Things I listened to and liked

Also, ich hab mir das so gedacht. Ich bedränge sie hier in nächster Zeit auch vereinzelt auch mit Musik und erzähl dazu, wie es dazu jetzt eigentlich kam und überhaupt.

Erinnern sie sich an Max Mutzke? Diesen Jungen aus dem Schwarzwald, der beim Singen nie die Augen aufmacht und zusammen mit Stefan Raab zum Grand Prix gefahren ist? Ja?
Vergessen sie den bitte. Wirklich, das hilft. (Kaufen sie lieber das Live-Album von Herrn Mutzke. Es groovt an genau den richtigen Stellen.)

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Ich weiß nicht, ob sie’s wußten aber ich schaue Serien. Bemerkenswert viele Serien. Sogar welche mit Vampiren drin. Und in einer von denen mit Vampiren drin, kam mir kürzlich diese Band unter mit der ich schon einmal genervt habe.

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Ich gebe zu, mir einem Chor hat man mich schnell.

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Sie dachten nicht wirklich, dass sie hier ohne Bläser-Beats rauskommen, ODER?

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Auf anderen Bucket-Lists stehen New York oder San Francisco. Ich will nur nach New Orleans.

Frauengeschichten

Von der G. (einer Freundin der Tante E. ) die dann doch “wieder gechattet” hat (vorwurfsvoller Unterton) und an einen sehr attraktiven (! Wo die G. wirklich keine Schönheit!) Engländer (!) der angeblich in Afghanistan (!!) ist, geraten war. Der hat jemandem, so sagt er das natürlich sehr glaubwürdig, das Leben gerettet und dafür Gold bekommen. As you do. (In diesem Moment bin ich gedanklich längst beim Plot von Three Kings und sehe die Chat-Bekanntschaft als George Clooney vor mir.) Natürlich: Das Gold soll jetzt außer Landes transportiert werden und ein entsprechender Kurier will dafür entlohnt werden. Sie müsse nur zwischenzeitlich einen Kredit aufnehmen. Das wäre doch bestimmt kein Problem. Im Gegenzug lässt er das Gold vertrauensvoll (!) zu ihr bringen.
Da wurde die G. dann unsicher. (Unsicher! Gestikuliert die Tante E. und schüttelt den Kopf. Wissend, dass ihr alleinstehendes Dasein nicht die schlechteste aller Varianten ist. Sie könne ja verstehen, so die Tante E., dass das mit dem Kennenlernen in ihrem Alter alles nicht mehr so einfach ist – woraufhin die M. anfängt die Geschichte von Mareike Amados Heiratsschwindler zu erzählen und ich mir noch einen Schnaps eingieße.) Jedenfalls, die G. will das mit diesem seltsamen Chatten jetzt lassen. Also nein, dieses Internet. Voller Perverser und Betrüger.

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Von der M. die aus einem Nest in der Oberpfalz kommt und leider genauso clever, charmant wie vertrauensselig ist. Auch jetzt noch, nach der ganzen Geschichte. Weil, zuerst hat sie brav und auf Wunsch ihrer Eltern etwas ordentliches, zumindest mit Management im Namen, gelernt und dann hat sie sich einen Hoferben angelacht. Die Schwiegereltern waren noch gut in Schuss, da war die Zukunft ganz gemütlich zu planen. Bei der kleinen Standesamt-Hochzeit hat dann der angetraute schon gesagt “gebts ma no a Stickl, jetzt is ja wurscht.” woraufhin die M. so ein erstes kleines Zucken in der Magengegend verspürte.
Die große Hochzeit (natürlich) sollte ein Jahr später stattfinden. Jetzt machte es aber, wie man bei uns sagt, batschbum und der Schwiegervater war nicht mehr. Übrig blieb die Schwiegermutter, die das neu gewonnene Matriarchat erstmal nutzte, um auf ihren Erstgeborenen einzuwirken. Weil natürlich musste er sofort übernehmen und sollte sich bitteschön erstmal um sie und seine Schwestern kümmern. Und das mit dem Sitz im Kreistag endlich in Angriff nehmen. Da musste die junge Ehefrau halt erstmal hinten anstehen.
“De hat nichtmal einen Baugrund”, hat die Schwiegermama gesagt und das war es dann auch. Am Tag als die große Hochzeit stattfinden sollte (die M. hatte ein seidenes Designerbrautkleid im Schrank hängen), begann ihr Trennungsjahr. Jetzt ist die M. zum Unmut der Familie in München, tut etwas kreatives (!) und ist mit einem Künstler (!!) zusammen, der von seiner Arbeit ganz gut leben kann. Sie sagt, es geht ihr besser als jemals zuvor.

