Vaticinium ex eventu

Update, weil Leserfeedbackdingsi (toll!): Die Kirche ist, zumindest an ihrer Spitze frauenfeindlich, homophob und korrupt – da beißt keine Maus gar nie keinen Faden nicht ab. Sie ist aber auch der Pfarrer meiner Kindheit, der während der Sommerferien zweimal die Woche Freizeitnachmittage mit Hüpfburg im Pfarrgarten organisierte. Direkt neben dem Friedhof, natürlich. Ich bin nicht besonders gläubig und wünschte mir, es gäbe eine wohltätige Alternative für all die Hilfen. Worum es mir geht, ist der aktuelle Trend die Kirche insgesamt zu, haha, verteufeln. Dies hier ist ein Knoten in unser aller Taschentuch, dass Kirchen bei allen Fehlern eben nicht nutzlos und überflüssig sind. Nicht stand heute.

“Ach wissn’s, dees mit dem Weltuntergang is mia eher wurscht. Wei, da Mühlhiasl hod scho gsogt, dass da Rest voh da Weyd amoi brennt, aber die Jungfrau Maria hoit ihrn Mantl schützend übers Bayernland. Und a weng is ja so.” (Besagter Mühlhiasl ist eine Art bajuwarischer Nostradamus, fällt aber für viele hier nicht so unter Esoterikl. Weil, dees war ja der Mühlhiasl.)

Zufälliges Symbolbild mit mittlerer persönlicher Bedeutung für die Autorin
Zufälliges Symbolbild mit mittlerer persönlicher Bedeutung für die Autorin

Sie müssen wissen, die Kirche ist auch bloß ein Unternehmen. Nur mit ganz viel Folklore. Da regt es sich gleich viel differenzierter auf.
Verstehen sie mich nicht falsch: Ein elendiger, grausiger Verein. Aber auch Teil fast aller Traditionen und Rituale im ländlichen Raum. Besonders natürlich im bayerischen, ländlichen Raum. Da wird ordentlich geheiratet und beerdigt, der Ethik-Unterricht kann nur nachmittags stattfinden und wer Taufpate oder Bücherreimitglied werden will, sollte der Kirche an und für sich wenigstens nicht feindlich gesinnt sein.

Natürlich gibt es keinen vernünftigen Grund Mitglied der katholischen Kirche zu sein.
Es gibt auch keinen vernünftigen Grund bei H&M von Kinderhand genähte Lady Gaga-Shirts zu kaufen.
Und es gibt auch keinen vernünftigen Grund sich jedes Jahr das neueste in stickigen Fabriken zusammengebaute Ding mit angebissenem Apfel drauf zu kaufen. Wir alle führen ein moralisches Soll und Haben – Konto, wo wir den Konsum von Nespresso-Kapseln und billigen Jeans mit dem Fair-Trade Müsli und dem Flattr-Beitrag für Amnesty ausgleichen. That’s how this whole thing works.

Die katholische Kirche ist letztendlich auch zu groß und zu present in unser aller Leben, als das wir uns einfach nur darüber aufregen könnten. Also ohne das größere Bild zu sehen. Wenn wir über die Kirche schimpfen, verurteilen wir ein bisschen auch alle, die im Namen dieser Organisation arbeiten. Die Asyl gewähren und Suppenküchen leiten. Die ausbildende Schulen für viele soziale Berufe finanzieren. Und diese Sozialarbeiter später beschäftigen. Die diskutieren und zuhören, selbst wenn man offen zugibt nicht besonders gläubig zu sein. Ich habe viele meiner interessantesten Gespräche mit Menschen der Kirche geführt und bin dankbar dafür. Einige von ihnen haben sogar wirklich Humor.
Auch die, die sich tatsächlich mit viel Elan um junge Menschen kümmern.

