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Schlagwort: Nerdings (Seite 3 von 7)

Wenn das dann ohne mich

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Zuerst wollte ich einen netten kleinen Nerdbeitrag zu iftt (if THIS then THAT) schreiben, ein Service, der viele unserer Anlaufstellen im Internet verknüpfen und ergänzen kann.
Dann kamen die ganzen Facebook-Ankündigungen. Timeline! Daten! Dein Leben gehört jetzt Facebook!

Plötzlich wirkte es ganz schön dämlich, einerseits iftt zu loben und mich andererseits über Facebook aufzuregen. Also geht es jetzt, ziemlich durcheinander, ein bisschen um beides.

Kurz ein paar erklärende Worte zu ifttt. Im Grunde ist es der Dominostein zwischen zwei Internetdiensten, der umfällt, wenn Dienst 1 etwas tut und damit bei Dienst 2 etwas anschiebt. Bei ifttt heißt so etwas “recipe” also Rezept. Damit so ein Rezept funktioniert, muss ich es meinem ifttt-Account entweder selbst als “Task” eingeben, oder von bestehenden Rezepten anderer User übernehmen. Ich weiß, das klingt sehr theoretisch bis hierher. Hier mal ein Beispiel aus meinem Account:

Von der Twitter DM zur Evernote-Notiz

Das heißt übersetzt: wenn ich bei Twitter eine DM bekomme, wandert diese als Notiz in ein vorher definiertes Notizbuch bei Evernote. Es wird also ein Backup davon erstellt. Ähnliche Dinge habe ich für Facebook und Posterous, Tumblr-Posts die ich mag oder Artikel im GoogleReader die ich teile, eingestellt.

Persönlich nutze ich ifttt also vor allem, um Backups von den vielen Dingen die ich im Internet publiziere zu machen. Dabei kann es noch viel mehr. An Dinge erinnern, das Wetter per SMS zustellen, Dinge in mehreren Streams gleichzeitig posten etc. Also ein ziemlich praktisches kleines Ding. Wem es zu kompliziert ist, eine eigene Task zu erstellen sollte erstmal durch die vielen Recipes der anderen User blättern oder diesen Artikel bei Lifehacker lesen, der die Basics ausführlich erklärt.

ABER. Damit hat ifttt theoretisch Zugang zu den vielen Diensten, die ich nutze – schließlich muss es darauf zugreifen können, um die Tasks auszuführen. Dazu muss man sagen, dass ifttt meines Wissens nach nur oAuth-Verfahren bzw. APIs nutzt, um sich diese Zugriffserlaubnis zu holen. Das bedeutet ohne großes Technik-Blabla, dass ifttt quasi bei meinem Twitter-Account “anfragt”, ob es sich die DMs holen darf und ich die Erlaubnis erteile. Dabei werden keine Login-Daten oder gar die DMs bei ifttt selbst gespeichert.

Facebook verwechselt User-Freundlichkeit mit automatisiertem Content

Ifttt darf also soviel, wie ich erlaube. Das kann ich ziemlich detailgenau definieren und bei Bedarf zurück nehmen. Und damit wären wir beim großen Unterschied zu Facebook. Wer noch nicht mitbekommen hat (unter welchem Stein lebst du und kann ich da mit einziehen?), wie sich Zauberzwerg Zuckerberg die Zukunft vorstellt, sollte sich das hier mal kurz durchlesen. Dass ich das Timeline-Gedöns für unfassbar aufgeblasen halte1, weil sich Facebook damit als Zentrum des persönliches Internets definiert, ist dabei gar nicht so relevant. Wichtig ist das hier (aus dem gleichen Artikel):

Previously, apps had to ask every time they shared information about you in your profile. Now, the first time you authorize the app, it will tell you what it’s going to share about you. If you’re cool with that, the app never has to ask you again.

Das bedeutet, dass eine Anwendung bei der ich mich z.B. mit meinem Facebook-Account einlogge (wie Grooveshark o. ä.) auf Facebook postet, welches Lied ich höre. Womöglich sogar jeden einzelnen Song. Das hängt dabei nicht davon ab, wie viel ICH davon posten will, sondern wie oft die App posten will. Ich habe ihr schließlich Zugang gegeben. Damit wird Facebook zur Dokumentationsmaschine, dramatischer als Google es könnte. Denn während Google mit unseren Daten grade mal Werbung auf uns zuschneiden will, will Facebook das alles unseren Freunden zeigen.