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Von der S. die nach dem Spitzenabi am neusprachlichen Gymnasium ein Blitzstudium in Anglistik und Germanistik gemacht hat. Kaum hatte sie den Master angefangen, haben ihre Dozenten vom Promovieren und der Karriere im akademischen Bereich geredet. Dann kam der Vertriebler-Schnösel. Der hatte sich nach oben gearbeitet von der Kaufmannslehre und für Akademiker nicht viel übrig. Wie sie geschwärmt hat, von ihrem “Nest” und der “Sicherheit” die er ihr gibt. Jetzt ist sie mit dem Schnösel verlobt und keiner weiß so recht wie das werden soll. Weil Prof. S. – das wird der ambitionierte, aber mittelmäßig intelligente Schnösel nicht mitmachen. Der will das Weibchen im Reihenhaus wissen, während er unterwegs ist. Wäre das eine romantische Komödie würden wir einen charmanten, handwerklich begabten Ex benachrichtigen, der sie aus dem Dilemma errettet. (Was auch ein Schmarrn wär, aber immerhin) Leider hatte die S. vor dem Vertriebler so eine Schwäche für ihr das Herz brechende Schauspieler und, nein, das geht nicht. Wo sind heute die Geschichten und Vorbilder von Frauen, die sich einfach nur für die Karriere und gar keinen Kerl entschieden haben, hm? Reese Witherspoon, you have failed me.

Evolution

Zwei Sachen passieren momentan auf ganz merkwürdige und überfällige Weise.

Weil, ich kann heute sagen, dass ich schreiben kann. Irgendwie. Dass ich Worte auf eine Art aneinanderreihe, die beim Leser die Erhaltung seiner Aufmerksamkeit aber auch eine mehr oder weniger beabsichtigte Reaktion erreichen . Ich bin noch lange nicht so weit zu sagen mein Geschreibsel wäre wirklich toll, aber meinen momentanen Ansprüchen und diversen Ideen entspricht es durchaus. Es entwickelt sich. Ich habe erst jetzt begriffen wie viel Handwerk das alles auch ist und kann besser abschätzen, dass ich in meinen vielen Stunden, in abertausend geschriebenen Worten besser geworden bin. Dass dadurch noch Luft nach oben ist. Erreichbare Luft.

Das ist die eine Sache. Und das hat schon viel Jahre gedauert und viele gute Worte gebraucht. Von Menschen die es mit Objektivität und Subjektivität und Lob und Konstruktivität versucht haben. Die also die Basis für meinen dieser Tage gestärkten Rücken sind. Ein Mosaik, das sich zu einem Rückgrat zusammen setzt und stützt, damit ich den Kopf anheben, Luft holen und selbstsicher über meine Fähigkeit reden, Entschuldigung, schreiben kann.

Noch absonderlicher ist die andere Sache. Das mit den Menschen.

Von denen ich momentan viele neue kennen lerne oder zumindest zum ersten Mal *so in echt* treffe. Wenn diese mir dann versichern, dass es sie gefreut hat, dass sie sich gern mit mir unterhalten haben zum Beispiel, dann fange ich an das zu glauben. Ohne Hintergedanken und Ressentiments. Fast ohne Misstrauen und Selbstzweifel. Dazu muss man kurz erklären, dass ich Menschen gar nicht für so böse und hintertückisch halte. (Naja, manche schon.) Aber weil ich mir schön absurd etwas über meine nicht vorhandene Liebens- und Mögenswertigkeit zusammen rationalisiert habe, stand ich Menschen die mich angeblich mochten zumindest skeptisch gegenüber. (Ich weiß wie rasend unattraktiv und merkwürdig dieser Art Neurosen sind, aber sollte jetzt noch jemand mitlesen: Neurosen sind das Papier auf dem Blogger schreiben.)

Natürlich, dafür gibt es immer noch die Tage an denen genau das Gegenteil der Fall ist und ich mich unerträglich und nicht liebenswert finde, aber, dass die guten Tage überhaupt passieren und tendenziell mehr werden ist eine kleine, innere Sensation. Die schlechten Tage verbringe ich mittlerweile eher damit zu mich selbst doof zu finden, weil ich noch nicht vollkommen aus meinem alten Muster kann und darum Gelegenheiten für Interaktionen mit anderen Menschen auch mal aktiv vorbei ziehen lasse. Damit entgehen mir potentielle Abenteuer und ergo auch guter Stoff zum drüber schreiben (Ja, natürlich ist das für mich eine Motivation, was haben sie den bitte gedacht? Jetzt tun sie nicht beleidigt, genau deswegen sind sie doch hier!)