Schließlich gibt es auf dem Land für junge Leute nur 4 Varianten durch die Adoleszenz zu kommen. Sport (Leichtathletik, Fußball), Tradition ( Trachtenverein, Schützenverein, Feuerwehr, Blasmusik), Rebellion (Schachclub, die Grünen, Kunst) und die Kirche (Ministranten, Chor). Das ist aus Nerd-Perspektive natürlich ein Albtraum, keine Frage. Aber wir sind nicht die Mehrheit. Und wenn wir verteidigen, dass unsere digitalen Kontakte echt sind, dann müssen wir anderen Teilen der Gesellschaft auch ihre Kontakt-Varianten zugestehen. (Außerdem gehen ohne alle aufgezählen Institutionen das bayerische Brauereiwesen den Bach runter und das kann niemand wollen.)

Und ich weiß was jetzt kommt. Höhö, besonders kleine Jungs, höhö.
Nur: Für missbrauchende Priester würde ich jederzeit wieder die Steinigung einführen. Wie die Kirche mit diesen Leuten umgeht ist zutiefst verwerflich. Und Dörfer, die sich hinter einen solchen Priester stellen sind die Blaupause des Phänomens Victim-Blaming. Das komplette Verhaltensmuster ist ja kein exklusives Kirchenverhalten. Ähnlich wie Homophobie wird hier die Religion fälschlicherweise vorgeschoben – ein ganz mieser Move der katholischen PR-Abteilung. Und es gibt viele Mitarbeiter, die das wissen.

Having said that…

…es sind auch Angestellte der Kirche, die sich diesen Opfern annehmen. Die oft überraschend engagiert für die Verständigung zwischen Religionen eintreten. Wie dem Islam, wo wir, liberal wie wir sind, nicht sagen “im Namen deiner Religion sind Terroristen unterwegs – wie kannst du nur?!”. Wir erkennen den Unterschied zwischen einer Religion, deren Religionsgemeinschaft und den Fanatikern, die ersteres als lahme Ausrede nutzen. Analog dazu (haha, analog) könnten wir einem von Holzköpfen geführten Krankenhaus, das einer jungen Frau medizinische Hilfe verwehrt, zurecht vorwerfen, dass es das Prinzip der Christlichkeit nicht verstanden hat.

Wir könnten die katholische Kirche als das vielschichtige Unternehmen begreifen, das sie ist. Stattdessen hat “das Internet” (I KNOW) beschlossen, dass es effizienter ist, eine Organisation ohne die große Teile unserer sozialen Auffangnetzes zusammenbrechen würden, grob zu beschimpfen. Ja, das hilft immer.
Mal ganz abgesehen von der damit einhergehenden Intoleranz gegenüber gläubigen Menschen. Deren Heimat, deren Gemeinschaft wird gleich mal by proxy schlecht gemacht.

Bitte, wer weder gläubig ist, noch irgendeinen der angebotenen Services in Anspruch nehmen will soll gern austreten. Darum gibt es diese Möglichkeit. Die Kirchensteuer? Ist eine Steuer und unterstützt damit wie alle anderen Steuern eine absurde Mischung aus essentiellen Hilfen und abscheulichen Menschen. Dieses Geld fließt in derart viel Richtungen, dass einem beim Aufzählen erst auffallen würde, wo die Kirche überall ist. Dass wir also um sie nur schlecht herum kommen. Dass es ohne Kirche auch kaum noch erhaltene KircheN geben würde (Hallo, Frau Kunstgeschichtsstudentin!). Dass viele ältere Menschen ohne Kirche kein soziales Netzwerk mehr haben. Die twittern nämlich nicht.

Aber, bevor das jetzt ausartet noch eine Bitte: Erzählen Sie von diesem Text niemandem da draußen. Man würde sich Sorgen um meine geistige Gesundheit machen. Als würde ich jemals öffentlich ein gutes Haar an der katholischen Kirche lassen!

BER – STR

“Oh toll, du hast Berliner mitgebracht!”
Ich stelle die Schachtel mit dem halben Dutzend an Gebäckstücken hin. Nein, habe ich nicht.
Die Krapfen glänzen noch ein bisschen und zwischen den ersten Bissen debattiert die Frauenrunde jetzt natürlich die korrekte Bezeichnung. Es ist ein übliches, erwartetes Ritual. Wer zuerst Pfannkuchen sagt, ist raus. Innerlich bin ich kurz dankbar für die Faschingszeit, in der meine Mitstreiterinnen auch einfach mal über die gefüllten Kugeln freuen, anstatt ihren Kaloriengegenwert zu erläutern. Wir beißen synchron in die Hefeteigstücke und eine Wolke von Puderzucker verteilt sich über den Tisch. Der Krapfen könnte saftiger sein. So wie früher. Sie waren doch früher besser, oder? Gebäck ist meine persönliche Nostalgiefalle.