Wenn man mich fragt, die schlimmere Alternative. Soll doch Google sich fragen, wofür ich die Schuhgröße von Johnny Depp herausfinden will. Das muss aber meine kleine Schwester nicht wissen, ifyouknowwhatimean.
Damit versucht Facebook eine gefährlich Alles-oder-Nichts-Mentalität ins Internet zu integrieren. Unter dem Deckmantel von Postprivacy (auch so eine saudumme Idee) oder Transparenz, die verhindern soll, dass man Anonym anderen etwas antut. (Das hat Menschen ja immer schon von Beleidigungen abgehalten. Oh wait…), wird ein Cool Kids-Table im Internet aufgestellt. Hey, sagen sie, komm zu uns, wir teilen ständig alles was wir tun oder kaufen oder lesen miteinander! Wer dann nur noch Status-Updates schreibt könnte ja etwas zu verbergen haben.

Das ganze Leben im Internet, ungeschminkt.

Klingt alles sehr nach 1984? Vielleicht. Oder es ist einfach die Art, wie Mark Zuckerberg seine Welt gerne hätte. Aber ich bin nicht der Typ, der die eigenen Fotos gern in der Auslage beim Fotografen sieht, oder sich für RTLs neueste Dokutainement-Horrorshow casten lässt. Obwohl ich öffentlich twittere und blogge, gibt es Dinge, die nicht jeder im Internet wissen muss. Denn die meisten davon, würde er auch im “echten” Leben nicht ohne weiteres erfahren.

Das Internet erweitert mein Leben um genau den Bereich, den ich brauche. Die Vorstellung, dass alleine Facebook gern diesen kompletten Bereich überwachen, dokumentieren und vor allem publizieren will, gefällt mir nicht. Facebook war mal ein Ort wo ich auf eigenen Wunsch interagieren konnte – jetzt soll ich reagieren, wenn ich etwas nicht will.
Natürlich ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass ich meinen Account lösche. Aber ziemlich wahrscheinlich, dass ich alles was einen Berührungspunkt zum restlichen Internet herstellt, erstmal entferne.

Vielleicht sollten die Nerds, die sich so sehr über die neues Features freuen daran erinnern, wie grausam das Leben sein kann, und ob sie auch diese Dinge in ihrer Timeline dokumentiert sehen wollen würden.

  1. Nur mal ganz kurz: hätte mein 13jähriges Ich sich einen Facebook-Account zugelegt, hätte ich diesen spätestens mit 20 komplett löschen müssen, um nicht bis in alle Ewigkeit mit den Dummheiten in Verbindung gebracht zu werden, die ich damals so ins Internet geschrieben habe. Teenager sein ist hart, war es immer schon. In Zeiten des Internets ist es trotzdem wichtig, dass man sich austoben kann, ohne dass einen all das durch die gesamte Online-Lebenszeit hindurch verfolgt. Darum ist die Sache mit der Timeline von Geburt bis Ende eine saudumme Idee. Oder hab nur ich traurige Emo-Gedichte mit 14 auf Geocities veröffentlicht? Eben. Wird sogar Zuckerberg irgendwann feststellen.

stupid girl

Und dann fällt mir gestern Nacht wieder einmal ein, warum ich das Internet so liebe.

Weil ich hier doof sein darf.

Weil es hier immer jemanden gibt, der sich besser auskennt, mehr weiß, mehr Erfahrung hat. Das ist toll. Denn die meisten dieser Menschen kann ich im Internet auch fragen und sie antworten gern zu “ihrem” Expertenthema. Keiner ist allwissend, das ist quasi ein grundlegendes Internetprinzip. Besonders auf Twitter.

Jetzt fragen Sie sich vielleicht: aber im “echten” Leben weiß doch auch niemand alles? Natürlich nicht. Aber wir tun dauernd so. Nein, halt, ich tue dauernd so. Als dauerplapperndes Besserwissergeschöpf bin ich für Menschen, die mich in der “echten” Welt kennen, eine Art analoge Wikipedia geworden. Das habe ich im Übrigen selbst zu verantworten. Schließlich wollte ich immer zu allem eine Meinung entwickeln, mich aus purem Komplex heraus zu jeder Frage äußern.