Ich mag gerade gar nicht so stark hinterfragen warum das so ist, warum mir mehr einfällt als sonst und ich eher das Gefühl habe das alles irgendwie und notfalls mit Gewalt hinzukriegen. Weil mit der ewigen Rumfragerei geht der Schmarrn ja immer los.

Wobei,eine Sache muss ich doch hinterfragen. Weil, geneigter, geliebter Leser, was bis gerade eben ein hoffentlich kurzweiliger Ausflug in mein aktuelles Innenleben war, macht jetzt noch einen Schlenker. Denn je nach Phase, schreibe und twittere ich auch entsprechend. Betrunkene Emo-Tweets und hysterisches Rumfuchtelgekreische bei zu den jeweiligen Anlässen. Das tue ich ohne wirkliche Strategie dahinter.

Nur manchmal habe ich den Eindruck, dass ich damit etwas falsch mache. Ich sehe auf Twitter, Instagram und wie die Netzwerke so heißen eine beachtliche Anzahl sehr junger Menschen die mit scheinbarer Leichtigkeit ihre digitale Persönlichkeit in eine Marke mit klar abgegrenzten Eigenschaften verwandeln. Selbst Äußerungen oder Bilder außerhalb dieses Brandings wirken dann ein wenig kalkuliert. Sie versammeln in Deutschland einige Tausend Follower, international schon mal einige zehntausend Fans hinter sich. Modebloggerinnen und Vlogger stecken da auch mit drin.

Womöglich bin ich altmodisch (ach, das bin ich ganz sicher), aber dieses abgebrühte Nutzen der neuen Medien macht mir manchmal mehr Angst als alle pubertären Peinlichkeiten auf Youtube zusammen. Wäre ich heute 16, 18 oder erst 20 und hätte all diese Netzwerke, diese vielen Plattformen, ich wäre ein hervorragendes Emo-Kid. Nietzsche-Zitate und Tumblr-Bilder deren suizidale Stimmung das Gegenteil von subtil wäre. Meine Kurzgeschichten würden statt auf verblassenden Geocities-Seiten womöglich mit zählbarer Leserschaft irgendwo anders stehen. Und ich weiß nicht, ob mein inneres Gesunden überhaupt noch im Sinne meiner potentiell beliebten Online-Persona wäre.

Ja, ich weiß. Auch Facebook und Tumblr könnten jederzeit ersetzt werden. Könnten verblassen und für die jetzige Teenager-Generation eine peinliche Erinnerung bleiben. Aber ganz so einfach wird es nicht, glaube ich. Ihre Fußabdrücke sind schon nach kurzer Zeit stärker als alles was wir in den Kindergartentagen des Internets veröffentlicht haben. Es ist googlebar und sie verknüpfen oft ganz bewusst Ideen mit Ihrem Namen.

Manchmal denke ich, das die Gier nach Daten für mich persönlich kein riesiges Problem darstellt. Aber heute digital heran zu wachsen, den Charakter für jedermann ersichtlich im Internet auszubilden, finde ich beängstigend. Und während das Internet anno 1999 heute zumindest in gewissen Bereichen an Alzheimer leidet (Gott.Sei.Dank.), besteht die Gefahr, dass das Internet 2013 auch 2023 noch fit im Festplattenspeicher ist.

Das Netz frei und demokratisch zu halten ist dann mehr als ein politisches, liberales Ansinnen. Es ist vielleicht die einzige Möglichkeit Raum zwischen Menschen und Marketing zu bringen. Weil wir nicht nur Kunden sind, sondern auch Botschafter. Und wenn der Wert des Menschen im digitalen Zeitalter sein guter Name, seine Marke ist, dann brauchen zukünftige Generationen (Start-ups, wenn man so will) die Freiheit verschiedene Labels und Strategien auszuprobieren.

Schon heute wird die Vergangenheit von Politikern penibel beleuchtet. Wenn wir alle Twittern und unsere Status-Nachrichten für immer erhalten bleiben – wer soll uns dann mal regieren? Denn Oppositionen werden auch noch so klug formulierte Meinungen instrumentalisieren. Auch so ein Grund, warum mir das mit dem politischen Engagement so schwer fällt. Ich reiße zu gern die Klappe auf. Wobei, vielleicht zettelt dann endlich jemand die Revolution an. Oder Bundeskanzlerin wird, wer die meisten Follower&Fans&Likes hat. Gruselig. Gut, ich schweife wieder in düstere Gefilde ab.

Es wird wirklich Zeit für den Frühling.