Ich denke an Wolfang Thierse und die Schrippen. An Fleischpflanzerl und Semmeln, Knödel und Leberkäse und was es über uns aussagt, wie ernst wir diese regionalen Bezeichnungen nehmen. Als ich 12 oder 13 war, musste ich zum ersten Mal auf einer Karte “Fleischkäse” lesen. Ich hatte keine Ahnung was gemeint war. Eine Bildungslücke? Vielleicht, wenn ich heute noch nicht wüsste was sich dahinter verbirgt, würde es mich bei der Bezeichnung “Hawaipizza-Fleischkäse” weniger schütteln. Genauso war mein erstes Jahr in Ulm von konstanter Konfusion geprägt. Warum werden hier Seelen gegessen und bin ich ein schlechter Mensch weil ich Maultaschen für überbewertet halte? (Ernsthaft, wagen Sie es mal in schwäbischen Gefilden Zweifel daran zu äußern, dass man Maultaschen IMMER und ZU ALLEM essen kann.)

Würde ich heute zum Beispiel in den Norden Republik ziehen, täte ich an Servus und Grüß Gott und natürlich den Semmeln festhalten? Halte ich damit meine Wurzeln in Ehren oder verweigere ich die Migration? Wir sind schon ein putziges und leidlich neurotisches Volk. Weil Migrationspolitik diffizil und kontrovers ist, verlegen wir die symbolische Diskussion nach Innen. Wobei, wer ist schon wir. Der fast vergessene Thierse ist nur der neuste alte Mann, der mit absichtlich-grenzwertiger Rhetorik nach ein bisschen Aufmerksamkeit lächzt. Dabei ist der Schwabe in Berlin auf der Skala der Andersartigkeit für viele nicht so weit weg vom Türken in der Oberpfalz. Fremde Religion, andere Nahrungsmittel und Gebräuche, die man nicht sofort nachvollziehen kann. Hashtag #Kehrwoche. Es ist ein Seiltanz. Wer zu ernst auf den Lokalkolorit besteht, wird schnell als provinziell abgestempelt. Und provinziell will man nicht sein. Schon gar nicht in Berlin. Einerseits sind wir alle längt globalisiert und wollen über diesen Dingen stehen, andererseits machen wir die Witze über spießige Schwaben und verpeilte Hauptstädter als wäre es ein Religionsersatz.

Ich mag regionale Eigenheiten. Nicht nur die meiner bajuwarischen Heimat. Als Angehörige eines Volksstammes, der oft wegen zu vieler Bräuche und erfolgreicher Eigenheiten verspottet wird, bin ich da sehr tolerant. Wenn es nach mir geht: Mehr Feiertage für alle! Ich verstehe viele solcher Traditionen nicht aber finde es dennoch gut, wenn man versucht sie zu erhalten. Sogar, dass sich die Diskussion am Essen entzündet, ist eigentlich eine ganz clevere Variante – jeder isst gern. Vielleicht, wenn wir über Schrippen und Semmeln und Wecken reden, reden wir demnächst über Bäcker und uniforme Teiglinge, die aus Fabriken kommen und in der Bestellform des Großlieferanten Brötchen heißen. Parmaschinken heißt so, weil er aus Parma kommt. Die selbe Regel gilt für Champagner und die Nürnberger Bratwurst. Das werden regionale Eigenheiten, Bezeichnungen und Herstellungsarten zum Markenschutz. Zum Qualitätsmerkmal.
Eigennamen und Dialekte hatten immer schon zwei Funktionen: 1. die Identifizierung und Stärkung der Verbindungen im Inneren. 2. Die Abgrenzung nach Außen. Wenn ein schwäbischer Bäcker nach Berlin zieht und dort Semmeln nach seinem Rezept macht – sind es dann Schrippen? Und wenn der bayerische Franchisenehmer einer Backshop-Kette von München nach Hamburg wechselt – macht das noch irgendeinen Unterschied? Ich esse gern Falafel mit Hummus. Frittierte Bohnenpüreeklöße mit Kichererbsenpaste. Nur, dass niemand diese Aufschrift auf einer Tafel fordern würde. Wäre auch verdammt lang.