In der Schule war ich die mit der guten Allgemeinbildung, im Studium der Freak der bei allen Möglichen Sachen auf dem neuesten Stand ist. Ein Teil von mir fand das sogar gut. Der Teil ist mein Ego. Während mein Verstand oft schrie WAS TUST DU DA? DU HAST DOCH EIGENTLICH KEINE AHNUNG! GIB DOCH ENDLICH ZU, DASS DU ES NICHT CHECKST!. Aber solange die Menschen mich um Rat fragten und oft genug sehr beeindruckt waren (ich kann mein Unwissen verbal wirklich gut verpacken), hab ich weiter gemacht.

In einer Übergangsphase habe ich den mich umgebenden Offlinern dann das erzählt, was kluge Leute im Internet gesagt haben. Daraufhin hat man mich für ernsthaft schlau gehalten. Scary stuff. Ganz langsam hab ich dann angefangen eine Art Quellenangabe meiner Behauptungen anzugeben. “Also jemand der selbst Schiedsrichter ist, sagt, dass er den Freistoss nicht anpfeifen muss.” Oder gern auch während der Tagesschau. “Das ist SO gar nicht passiert und das sagt jemand der VOR ORT war.”

So gesehen ,macht das Internet mich noch schlauer. Interessant ist, dass es einen Unterschied macht ob ich sage: “Tatsächlich ging es bei den Slut Walks eben nicht um Klamotten.” Oder ich sage: “Die Mädels die mit demonstriert haben, erzählen von bösen Dingen, die sie sich anhören mussten.” Während ich als Bewohnerin des Internets, die Version MIT Quellenangabe relevanter finde, ist für Menschen die Aussage ohne meine Quelle:Internet oft glaubwürdiger. Noch.

Bereits jetzt sorgt es in manchen Fällen für Nachfragen a la “wo kann ich mehr dazu lesen” oder “gibt es einen Blog zu dem Thema?”, aber noch ist es zäh. Das hat bestimmt damit zu tun, dass ich auf dem Land lebe und ich, anders als manch andere, noch mit Menschen zu tun habe, die keine Emailadresse besitzen. Aber es zeigt, wie der sich zu langsam wandelnde Umgang traditioneller Medien mit dem Internet einen schlechten Eindruck hinterlässt. Wenn die Tagesschau unter einem Bild die Quelle als “Internet” angibt, oder böse Nachrichten gern mit “Die Täter haben sich im Internet (!) oder bei sozialen Netzwerken verabredet”, sorgt das nicht für Begeisterung.

Und es gibt in Zeiten einer immer älter werdenden Gesellschaft der Politik die falschen Argumente in die Hand. In England wurden jetzt zwei junge Männer zu Haftstrafen verurteilt, weil sie auf Facebook zur Randale aufgerufen hatten. Hätten sie Flyer verteilt, hätte man das bei Gericht wohl weniger eng gesehen.

Das Problem ist: je mehr wir darauf achten müssen, was wir im Internet sagen, weil es drastischere Konsequenzen haben kann als die Äußerung durch andere Medien, desto weniger werden Menschen klare Haltungen und fundierte Meinungen äußern. Auch Menschen, die sich tatsächlich auskennen.

Dadurch wird das Internet als ganzes dümmer. Und das kann ich wirklich nicht brauchen.

http://grooveshark.com/s/The+Great+Pretender/2x3JLI?src=5

sonnig, wolkenlos

(via naturegeak @ flickr)


Irgendwo zwischen Realnamendiskussion auf Google, stundenlangem Dateiengeschiebe zwecks Backup und meiner erneuten Feststellung, wie praktisch “richtiges” DSL ist, kam mir hauptsächlich ein Gedanke: Das mit der Cloud könnt ihr euch erstmal in die Haare schmieren.

Versteht mich nicht falsch, das hat alles seine Vorteile.

