch verspüre ich keinen Drang eine Familie zu gründen, mich fortzupflanzen. Möglicherweise ändert sich das irgendwann. Wenn ja, werde ich darüber nachdenken ob ich meine Prioritäten so verändern kann. Ob ich bei Freunden, Hobbies und natürlich der Karriere eine Weile so zurückstecken kann, meinem Kind soviel Aufmerksamkeit widmen könnte wie es verdient. Und zwar nicht nur 1 Jahr, oder nur 3. Selbst wenn ich danach wieder in den Beruf zurückkehre, meine Prioritäten müssen dann feststehen.

Gute Familienpolitik ist die Politik die Familien hilft, sie unterstützt wo es nötig ist. Schlechte Familienpolitik schafft ein System, dass den Familienverbund überlüssig macht weil es Kinder für eine Ideologie missbraucht.

P.S.: LIEBE MÄNNER, ich habe euch in diesem Text nicht wirklich erwähnt, weil ihr, historisch gesehen, noch nicht sonderlich viel zur Erziehungsarbeit beigetragen habt. Es steht euch frei, das zu ändern.