Wenn der Berliner Flughafen eines Tages fertiggestellt sein wird, werde ich dort einen ordentlichen Döner bekommen. Genauso wie Burger und Fritten, Sushi, Currywurst, womöglich Fish and Chips und vermutlich auch Krapfen, äh, Pfannkuchen und eine Butterbrezn. Wobei die höchstwahrscheinlich in einer miserablen Backshopkette dann 1,40€ kostet. Die Chance, dass der geneigte wie verhasste Tourist eine echte Bulette in einer echten “berliner” Schrippe bekommt, sind eher schwer zu schätzen. Auch die Snack-Tauglichkeit von Maultaschen ist mir spontan nicht geläufig. Eine leere Bezeichnung allein setzt sich nicht einfach so durch. Da kann sich Herr Thierse auf den Kopf stellen. Aber vielleicht ist er ja der Gründer einer Petition, die sich für die Bevorzugung von regionalen Läden und Marken im Willy Brandt – Flughafen einsetzt. Dann will ich nichts gesagt haben.

Mit tropft Marillenmarmelade auf den Ärmel. Das ist beim Krapfenessen immer so. Der Puderzucker ist mittlerweile überall verteilt. Hätte auf der Schachtel Berliner oder gar Pfannkuchen gestanden, ich hätte genauso hinein gebissen und stattdessen wäre mir dann eben Pflaumenmuss auf den Ärmel getropft. Ich kann auch sehr gut damit leben, dass der präparierte Faschingskrapfen mit Senf aus der Mode kommt und es stattdessen öfter welche mit Vanillepudding gibt. Nicht jede Tradition muss unbedingt überleben.
“Im Rheinland,” sagt die L. zwischen zwei Bissen, “ist gar keine Marmelade drin. Nur Rosinen.”
Rosinen? Das geht jetzt zu weit.

…but I wouldn’t call myself a feminist

Oh FUCK YOU.

Das ist genau das Problem. Ihr seid zwar für Gleichberechtigung, wollt aber nicht mit dem identifiziert werden, was euren veralteten Vorstellungen nach für Feminismus steht?
Gratulation. Ihr seid das Problem des Feminismus 2013.

Ich habe es so satt, dass erwachsene, geschätzte und kluge Menschen so tun als gäbe es da einen Unterschied. Sie begeben sich damit auf das absurde Niveau von Leuen wie der weizenblonden Country-Göre Taylor Swift. Ach, ihr glaubt es ist eine Ideologie? Ihr empfindet die Bewegung als zu Radikal? Hört auf zu heulen.
Na dann wollen wir gleich mal 12 Punkte von der IQ-Schätzung abziehen. Das ist es nämlich nicht. Feminismus ist eine Haltung – nicht mehr und nicht weniger. Ich hadere momentan extrem mit der Politik. Mit den Politikern, den Parteien, dem System. Höre ich darum auf eine überzeugte Demokratin zu sein? Natürlich nicht. Das Prinzip hinter Feminismus ist das Gleiche. Es gibt verschiedene Strömungen und Bewegungen. Und ich gebe sofort zu, dass gerade die lauten Stimmen dazu, momentan arg anstrengend und oftmals abschreckend wirken. Aber darum seid ihr trotzdem Feministen und Feministinnen.