Wer arbeitet kann Wolken brauchen, in der Freizeit ist Sonne wichtig

Während des Studiums haben Dropbox und Co mich gerettet. Keine Massen-Emails, keine drölfzig Dokument-Versionen, alles wird schön über einen geteilten Ordner synchronisiert. Ob nun Dropbox oder GoogleDocs – für Projekte mit mehreren Menschen helfen diese Dinge sehr. Da ist die Cloud großartig.
Man teilt und bearbeitet und sichert alles gemeinsam, sieht wer wann Zugriff hatte und minimiert so Fehler.

Dokumente die ich überall brauche, Buchungsbestätigungen, Fahrpläne – alles in meiner Dropbox oder den Google-Dokumenten. Es gibt Sicherheit, auch mal ohne den Laptop unterwegs zu sein. Oder selbst wenn der über den Jordan geht – wichtige Dokumente stehen als Backup in einem verschlüsselten Ordner online.

Ich führe meinen Kalender online (Google, obviously.) Ich sichere Passwörter über Lastpass, wichtige Dokumente über Dropbox. Als ich am Wochenende meinen Laptop zuerst platt gemacht habe um anschließend alles neu zu installieren waren meine Schriftarten und Icons sowie eine Sicherungsdatei für meine Programme in der Cloud.

So gesehen bin ich ein großer Fan, ehrlich.
Aber.

Grundsätzlich ist es praktisch einer Freundin den neuen Song, den sie hören sollte in die Dropbox zu stellen. Oder eine Liste über GoogleDocs zur Häufigkeit der Erwähnung von Einhörnern auf Twitter zu führen. Mit meinem Account bei UbuntuOne kann ich auch mal ein Fotoalbum streamen, ohne das alles gleich auf Facebook zu stellen. (zu den Alben-Funktionen von Facebook nur ein Wort: ORRRR)

Also immer dann wenn ich kurz – oder mittelfristig Dinge verfügbar machen muss, ist die Cloud super. Für eine begrenzte Masse an Daten. Und in Ausnahmefällen auch mal langfristig.
Für große Datenmengen und längerfristig ist die Cloud aber in ihrer momentanen Form Blödsinn. Dafür gibt es zu viele Haken, Ösen und Gefahren.

Es gibt Gegenden, da kommen gar keine Wolken vor

Die Diskussionen um die Namens-Politik auf Google hat eines gezeigt: Ob Google, Facebook oder Apple – kein großer Anbieter betreibt momentan ein offenes, zuverlässiges Accountmanagement.
Was bei Google die Namen sind, ist bei Facebook der Datenschutz und bei Apple dürfen keine Drittanbieter dazu.
Mich von einem Hauptaccount abhängig zu machen ist also durchaus riskant.

Natürlich, den Meisten von uns wird nie derartiges passieren. Aber es gibt keine Strategie mit der man 100%ige Sicherheit für die Daten in der Cloud herstellen kann. Selbst mein persönlicher Liebling Dropbox hatte vor ein paar Wochen eine größere Sichereheitslücke.
Dabei macht es keinen Unterschied, ob man für den Account bezahlt hat oder nicht.

Aber selbst wenn das alles sicher wäre, wir uns darauf verlassen könnten, dass unsere Dateien jederzeit auf einem Server irgendwo auf der Welt verfügbar sind, egal wie wir uns nennen und ob wir dort auch unsere Pornosammlung untergebracht haben, selbst dann ist die Cloud nur mit Krücken unterwegs.

Die Krücken der Cloud heißen DSL, G3, Wlan und Edge.
Ohne diese Krücken kommt die Cloud nämlich nirgendwohin. Das ist kein Problem in Gegenden, die barrierefrei sind. Also Städte wo das Netz auf die vielen Smartphone-Besitzer eingerichtet ist. In absehbarer Zeit werden wir im Bus, Zug und auch im Flugzeug fröhlich online sein und streamen was das Zeug hält.

Und so wird ein ganzes Land von einem großen, zuverlässigen Funknetz bedenkt. Ein ganzes Land? Aber nicht doch! Große weiße Flecken in ländlichen Gegen bleiben wehrhaft! Gezwungenermaßen. Denn die Telekom hat es nie für nötig gehalten dort DSL-Leitungen zu legen oder für entsprechenden Ersatz zu sorgen. Und wenn sie jetzt in diesen Gegenden Angebote für Funk-DSL macht, dann steht im Kleingedruckten die Drosselung nach 6GB. 6 Gigabyte. Pro Anschluß. Mit 2-8 Geräten die mehr oder weniger regelmäßig im Netz sind, Videos herunterladen, Musik im Internet kaufen und Emails verschicken.

Die 6GB sind dann nach einer Woche schon mal erreicht.
Gut, dann kann man ja immer noch mit dem Smartphone ins Netz, gibt ja UMTS & HSDPA. Oder?
Nun, speaking as a citizen am Rande Südostoberbayerns – NÖ.
Mein Handy kennt die Bezeichnung 3G nur vom Hörensagen. Wenn überhaupt. Es schwankt, was die grünen Wiesen hier hergeben.

Damit ist der Grundgedanke der Cloud “alles jederzeit überall verfügbar machen” Quark. Stattdessen sollte er lauten “wenn sie in einer Stadt mit mehr als 20 000 Einwohnern leben, ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, dass sie zumindest mit etwas Geduld auf ihre Dateien, die nicht größer als 100 MB sind, zugreifen können.”

Wenn ich jetzt noch bedenke, wie hoch die Priorität dieses Infrastrukturproblems z.B. in Bayern unter der Hoheit Horst I dem Ungewählten (wir erinnern uns, bei der CSU druckt man sein Internet gern noch aus) ist, sehe ich eher eine Winterolympiade hier, bevor ich einen menschenwürdigen Downstream erhalte.

Meine Musiksammlung ist wie ein Organ, das kann man nicht streamen.

Und wissen sie was? Damit kann ich sehr gut leben.

Ich bin oft und viel online. Ich kommuniziere, konsumiere und tue eigentlich alles außer Essen im Internet. Wenn ich unterwegs bin, grinse ich auf Zugfahrten oder beim Warten auf irgendetwas in mein Handy. Meistens, weil ich meine Twitter-Timeline lese.

Was ich dann nicht tue? Mein Handy als MP3-Player nutzen. Youtube-Videos schauen. Einfach, weil diese Dinge viel Aufmerksamkeit brauchen. Genauso versuche ich größere Twitter-Konversationen auf einen Zeitpunkt, wenn ich wieder am PC bin.
Außerdem verbrauchen diese Dinge viel Akku und ich gehöre zu denen, die ihr Handy manchmal wirklich zum telefonieren BRAUCHEN. (Hallo, holst du mich aaahhab?)

Kopfhörer habe ich trotzdem ständig auf. Weil ich, sobald ich das Haus verlasse, Musik höre. Bevor ich die Tür hinter mir zumache, entscheide ich spontan was jetzt meinen Weg begleiten soll. Auf dem Rückweg kann das schon wieder etwas komplett anderes sein.
Hin und wieder ist man einen ganzen Tag lang unterwegs – dann wird stundenweise geshuffelt, die neuen Alben durchgehört und irgendwann verzweifelt wieder zu den Klassikern gegriffen. Will sagen: ich brauche meine Musik, überall, zuverlässig und in großen Mengen.

Da fällt das Streamen schon mal flach. Weil vielleicht stehe ich im Laufe des Tages an einem See-Ufer. Oder auf einer Waldlichtung. Oder bin einfach in Randgegenden von Südostoberbayern unterwegs. Und egal was die Simfy-Werbung mir erzählen will – da streamt es sich nicht so leicht.

Stattdessen schauffele ich alle par Wochen die frische Musik auf den MP3 Player, zu den anderen ausgewählten 32 GB. Und das ist der Kern meiner Musiksammlung, also ein bisschen mehr als die Hälfte. Der Akku des MP3-Players hält tagelang durch, er ist kleiner und handlicher als mein Handy und mindestens genauso wichtig.
Ich liebe Musik. Meine Musiksammlung gehört zu meinen wichtigsten Besitztümern.
Meine komplette digitale Musiksammlung ist einmal auf meinem PC, einmal auf einer externen Festplatte und der harte Kern wie gesagt auf dem MP3-Player. SO wichtig ist sie.

Liebe Cloud, du bist eine hübsche Erfindung, aber es gibt Dinge, um die kümmere ich mich selbst. Das eine ist das Füttern meiner Katze und das andere meine Musiksammlung. Wir reden wieder drüber, wenn du lernst Steuererklärungen zu erstellen, okay?

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