Feminismus ist sowohl ein intellektuelles Bekenntnis als auch eine politische Bewegung und tritt für Gleichberechtigung, Menschenwürde und Selbstbestimmung von Frauen ein sowie das Ende aller Formen von Sexismus. Der Begriff bezeichnet heterogene Denkansätze und Theorien, deren gemeinsamer Ausgangspunkt das Aufbegehren gegen die Identifizierung von Frauen als einer Männern nachgeordneten Gruppe ist. Ziel ist die Veränderung der Lebenssituation von Frauen als auch der Strukturen, die eine Nachrangigkeit von Frauen hervorbringen. Feminismus grenzt sich von Gleichstellungspolitik durch die Vorstellung ab, dass die geschlechtergerechte Teilhabe an der gesellschaftlichen Gestaltung nicht ohne eine Veränderung der Machtverhältnisse zu realisieren sei. (Wikipedia)

Es ist, um es kurz auf den Punkt zu bringen: Humanismus. Wer es von sich weißt Feminist/in zu sein, sollte sich sehr gut überlegen bevor er oder sie “Diskriminierung!” brüllt.
Ich weiß, das hat viel mit den Generationen vor uns zu tun. Mit euren Albträumen von lila Latzhosen und Männerhass. Und diesem alten Feindbild überlasst ihr jetzt das Feld. Den Begriff, die Diskussion, die Haltung. Ganz schön schwach. Die Grünen kann man wählen – die haben sich ja weiter entwickelt. Google – vielleicht doch ein bisschen evil. Dinge bewegen sich, Bewegungen verändern sich.
Bloß hier machen es sich so viele sehr einfach. Reden in spöttischem Ton über Genderdings, weil es in ihren Augen das alles nicht mehr braucht. Borniertheit war selten so offensichtlich.
Ich fange an den Respekt vor Menschen zu verlieren, die glauben es wäre cool oder entspannt zu behaupten man wäre eben kein Feminist oder Feministin. Weil, die sind ja alle schrill und radikal und unsexy und überhaupt.
Jessasmaria.

Merkt ihr was? Merkt ihr, wie ihr mit diesem Bild nicht nur einen Stereotyp am Leben erhaltet, sondern dabei noch ganz lässig gleich eine Gruppe von Menschen herabsetzt? Währenddessen klatschen die hysterischen Maskulinisten in die Hände und schreiben Essays darüber, wie wir alle verloren sind, weil Männer nicht mehr das Ruder führen. Und die Jungs so sehr die Orientierung verlieren, dass sie entweder Amok-laufen oder vergewaltigen.
Diese halbseidene Haltung zur Gleichberechtigung ist der Nährboden gesellschaftlich akzeptierten Sexismus (Altherrenhumor, Grenzüberschreitung, etc.) und, ironischerweise, der Katalysator radikaler Feminismus-Strömungen. Der Satz “…aber ich bin kein/e Feminist/in” wird zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Mit Verlaub: IHR VOLLDEPPEN.

Ihr seid doch alle nicht so doof, oder? Was ist denn so schwer daran den Begriff von der Bewegung zu unterscheiden? Niemand zwingt euch auf Demos zu gehen oder tief in die Materie einzusteigen – es langt völlig sich nicht sexistisch zu verhalten und sexistische Muster nicht zu unterstützen. Und das tut ihr doch angeblich eh alle, so cool und aufgeklärt und dabei total postfeministisch wie ihr seid.

Es tut mir leid euch diese schreckliche Wahrheit zu sagen, aber: Höchstwahrscheinlich seid ihr Feministen. Alle. Die andere Seite dieser Medaille ist nämlich die hinderliche. Oder ist euch das Label Sexist lieber?
Eben.

Also bitte. Entstaubt bitte eure Definitionen, hört mir auf mit Alice Schwarzer und gebt mir nicht mehr so viele Gelegenheiten wütend zu werden. Mein Feminismus muss nicht eurer sein. Nicht der von Frau Schwarzer oder sonstwem. Baut euch eine eigene Definition. Egal. Wenigstens denkt ihr mal darüber nach.

P.S.

Unfortunately the question appears now to not only be “are you a feminist” but more “are you a feminist like me?” But, I ask, do the minor details really matter that much? When asking on Twitter “what does feminism mean to you?” every single reply I received was unique. Maybe we don’t need one complete definition; if we have the fundamental understanding then we’re all on one team, right?. Moreover, some replies mentioned bad experiences what other people thought of them. Culture editor Victoria Finan said: “feminism is the right to define one’s gender oneself and to expect equality, if you ask me anyway. I once got told I wasn’t a feminist, as I don’t believe in raising gender-neutral children. It really upset me.” (Is it OK that our definitions of feminism aren’t 100% the same?)